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24.07.2004 07:27
Zypries: "Das Urheberrecht kennt kein Recht auf Privatkopie"

Digital-Rights-Managementsysteme sollen gef�rdert werden, d�rfen aber
den Datenschutz nicht aush�hlen, erkl�rte Bundesjustizministerin
Brigitte Zypries im Interview mit c't. Neben der Novellierung des
Urheberrechts standen vor allem die gegens�tzlichen Standpunkte von
USA und EU zu Softwarepatenten im Brennpunkt des Interviews in der
aktuellen c't-Ausgabe 16/04[1].  

Zum Thema Digital Rights Management (DRM) hat Brigitte Zypries im c't-
Interview eine klare Aussage gemacht: "Wenn DRM-Systeme der
Rechteinhaber alternativlos in die Speicherung und Auswertung von
Kundeninformationen f�hren, wird der Gesetzgeber dar�ber nachdenken
m�ssen, ob dies zu verbieten ist." Vor dem Hintergrund einer sich
rasant ver�ndernden Technik sieht sie derzeit aber noch keinen
Handlungsbedarf des Gesetzgebers. Die zweite Urheberrechtsnovelle
sieht vor, dass individuelle Lizenzierungsverfahren und
Pauschalverg�tung nebeneinander bestehen sollen. Zur Frage, wie der
Umgang mit Privatkopien etwa von Musik-CDs gestaltet werden soll,
meinte Zypries: "Klar ist bereits jetzt: Wir werden nicht zu einem
Verbot der Privatkopie kommen." Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass
es kein ausdr�ckliches Recht auf Privatkopien gibt.  

Der Streit um Software-Patente sorgt schon einmal daf�r, dass eine
Veranstaltung der Bundesregierung zu diesem Thema unter Polizeischutz
gestellt wird. Besonders kleine Softwareschmieden f�rchten ausufernde
Patenterteilungen auf den Quellcode f�r Computer-Programme, auch die
Open-Source-Gemeinde l�uft dagegen Sturm. Im c't-Interview hat
Brigitte Zypries deutlich gemacht, "dass Computerprogramme als solche
wie auch Quellcodes nicht patentiert werden k�nnen". Rechtskonflikte
mit den USA sind damit vorprogrammiert, denn dort gibt es solche
Beschr�nkungen f�r die Erteilung eines Patentes nicht.  

Die Auseinandersetzung dreht sich jedoch weiterhin um vermeintliche
Details, die gro�e Auswirkungen haben: In der EU geht die Diskussion
um eine Patentbeschr�nkung eng einher mit dem Begriff "Technizit�t".
Parlament und Rat ringen um eine genaue Definition, wobei die
Einzelheiten der juristischen Formulierungen Gegner und Bef�rworter
verschiedener M�glichkeiten auf den Plan rufen. Ministerialdirektor
Dr. Elmar Hucko, Leiter der Abteilung Handels- und Wirtschaftsrecht im
Justizministerium, versucht im c't-Interview die Gem�ter zu
bes�nftigen: "Trivialpatente gilt es unbedingt zu verhindern -- sie
desavouieren das ganze System." Mit der Haltung der Bundesregierung
zum bisherigen EU-Ratsbeschluss zur Richtlinie �ber
computerimplementierte Erfindungen sehen Kritiker der Softwarepatente
dies aber keineswegs gew�hrleistet.  

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