Hallo,
> > wenn also jemand die absurditaet eines vorwurfs blosstellt,
>
> In dieser Form? 3 Tage nach der Tat? Nun, ich kann mir wahr-
> lich geeignetere Formen des Diskurses vorstellen.
>
> > ist das
> > nur verdraengung?
>
> Es ist zumindest eine sehr interessante Art auf ein solches
> Ereignis zu reagieren, bzw. sich zu profilieren. Daher bat
> ich auch die Reaktionen des Volkes bei dieser etwas anderen
> Art von "Comedy" zu beachten und verwies im Laufe der Dis-
> kussion auf aehnliche Threads in anderen Foren.
Das ist nur interessant, wenn man die heutzutage �blichen
Betroffenheitsrituale schon so verinnerlicht hat, da� man sie
als normal empfindet, und jede Abweichung davon als ungew�hnlich.
Da empfehle ich allerdings mal einen reality-check, denn die
meisten Leute, die ich so kenne (und ich behaupte einfach mal,
da� das auch auf die Mehrheit der Bev�lkerung insgesamt �ber-
tragbar ist) ist und war nicht betroffen (im Sinne von Betroffen-
heit) von den Vorg�ngen in Erfurt.
Und das ist auch gut so, denn es zeigt, da� sich die meisten
Menschen von der publizierten Meinung, die Betroffenheit heuchelt
und �blicherweise den (vermuteten) Interessen der Leserschaft
angepa�t[1] �ber die Notwendigkeit von Konsequenzen lamentiert,
durchaus nicht beeinflussen lassen. Damit gelingt ihnen, was die
meisten Politiker offenbar nicht schaffen (oder zumindest tun sie
so, als ob): Sie bewahren Distanz und einen k�hlen Kopf. Beides
ist zwingende Voraussetzung f�r eine rationale Analyse.
Wirklich bemerkenswert finde ich �brigens die stark unterschied-
liche Wirkung �hnlicher Stimulanzien auf die schleimabsondernden
Betroffenheitsdr�sen unser Offiziellen und Medienvertreter: Wer
redet noch von Djerba?
gruss,
chris
[1] so sucht die FAZ die Schuld intensiv bei den Computerspielen und
betont die Harmlosigkeit der Sportsch�tzen, w�hrend die Telepolis
in einem der schlechtesten jemals dort erschienenen Artikel die
Gamer in Schutz nimmt und auf die Sportsch�tzen einpr�gelt; beide
lassen sich dabei in ihrer vorgefa�ten Meinung nat�rlich nicht
von l�stigem Faktenwissen beeintr�chtigen.