http://www.privatkopie.net/index_1.php

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Petition 

  Absender: 



  Empf�nger: Herr Bundeskanzler Schroeder, Frau Bundesjustizministerin
  Daeubler-Gmelin 

  Betreff: Rettet die Privatkopie 

  Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schr�der,
  sehr geehrte Frau Bundesjustizministerin D�ubler-Gmelin, 

  mit gro�em Interesse habe ich (als) 



die Berichte �ber den im M�rz 2002 vom Justizministerium vorgelegten 
Referentenentwurf f�r die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes zur 
Kenntnis genommen. Ich begr��e, dass der Entwurf an einigen Stellen 
�ber die Vorgaben der EU-Richtlinie zum Urheberrecht in der 
Informationsgesellschaft hinaus geht.  

Problematisch ist jedoch die Stellung der Privatkopie. Diese f�r die 
Analogmedien fest etablierte Freiheit, Vervielf�ltigungen f�r den 
privaten Gebrauch anzufertigen, best�tigt der Entwurf zun�chst zwar 
auch f�r digitale Medien.  

Doch von den Durchsetzungm�glichkeiten f�r Nutzungsfreiheiten spart 
der Entwurf die Privatkopie ausdr�cklich aus. Die Rechteinhaber 
k�nnen so die Privatkopie mit Hilfe der rechtlich gesch�tzten 
Kontrolltechnik faktisch unm�glich machen.  

Das Urheberrecht sch�tzt sowohl die Interessen der Urheber wie die 
der �ffentlichkeit. Es kann nicht angehen, dass zwar die eine Seite 
dieser Interessenbalance, n�mlich die der Urheber und die der 
Verwerter ihrer Werke, in das digitale Zeitalter �bersetzt werden, 
aber die Anpassung der Interessen der �ffentlichkeit ausgespart wird. 
 

Frau Bundesjustizministerin, Herr Bundeskanzler, die historischen 
Errungenschaften der Informationsfreiheit wie der ungehinderte Zugang 
zu ver�ffentlichten Werken in Bibliotheken, das Verleihrecht und die 
Privatkopie m�ssen auch im digitalen Zeitalter erhalten bleiben. Ein 
r�cksichtsloser maximaler Schutz der Interessen der 
Verwertungsindustrie schadet dem Wissensstandort Deutschland. Eine 
nachhaltige Entwicklung erfordert den Schutz der Urheber, aber ebenso 
muss gew�hrleistet sein, dass deren Werke den B�rgern dieses Landes 
in Bildung und Lehre, in Berichterstattung und Kritik und f�r die 
Inspiration zur Schaffung neuer Werke zur Verf�gung stehen.  

Daher fordere ich Sie auf:  

Keine Novellierung des Urheberrechtsgesetzes ohne Sicherung der 
digitalen Privatkopie!  

Ich fordere ein Urheberrecht, das die Teilhabe aller am kulturellen 
Leben sowie die Informations- und Meinungsfreiheit garantiert!  

Mit freundlichen Gr��en Ihr/e  


                         



Dieser Brief wurde bereits 9349 mal geschickt. 

[...]


Ende M�rz hat das Bundesjustizministerium Verb�nden einen 
Gesetzesentwurf zur Novellierung des Urheberrechts vorgelegt, der bis 
heute nicht offiziell ver�ffentlicht worden ist. Darin geht es auch 
um die Rechte der Nutzer, die in Gefahr sind: Bisher hat der 
Gesetzgeber im Interesse einer Balance zwischen �ffentlichen und 
wirtschaftlichen Anspr�chen die Kontrollmacht der Gesetzgeber durch 
Ausnahmebestimmungen in Schranken gewiesen. Dazu geh�rt das Recht zum 
privaten Vervielf�ltigen, das in der analogen Welt jedem im 
begrenzten Umfang offen steht und zum festen Bestandteil des Alltags 
der Nutzer in der Informationsgesellschaft geworden ist. Im digitalen 
Raum soll dieses elementare Zugest�ndnis an die Interessen der 
Allgemeinheit nach den Pl�nen der Bundesregierung de facto 
ausgehebelt werden. Die Rechte der Verwertungs- und Medienindustrie 
will das Justizministerium aus Angst vor der Macht der Manager in 
Hollywood oder G�tersloh dagegen sanktionieren.  

Die Rechteinhaber sollen sich sogar der Durchsetzung der 
Verbraucherrechte ganz entziehen k�nnen, indem sie Werke auf 
vertraglicher Grundlage mit gesonderten Lizenzen zug�nglich machen. 
Auch bei Dateien, die on-Demand zum Abruf in digitalen Netzen 
bereitgehalten werden, sollen die Schrankenrechte der Nutzer nicht 
gelten. Damit w�rden alle Inhalte, die im Streaming-Verfahren 
angeboten werden, dem alleinigen Verwertungsrecht der Industrie ohne 
Ausnahmen unterstellt.  

Aber: Die demokratische Informationsgesellschaft braucht ein modernes 
Urheberrecht, das die Teilhabe aller am kulturellen Leben sowie die 
Informations- und Meinungsfreiheit garantiert.  

Wir fordern daher einen fairen Interessensausgleich beim Copyright! 
Die Privatkopie darf auch im Reich der Bits und Bytes nicht sterben!  

So will die Bundesregierung die Privatkopie und andere Nutzerrechte 
aushebeln:  

Wer sich heute ein Buch ausleiht oder ein paar Stellen daraus 
kopiert, muss daf�r nicht erst den Urheber oder den Verlag um 
Erlaubnis bitten. Wer im Radio ein Musikst�ck f�r den privaten 
Gebrauch auf Kassette mitschneidet, braucht daf�r keine gesonderte 
Genehmigung. Einen Ausgleich f�r die Kreativen und ihre Vermarktungs- 
und Vertriebsinstanzen schaffen die Geb�hren, mit denen der 
Gesetzgeber Leer-, Speicher- und Kopiermedien und daf�r ben�tigte 
Ger�te wie Kopierer oder Scanner belegt hat.  

Aber auch im digitalen Bereich, der immer mehr zur Basis der Wissens- 
und Mediengesellschaft wird und das Vervielf�ltigen theoretisch noch 
einfacher macht, wollen wir Nutzer weiter f�r unsere privaten Zwecke 
in beschr�nktem Ma�e Kopien erstellen. Kaufen wir etwa eine CD, so 
wollen wir auch eine zweite Scheibe f�rs Auto oder f�rs Schlafzimmer, 
ohne erneut f�r ein und dasselbe Gut zur Kasse gebeten zu werden.  

Der Gesetzesentwurf aus dem Justizministerium dehnt die Erlaubnis zum 
Vervielf�ltigen f�r den privaten Gebrauch zwar dem Wortlaut nach auf 
"beliebige Tr�ger" aus, also auch auf digitale Medienformate. Doch 
gleichzeitig stellt er Kopierschutzmechanismen, die sich heute 
bereits auf einem Gro�teil der auf den Markt kommenden Audio- oder 
Spiele-CDs befinden und nach dem Willen der Content-Industrien bald 
in alle digitalen Medien (-ger�te) Einzug halten sollen, unter den 
Schutz des Rechts. Wer zum privaten Gebrauch selbst Hand an die 
Kopierschutztechniken legt, laviert damit in einer juristischen 
Grauzone. Denn einen Anspruch zur Durchsetzung des Rechts auf die 
Privatkopie hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen.  

Die noch vor dem Herbst geplante Verabschiedung der 
Urheberrechtsnovelle in ihrer jetzigen Form w�rde zu einer absurden 
Situation f�hren: Es g�be zwar das Recht auf die Privatkopie -- es 
w�rde in den digitalen Medien allerdings leer laufen! Es w�re nicht 
durchsetzbar, da die Kopierschutzma�nahmen der Industrie durch das 
Gesetz unter rechtlichen Schutz gestellt werden.  

Aber:  

Die Erlaubnis zum privaten Kopieren darf in der Wissensgesellschaft 
nicht zahnlos werden! Die demokratische Informationsgesellschaft 
braucht ein modernes Urheberrecht, das die Teilhabe am kulturellen 
Leben sowie die Informations- und Meinungsfreiheit garantiert. Dazu 
muss es einen fairen Interessensausgleich beim Copyright geben.  

Wir fordern daher den Erhalt der Privatkopie auch im Reich der Bits 
und Bytes!  

� Copy = right  


  Materialien


Referentenentwurf f�r ein Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in 
der Informationsgesellschaft (PDF), 18. M�rz 2002  

EU Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des 
Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der 
Informationsgesellschaft (PDF), am 22. Mai 2001 in Kraft getreten  

Gesetz �ber Urheberrecht und verwandte Schutzrechte 
(Urheberrechtsgesetz) in der Fassung vom vom 8.5.1998  

WIPO Copyright Treaty The World Intellectual Property Organization 
Dezember 1996  

Der "Berliner Ansatz" zur Privatkopie Diskussionsvorschlag von Robert 
Gehring zum Referentenentwurf f�r ein Gesetz zur Regelung des 
Urheberrechts in der Informationsgesellschaft vom 18. M�rz 2002 (22. 
April 2002)  

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  Stand, 26.04.2002 

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