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To: Mäuerle Rio <[EMAIL PROTECTED]>
Subject: dringende Bitte
From: Tina Leisch <[EMAIL PROTECTED]>
Date: Mon, 1 Sep 2008 23:02:24 +0200
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liebe Leute

1906 ließ der antisemitische Bürgermeister Lueger eine kleine Gasse im Stuwerviertel nach
dem antisemitischen Hetzprediger Arnezhofer benennen.
Obwohl es seit Mitte der neunziger Jahre immer wieder Initiativen von AnwohnerInnen gibt,
die auf eine Umbenennung der Straße
drängen passiert nichts.

Obwohl inzwischen sogar Bürgermeister Häupl signalisiert, nichts gegen eine Umbenennung zu haben, (siehe Interview unten)
mauert der Bezirksdespot Kubik (Spö) weiter.

Wir haben letztes Jahr ein Straßenfest zur Umbenennug der Arnezhoferstraße in "Selma-Steinmetz-Straße (nach einer Widerstandkämpferin) organisiert und möchten das dieses Jahr wiederholen.

Am Freitag, den 12.9. um 17 Uhr soll das Fest beginnen.
Nun suchen wir dringend noch KünstlerInnen, die mit Kunst- insbesondere auch Musikspenden
unser Anliegen unterstützen.

Gesucht: Performance- oder Lesungsbeiträge zwischen 5 und 10 Minuten, musiklalische Beiträge: 3-4 Lieder, Stücke

Wer hat Lust?

Geld haben wir  keines, wir können aber für Euch mit dem Hut herum gehen!

Liebe Grüße

Tina Leisch







Bürgermeister Häupl in "NU"
(<http://www.nunu.at/>www.nunu.at)

NU: Was sagt Ihnen der Name „Arnezhofer“?

Häupl: Gar nichts.

NU: Johann Ignaz Arnezhofer war Kommissar zur Ordnung israelitischer Angelegenheiten nach Schließung des Leopoldstädter Ghettos. Hat sich 1670 bei der Vertreibung der Juden von der „Insel am Wird“ hervorgetan. Er war ein Feind der Juden. 1906 wurde unter Bürgermeister Lueger eine Gasse im 2. Bezirk nach ihm benannt. Wie geht man damit um? Wäre es nicht eine gute Symbolik, den Straßennamen zu ändern? Eine Gruppe von Bürgern fordert, sie nach der österreichischen Widerstandskämpferin Selma Steinmetz zu benennen.

Häupl: Mit mir braucht man über Leute, die Schuld bei Kriegsereignissen, Verfolgungen, Pogromen auf sich geladen haben, gar nicht reden. Wenn so etwas vorgefallen ist, und wenn sie auch nur geistige Helfershelfer waren, dann gehört das geändert. Keine Frage. Aus meiner Sicht gesehen, ist in einem solchen Fall die Frage zu stellen, wie den Wünschen der Bürger, die dort wohnen, entsprechend Rechnung getragen werden kann. Wenn die Bewohner sagen, dass sie keine Adresse wollen, die mit dem Namen eines Antisemiten und Judenverfolgers versehen ist, dann würde ich meinen, dass man das ändern sollte.

NU:Sie werden also mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny darüber reden?

Häupl: Ja selbstverständlich. Ich will hier nicht sofort und aus dem Bauch heraus entscheiden, aber ich werde mir die Sache auf jeden Fall anschauen.

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