Hallo
In den nächsten zwei Wochen gibt es die letzte Veranstaltung aus unserer
Punkfilmreihe „What you see is what you get“ vor der Sommerpause (im
September wird’s dann weitergehen)sowie einige Termine der Freien Uni
Bamberg, auf die wir hiermit hinweisen möchten

Am Freitag, den 20.06 lege ich (Alco) darüber hinaus in der Scheinbar auf

1. Donnerstag, 28.5.09
Spricht auf Einladung der Freien Uni Bamberg Thomas Lörner über
„Professionalität, Wettbewerb und Reproduktion im studentischen
Kulturmillieu“
(Info s. unten)
Ort: Balthasar (Balthasargäßchen 1; direkt an der Schranne)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

2. Freitag, 29.5.
Sprechen Do Gerbig und Kathrin Gans (AG Queer Studies Hamburg) über:
„Professionalität, Wettbewerb und Reproduktion im studentischen
Kulturmillieu“
(Info s. unten)
Ort: Balthasar (Balthasargäßchen 1; direkt an der Schranne)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

3. Samstag, 30.5
„What you see is what you are“ mit „Full Dedication Alvaro”
Doku über den chilenischen Musiker Alvaro von Jochen Hägle und Hans Kotter
Christian Zschammer
„Full Dedication Alvaro“ wird Do, Fr und Sa gezeigt; am Samstag werden die
Regisseure anwesend sein
(Info s. unten)
Ort: Lichtspiel Bamberg
Beginn: 22:35
Eintritt: 5,-

4. Montag, 08.06.
Spricht Thomas von der Osten-Sacken über:
„Turning A Dream Into A Nightmare? - Menschenrechte contra staatliche
Souveränität“; der Vortrag ist zugleich Auftakt für das einwöchige
„Festival contre le racisme“
(Info s. unten)
Ort: Balthasar (Balthasargäßchen 1; direkt an der Schranne)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei


1. INFO „Professionalität, Wettbewerb und Reproduktion im studentischen
Kulturmillieu“
Referent: Thomas Lörner (ASTA Bamberg)

„Bei allem zappelnden Betrieb bleibt das Brot, mit dem Kulturindustrie die
Menschen speist, der Stein der Stereotypie. Sie zehrt vom Kreislauf, von
der freilich begründeten Verwunderung darüber, daß die Mütter trotz allem
immer noch Kinder gebären, die Räder immer noch nicht stillstehen. Daran
wird die Unabänderlichkeit der Verhältnisse erhärtet. [...] Bekämpft wird
der Feind, der bereits geschlagen ist, das denkende Subjekt.”
(HORKHEIMER/ADORNO: Kulturindustrie)
Poetry Slam, Serienabend, Kulturreferat…Professionalität, Wettbewerb und
Reproduktion im studentischen Kulturmillieu. Der Vortrag soll eine
Annäherung an die Verharrung im Stereotypen, geäußert in einigem von dem,
was täglich zu sehen ist, bringen. Ist das alles notwendig? Es sollte
zumindest reflektiert werden.


2. INFO „Queere Ökonomiekritik – alternative Praxen“
Referentinnen: Do Gebrig/Kathrin Gans (AG Queer Studies Hamburg)
Kapitalismuskritik fällt normalerweise in die Domäne des Marxismus und der
Kritischen Theorie, während queerer Theorie und Politik vorgeworfen wird,
sie können die Strukturen von Herrschaft nicht denken. Aus der eigenen
queer-feministischen Perspektive behaupten wir trotzdem, dass queere
Kapitalismuskritik möglich und nötig ist.
Dazu wollen wir:
•       den Kapitalismus dekonstruieren - undoing capitalism!
•       Ein queeres und ein feministisches Auge auf Klassenprozesse werfen -
diversifizieren!
•       Queer-feministische Auseinandersetzungen mit neoliberaler Ökonomisierung
nachvollziehen - how to queer economics?
•       Sexualität arbeiten lassen - Die Herstellung verkörperter,
vergeschlechtlichter und sexueller Subjekte & Produkte!
•       und schließlich intervenieren: Alternative Praxen ersinnen!
In der anschließenden Diskussion stellen wir uns gerne der Frage: “Where
to go from here?“


3. INFO „Full Dedication Alvaro“
Regie: Jochen Hägle und Hans Kotter Christian Zschammer

Der Chilene Alvaro ist heute 62 und lebt noch immer in Konstanz.
Irgendwann in den 70er kam er nach London, wo er auf der Straße und in
besetzten Häusern lebte. Als Allende-Anhänger konnte er nach dem Putsch
nicht mehr zurückkehren, also gründete er mit seinem Mitbewohner – einem
gewissen Joe Strummer – die The 101ers, die später zu The Clash wurden.
Alvaro verließ die Band aber bald, begann Klavier zu spielen und als The
Chilean With The Singing Nose aufzutreten. Ende der 70er Jahre landete er
schließlich am Bodensee, wo er seine Platten, Singles, Tapes und CDs
kurzerhand selbst unter Titeln wie „Drinking my own sperm“ veröffnetlicht.
Sie sind einem spröden bis kruden Minimalismus verpflichtet, der sich bis
an die äußersten Grenzen des Weglassens (als Königsdisziplin von
Minimalismus und Verweigerung) heranwagt. Mehr „Weniger“ war selten. „Full
Dedication Alvaro“ ist das Porträt eines der letzten noch aktiven Missing
Links zwischen Hippieunderground, linker Gegenkultur und der Do It
Yourself-Idee des Punk.
Wir zeigen „Full Dedication Alvaro“ in der Reihe „What you see is what you
are“ (eine Kooperation von Piratenkino, monochrom und format b:), die
anhand von Filmen aus und zur Punkgeschichte die Geschichte von Punk/Post
Punk/New Wave erzählt.


4. INFO „Turning A Dream Into A Nightmare? - Menschenrechte Contra
staatliche Souveränität“
Referent: Thomas von der Osten-Sacken

Als die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte verabschiedeten, war der Zivilisationsbruch und der
Rückfall in die Barbarei bereits keine finstere Drohung mehr, sondern
durch die nationalsozialistische Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie zur
gesellschaftsgeschichtlichen Realität geworden.
Die Erklärung war das Versprechen an die Zukunft, dass Ähnliches nie
wieder einem Menschen widerfahren müsse. So formulierten die
Stichwortgeber wie John Humphrey, Charles Malik, René Cassin, Peng-chun
Chang oder Eleanor Roosevelt einen Traum einer Welt, in der die angeborene
„Würde und [die] gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der
Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und
Frieden in der Welt [bilden].“
Heute, 60 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, muss
angesichts zahlreicher Menschenrechtsverletzungen „ sei es beispielsweise
das rigide und brutale Vorgehen Chinas gegen Oppositionelle, der Genocid
in Darfur oder die ständige Vernichtungsdrohung des Iran gegen den Staat
der Shoa-Überlebenden, Israel“ gefragt werden, inwieweit dieser
formulierte Anspruch der Vereinten Nationen noch ernst genommen werden
kann. Weitere Beispiele zu finden, fällt leider nicht schwer.

In seinem Vortrag wird Thomas von der Osten-Sacken zum Anspruch, Realität
und Grenzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sprechen und
danach im Rahmen einer Diskussion für weitere Fragen zur Verfügung stehen.

Thomas von der Osten-Sacken (Geschäftsführer der im Nahen Osten tätigen
Hilfsorganisation Wadi e.V.. Zu den Arbeitsschwerpunkten der
Hilfsorganisation gehören Aktivitäten gegen alle Formen der Gewalt gegen
Frauen, Demokratisierungsprojekte, Jugendbildung- und Ausbildung,
Basisgesundheitsversorgung, Rechtsberatungen etc. Thomas von der Osten
Sacken arbeitet darüber hinaus als Journalist für verschiedene
Zeitschriften und wird unter anderem zum Thema Naher Osten und
Menschenrechte als eine der führenden Autoritäten angesehen. Er ist
Mitherausgeber des Buches „Saddam Husseins letztes Gefecht?“.

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