Andre Schnabel schrieb:
> Der Fehler ist seit mitte Dezember bekannt und tritt auf unserer
> zweit-wichtigsten Plattform in nicht wirklich abwegigen Situationen auf.
Richtig, er ist aber erst gestern Abend "eskaliert" worden.
Impresskundige hatten ihn zuvor wohl nicht als Stopper erkannt.
>
> Allein schon den Gedanken, so einen Fehler in einer *feigegebenen* Version
> ungefixed zu lassen, kan nich nicht nach außen vertreten, geschweige denn
> "verteidigen".
Das ist keine einfache Entscheidung. Da gibt es viele Gesichtspunkte.
Niemand kann sagen, da gebe es nur eine "richtige" Lösung.
> Und das Argument, dass man besser auf ein x.y.1 Version warten soll ...
> der Ausdruck kommt zwar eher im Heise-Forum, aber ich frage hier ganz
> ehrlich: bauen wir Frickelsoftware?
>
Nein OpenOffice.org ist keine "Frickelsoftware". Die Probleme einer
Release-Politik und einer Entwicklungsstrategie sind auch schon
andernorts breit diskutiert worden (z.B. Bugfixing v. neue Features
etc.). Du hast da wichtige Beiträge geleistet.
Wir müssen aber bedenken, dass OpenOffice.org von sehr unterschiedlichen
Gruppen eingesetzt wird.
Um einmal ein Beispiel aus einem anderen Bereich zu nehmen:
Viele leute sind begeisterte Sidux-User. Die meisten wissen
(hoffentlich) um die damit verbundenen Risiken und nehmen sie in Kauf.
In Unternehmen bevorzugen viele das Stable-Release von Debian. Ähnliches
gilt wohl für Fedora und RedHat/CentOS.
Warum soll ein Nutzer nicht sagen, ich nehme von OpenOffice.org die
x.y.0, obwohl mich die Erfahrung gelehrt hat, dass bis zur darauf
folgenden x.y.1er Version auch ärgerliche Bugs gefunden und behoben
werden. Ich bin bereit, den Konsequenzen, die sich daraus ergeben,
Rechnung zu tragen. Andere sind sogar bereit, bei der alltäglichen
Arbeit beta-Versionen einzusetzen, weil sie wollen, dass OpenOffice.org
in einer realistischen Umgebung getestet wird.
Warum soll da ein Unternehmen nicht sagen, wir nehmen "erst" die x.y.1,
weil wir eine höhere Stabilität wollen? Manche behalten ihre "alte"
OpenOffice.org-Version sogar so lange, bis sie sich erhebliche Vorteile
von einem neuen Feature versprechen oder ein Bug sie hinreichend nervt
("never change a running system").
Und warum sollen wir den unterschiedlichen Wünschen und Anforderungen
nicht Rechnung tragen, wenn wir die Menschen beraten?
Wichtig ist in meinen Augen nur, dass wir "mit offenen Karten spielen"
und keine falschen Erwartungen wecken.
Ich bin kein "Marketing-Mensch", aber ich kann mir vorstellen, dass eine
dosierte Kommunikation von Schwierigkeiten und Problemen durchaus
vertrauensbildend wirken kann.
Gruß
Michael
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