hallo,

bemerkenswert, dass bisher vor allem nicht-frauen geantwortet haben :)

ich denke, es ist schwierig, die ein-zwei essentiellen gründe dafür
aufzulisten, warum frauen (also meistens menschen, die mit weiblichen
geschlechtsmerkmalen geboren wurden) seltener beim frisbee bleiben als
männer. (doch ist es überhaupt so? in meinem anfängerInnenkurs war die
quote 2:2). allerdings war die qoute der männer im anfängerInnenkurs
weit höher. vielleicht fangen per se männer viel öfter überhaupt mit dem
sport an, dann ist es nicht verwunderlich, dass mehr männer dabei
bleiben... lösung: anfängerinnenzahl erhöhen!

habt ihr euch schon mal gefragt, was für eine außenwirkung so ein sport
hat? mir fällt da spontan windsurfen ein: in allen magazinen nur
knackige junge, sonnengebräunte kerle. frauen musst du da mit der lupe
suchen. und ich kann mir nich vorstellen, dass 'männern' aufgrund ihrer
genetischen veranlagung das surfen mehr spaß macht als 'frauen'.

beim fußball wird abfällig über frauenfußball geredet, nich so
athletisch und überhaupt... beim em-halbfinale am montag gab es
schätzungsweise 200 zuschauerInnen im stadion... und jetzt kommt mir
nicht mit "männer können einfach besser spielen". sie werden viel
breiter gefördert und animiert und letztendlich auch bezahlt.

++++

utimate frisbee ist eine der wenigen sportarten, in der die 'natürliche'
(sportliche?) grenze zwischen männern und frauen überwindbar scheint. es
gibt mixed-turniere, open-teams etc.

[ich schreib jetzt hier aus meiner wahrnehmung aus dem breitensport/fun,
keine open-meisterschaften oder so was]

aber was gibt das für ein gefühl: ach du, nimm mal die frau. wieso? ok,
vielleicht ist oft die körperliche kondi gleich, aber das wird nicht
hinterfragt, sondern frau wird aufgrund ihres biologischen geschlechts
einer gegenspielerin zugewiesen, gleich, ob es noch 'männer' gibt, die
eine ähnliche statur und schnelligkeit haben. d.h. du fühlst dich sofort
minderwertiger, weil du es ja sowieso nicht mit den TOLLEN 'männern'
aufnehmen kannst. oder: der langsamste typ muss die frau auf der anderen
seite nehmen (das trägt auch nicht gerade zum selbstwertgefühl der frau
bei).

oder was häufig auf turnieren passiert: den schnellsten typ EXTRA (und
wiederholt) gegen die kleinste frau stellen (machopunkt, schon mal
gehört?), frauen extra loben, weil sie so gut gespielt haben (wieso auch
nicht?), frauen extra druck machen (die verwerfen sowieso), usw.

was mir noch oft auffiel: männern wird per se mehr zugetraut. ach,
verworfen, macht nix, nächste mal gehts besser! und frau? ne ne, nimm
mal lieber den sicheren, spiel den dumb. - das ist mir nicht nur einmal
passiert (ok, könnte jetzt was persönliches sein :) aber glaub ich
nicht, wenn ich frauen sehe, die plötzlich in einem frauenteam spielen
und einfach nicht nach vorne kommen, weil sie sich einfach nich trauen,
auch mal offensiver zu sein - und da bestimmt die wahrnehmung, wie frau
glaubt, dass andere sie sehen, leider oft das selbstbild.

können wir bei der sprache weitermachen. was ist eine MANNschaft. was
ist MANNdeckung. müssen sich frauen auch hier dem ÜBLICHEN bzw. NORMALEN
(also dem männlichen) unterordnen? wo kommen sie drin vor? was gibt es
für möglichkeiten, frauen auch sichtbar und gleichberechtigt in die
kommunikation einzubeziehen?

die aktiven (und für die sportlerInnen sichtbaren) menschen aus dem
verband sind männlich. vielleicht sollte hier mehr in der außenwirkung
getan werden? (achso: der alte dfv-flyer: tsss, da war nix mit mixed
oder so, zwei alibi-frauen auf der s.4 :)

so. es gibt ne menge frauen, die auf dem spielfeld richtig rocken und
selbstbewusst sind und sich gegen die 'männliche' übermacht behaupten
und zeigen, dass sie was drauf haben. viele sind aber auch m.e. dann in
frauenteams unterwegs (warum? vielleicht kann sich ja da mal wer zu äußern).

doch gerade am anfang ist frau vielleicht eingeschüchtert und fühlt sich
nicht gut genug und zweifelt und hat wenig weibliche 'vorbilder'. dann
bleibt nur: sich an den männern zu orientieren, in ein frauenteam zu
wechseln oder aufzuhören/runterzufahren.

zu den bisherigen vorschlägen:
- training nur für frauen: warum nicht? wenn es die teamstärke erlaubt
und gewünscht wird
- nette leute: klar, immer!
- gutaussehende männer: gilt auch andersrum, vorausgesetzt die person
ist heterosexuell, sonst egal
- videos zeigen: gute idee (vorbildcharakter!)

meine vorschläge:
- gemeinsames spiel: am allerbesten (und für mich am lustigsten), wenn
anerkennung und respekt die leitenden gedanken sind, unabhängig vom
geschlecht (auch das gehört zum spirit!)
- nicht so tun, als wären 'frauen' per se die schlechteren
sportlerInnen, das bringt überhaupt nix (außer vielleicht die
'konkurrenz' (?) auszuschalten)
- weibliche co-trainierin bräuchte ich nich, mensch muss ja kein
'spezialtraining' machen für besonders förderungsbedürftige =:
(höchstens trennung in ambitioniert/weniger ambitioniert)

da könnte man/frau jetzt noch stundenlang weiterdiskutieren.

[ich hätte da noch ein paar weitere anregungen: das es ein
akademikerInnensport ist, scheint weiter nicht zu stören (wer gibt sich
schon gerne mit weniger intellektuellen menschen ab). doch das die fast
einzige hautfarbe auf deutschsprachigen turnieren die weiße ist, ist
vielleicht doch schon mal jemandem aufgefallen]

doch so weit erstmal, katha*


p.s. achso, warum ich dabeigeblieben bin:
- ich liebe es, wenn die scheibe fliegt
- turnierwochenenden sind super, vor allem mit sand und sonne (manchmal
fühle ich mich wie auf einer klassenfahrt in der grundschule, wenn ich
mit 200 leuten in einer turnhalle übernachte)
- die allermeisten frisbee-menschen sind supernett und es macht viel
spaß, viele leute an allen möglichen orten der republik (und außerhalb)
wiederzutreffen
- der sport ist hauptsächlich nicht-kommerziell, was sich u.a. an den
turnieren und den selbstgemachten salaten und den strichlisten abzeichnet
- MANNschaftssport bzw. vereinssport ist super und vor allem was für die
zeit nach der schule/dem studium (und währenddessen natürlich auch)





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