Hallo Liste,

http://www.heise.de/newsticker/data/jk-24.06.03-004/

---[schnipp]---

   Bu�geldbescheide wegen fehlender Website-Sperrungen in NRW
   [24.06.2003 14:23 ]

   Die Bezirksregierung D�sseldorf[1] sorgt wieder einmal unter den
   Providern in Nordrhein-Westfalen f�r Verunsicherung. Mehrere
   Internet-Zugangsanbieter erhielten eine Androhung eines Zwangsgeldes,
   weil sie sich nicht an die Sperrungsverf�gung der Bezirksregierung[2]
   hielten. Doch die amtlichen Schreiben beruhen auf einem technischen
   Missverst�ndnis auf Seiten der Aufsichtsbeh�rde und sind somit
   gegenstandslos.

   Die Bezirksregierung hatte bundesweit als erste Aufsichtsbeh�rde die
   Sperrung von Internet-Seiten mit rechtsextremistischem Inhalt verf�gt.
   Die nordrhein-westf�lische Aufsichtsbeh�rde f�r das Internet hatte 76
   Zugangsanbieter zur sofortigen Sperrung von zwei Neo-Nazi-Webseiten
   aus den USA aufgefordert. 16 Unternehmen haben dagegen geklagt.
   Diverse Gerichte[3] hatten in vorl�ufigen Entscheidungen die
   Sperrungsverf�gungen best�tigt, eines der Online-Wirtschaft Recht
   gegeben. Das Oberverwaltungsgericht M�nster hatte schlie�lich einen
   vorl�ufigen Rechtsschutz gegen die Sperrungsverf�gungen und damit
   einen Aufschub f�r ihre Durchf�hrung abgelehnt[4]; die Beschwerde
   gegen die deutsche Dependance von Telefonica hatte die
   Bezirksregierung dagegen aus formalen Gr�nden zur�ckgezogen[5].

   Wie der Provider-Verband Electronic Conference Forum (eco[6]) nun
   mitteilt, wurden bereits in der vergangenen Woche mehreren Providern
   Zwangsgelder in H�he von 2.000 Euro angedroht[7]. In den Bescheiden
   hei�t es, dass bei einer �berpr�fung der Server der Provider
   festgestellt worden sei, dass diese die geforderten Sperrungen nicht
   vorgenommen h�tten. Die Empf�nger staunten nicht schlecht -- denn sie
   hatten sich genau an die Sperrungsverf�gung gehalten. Die l�sst den
   Providern die freie Wahl, ob sie per DNS, IP-Blockade oder
   Proxy-Server den Abruf der betroffenen Seiten erschweren.

   Doch bei der �berpr�fung machte es sich die Aufsichtsbeh�rde
   offensichtlich viel zu einfach: Sie �berpr�fte nach Angaben des
   Verbandes lediglich die Umleitung �ber von au�en erreichbare
   DNS-Server. Wer eine andere Methode anwandte, fiel durch das Raster
   und bekam eine amtliche Zwangsgeldandrohung. Auch wer seine DNS-Server
   lediglich f�r seine Kunden konfiguriert hat, erschien so als
   vermeintlicher Blockadebrecher auf den Radarschirmen der
   Bezirksregierung.

   Regierungsdirektor J�rgen Sch�tte von der Bezirksregierung D�sseldorf
   gibt gegen�ber heise online die technische Panne zu: "Wir sind davon
   ausgegangen, dass mit der von uns angewandten Pr�fmethode s�mtliche
   von uns vorgeschlagenen Sperrmethoden erfasst werden. Es hat sich aber
   herausgestellt, dass mit der speziellen Pr�fung nur die DNS-Sperrung
   erfasst wird." Die Beh�rde hat den Fehler erst erkannt, als ein
   Provider sich beschwerte. Weitere �berpr�fungen seien jetzt notwendig,
   um festzustellen, ob andere Methoden angewandt werden, erkl�rte
   Sch�tte. Falls dies der Fall ist, sind die amtlichen Bescheide
   gegenstandslos.

   Eine verl�ssliche Pr�fung der Internet-Sperren von au�en ist technisch
   schwerlich durchf�hrbar. Um verl�ssliche Angaben zu bekommen, m�sste
   die Bezirksregierung Kunde jedes einzelnen Providers in
   Nordrhein-Westfalen werden. Doch nicht jeder Internet-Dienstleister
   bietet Zug�nge f�r die Allgemeinheit an. Das Pr�fungsverfahren d�rfte
   sich somit in die L�nge ziehen. (Torsten Kleinz) / (jk[8]/c't)

   URL dieses Artikels:
     http://www.heise.de/newsticker/data/jk-24.06.03-004/

   Links in diesem Artikel:
     [1] http://www.brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/
     [2] http://www.heise.de/newsticker/data/tol-15.06.03-004/
     [3] 
http://www.brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/themen/Sicherheit_und_Ordnung/Medienmissbrauch/Gerichtliche_Entscheidungen_zu_den_Sperrverf__gungen_bzgl_rechtsextremistischer_Internet___Inhalte1.php
     [4] http://www.heise.de/newsticker/data/jk-19.03.03-002/
     [5] http://www.heise.de/newsticker/data/jk-07.04.03-005/
     [6] http://www.eco.de
     [7] http://www.eco.de/servlet/PB/menu/1211662_l1/index.html
     [8] mailto:[EMAIL PROTECTED]

---[schnapp]---

Tschuess, Tim.

-- 
>Gibt es Tiere, die nicht hoeren koennen?
Ja, die Tauben. [Dieter Bruegmann in dag]

Antwort per Email an