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die krone ist wieder sehr eindeutig.

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"Kronen Zeitung" vom 05.05.2009 Seite: 17

Stmk, Morgen


Es muss schön sein, wenn man als Landesrat an den fetten Geldtöpfen...

Es muss schön sein, wenn man als Landesrat an den fetten Geldtöpfen sitzt, um sich zu verwirklichen und seinen Hobbys zu frönen. Wie etwa der rote Kurt Flecker, dieser Alt-68er, der seine Gesinnung immer schon offen zur Schau gestellt hat. "absolutely free" heißt das von seinem Ressort großzügig gesponserte Festival, das in seligen Erinnerungen an Woodstock schwelgt; 500.000 Euro (!) ließ Flecker dafür springen.

Und damit gleich alle wissen, worum es bei dieser Ausstellung im Joanneum geht, prangt ein gut fünf Meter großer, aufblasbarer Joint vor dem Eingang phallusartig in die Höhe. Das is a Hetz!, wird sich der Haschisch-Kurtl da wohl freuen, das ist Provokation pur. Hurra!

Und der Applaus seiner Genossen ist ihm sicher.

Denn im Inneren sehen wir auch einen hübschen Hanfgarten; einen, wie ihn die Polizei immer wieder beschlagnahmen muss. Wir haben hier in Graz nämlich ein durchaus dramatisches Drogenproblem. Erst dieser Tage hat die Polizei eine "Aktion scharf" gestartet, um gegen Dealer, Alkis und Randalierer auf dem Hauptplatz vorzugehen.

Was kümmert das den roten Landesrat? "absolutely nothing", sozusagen.

Bei ihm liest sich der Begleittext zu "absolutely free" etwa so:

"absolutely free" beginnt im Gestern, es beschreibt und aktiviert das Heute.

Jenes Heute also, in dem wir fürchten müssen, ein Rekordjahr an Drogentoten registrieren zu müssen. Jenes Heute, in dem die Polizei auch mit einer "Aktion scharf" der Problematik nicht Herr werden wird, wie selbst der Chef der Grazer Kriminalpolizei zugeben muss. Er bräuchte diese 500.000 Euro wahrlich dringend, um sein Personal aufstocken zu können . . .

Mit dem Riesen-Joint signalisieren Flecker und seine Helferlein die fatale Botschaft, dass an ein bissl Haschisch ja nix dran sei; seht her: Wir machen sogar eine Ausstellung über diese tolle Zeit, war das nicht wunderbar, als Eingerauchtsein bei unsereins zum guten Ton gehörte?

Da kommt wahrlich Jubelstimmung auf. Zitat aus dem euphorischen Pressetext:

"Endlich am 3. Mai, ab 11 Uhr: Neuland ist frei. Das hanfbepflanzte Areal im Joanneumshof öffnet seine Pforten für einen aktionistisch-partizipatorischen Sommer zwischen Utopiendiskurs, Gegenkultur und Summer of Love."

Was immer dieses intellektuelle Gestammel auch heißen soll: Hier der Hauptplatz mit offen dealenden Süchtigen - und da, nicht einmal 100 Meter Luftlinie enfernt, der Riesen-Joint. Als wäre er ein Denkmal für die Suchtgiftszene und ihre Hauptakteure.

Nein, da hat "Haschisch-Kurtl" Flecker allen Grazerinnen und Grazern einen Bärendienst erwiesen. Weil dieser grobe Unfug ein fatales Signal an unsere Jugend darstellt: eine Verharmlosung der Suchtgiftproblematik.

Sagen wirs doch, wie es ist: Der Riesen-Joint muss weg.
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