Hallo Thomas,
Hallo Allerseits,

ich habe mir lange ueberlegt, ob ich auf diese Mail antworten soll, da
von verschiedener Seite die Bitte zugetragen wurde, eben nicht um
Personen, sondern um Sachlagen zu diskutieren, oder ueberhaupt nicht
mehr zu diskutieren, sondern zur Arbeit zurueckzukehren.

Waehrend wir als Projekt sicherlich nicht ohne Arbeit fuer das Projekt
existieren koennen, ist es manchmal ebenso wichtig nicht nur zu
arbeiten, sondern innezuhalten und sich zu ueberlegen, warum man arbeitet.

Wie sich herausstellt, koennten die Antworten auf 'Warum?' sehr
unterschiedlich sein. Der eine arbeitet, weil er an die Zukunft von
freier Software glaubt, der andere, weil er der Firma aus Redmond eins
auswischen will, der naechste, weil er Mittwoch Abend noch nichts vor
hatte, dieser, weil er sein Geld damit verdient, und jener, weil es sich
auf dem Lebenslauf gut macht.

Und wie es sich herausstellt ist das 'warum?' recht unerheblich. Es gibt
so viele Gruende wie Mitarbeiter. Jemand anderem die Mitarbeit
abzusprechen, weil er aus den 'falschen Gruenden' mitarbeitet, ist nicht
moeglich.

Auch die Frage nach dem 'Wozu?', nach dem Ziel, fuehrt nicht
notwendigerweise weiter. Natuerlich kennen wir alle das Ziel, es steht
auf der Homepage, gleich oben auf, aber der Weg dorthin ist nicht so
deutlich ausgelegt: Unternehmen gewinnen, Schulen anschreiben,
Qualitaetsmanagement verbessern, bessere Dokumentationen, mehr
Mitarbeiter, etc., etc.. Selbst wenn wir uns einigen koennten, was
richtig ist, waeren wir ueberfordert zu entscheiden, was wichtiger ist.

Was dann, wenn nicht 'Warum' und 'Wozu'? Fuer mich ist es das 'Wie?',
das die Arbeit in der Community ausmacht. Ich denke wir sollten ab und
zu innehalten und nach dem 'Wie?' fragen.

Wie arbeitet man, also? Friedlich? In Eintracht? Ohne Streit? Nein,
darum geht es wieder nicht, die Community ist keine
Friede-Freude-Eierkuchen Gemeinschaft. Wo Streit ist, da ist eine
Entscheidung den Beteiligten eben auch mal wichtig genug, um darum zu
kaempfen und nicht einfach, 'ach, ist mir egal' zu murmeln.

Wie arbeitet man, also? /Open/. Offen. Das bedeutet, die Fruechte meiner
meiner Arbeit stehen anderen zur Verfuegung, diese Ergebnisse erstens zu
nutzen und zweitens darauf aufbauend weitere Arbeit zu leisten, um mehr
Fruechte einzubringen.

Alles andere ist es nicht wert, dort hinein zu investieren. Selbst wenn
jemand jetzt die tollste Dokumentation zu OOo2.0 zum Download anbietet,
wuerde ich ihm kein 'Danke' entgegenbringen, wenn sie nicht mit einer
Offenen Lizenz kommt, weil ich weiss, dass die schoene Arbeit
spaetestens mit der 2.1 uninteressant ist, wenn sie nicht mit dem
Projekt zusammen entwickelt werden kann.

Was fuer Dokumentationen gilt, gilt fuer andere Bereiche genauso. Und in
diesem Zusammenhang, Thomas, ...

Thomas Keup wrote:
> 1. Ihr k�mmert Euch um Euren Pressekram im Projekt allein. Wollen mal
> schauen, wie lange ihr braucht, um eine PM zu distributieren...
> 2. Ich stehe dem Verein f�r seine Pressearbeit weiterhin zu 100% zur
> Verf�gung - ohne wenn und aber!

... wie soll ich diese Aussagen verstehen?
Bedeutet dies, dass die Arbeit, die du als Vereinspressesprecher
leistest, und die Texte, die du erstellst, der Community nicht mehr zur
Verfuegung stehen?

[...]

> Viel Spass noch im Kindergarten!

Wenn dem so ist, dann kann ich diesen Satz lediglich als Abschied aus
der Community begreifen und dir viel Spass im Verein wuenschen.

Aber: ich bin nicht im Verein.


PS:
> 3. Es ist mir egal, wer wo einen Presseverteiler "hostet". Nur Eines dazu:
> Wenn einer allein drauf sitzt, gibt's immer �rger. Und im Moment spielt
> m. E. nach Rolf hier ein Machtspiel - zusammen mit Hermann. Punkt.

Ja, du hast doppelt recht. Ja, es ist nach meiner Ansicht ein
Machtspiel, auch wenn ich nicht beurteilen will, welchen Beitrag Hermann
dazu leistet, und ich Rolf nichts vorwerfen will. Und ja, es gibt
Aerger, wenn einer darauf sitzt. Die einzige Loesung ist, auch hier
offen zu arbeiten, wie auch immer das praktisch in der Pressearbeit zu
machen ist. Ich haette da Ideen, aber sicherlich haettest du bessere.

Gruss,
-- 
                          Michael Thomas Kirchner


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