Hallo Andreas,

Andreas Bartel schrieb:
> ich muss zugeben, dass ich mich mit der Frage der Guidelines,
> die Du ansprichst bisher nicht befasst habe. Ich muss mich ja
> nicht überall einmischen ;-).

Das ist auch garnicht schlimm, denn DEine Mail diente mir nur als
'Aufhänger', ich kenne Dich und Deine Beteiligung ansonsten garnicht und
weise natürlich nicht Dir die Schuld für die Dinge zu die ich benannte.

> Entsprechende Richtlinien sind wohl schon in Arbeit und seien
> auch fast fertig.

Das höre ich jetzt seit Monaten.

Und das hörte ich leider unter Sun seit Jahren. Damals war der einzige
Unterschied das Teile der Leute die jetzt die TDF begründet haben Sun
beim 'Nichtaktivsein in dieser Frage' den Rücken stärkten im Sinne das
ja alles in Ordnung wäre obwohl es das eigentlich auch damals nie war.
(Damals war Sun lediglich wohlmeinender Patriarch und hat darauf
verzichtet rechtliche Schritte gegen die zu unternehmen die Markenrechte
'einfach so' nutzten, verlässlichliche Lösungen gab es hingegen auch
damals nicht.)

Es gibt (und gab) einen Rechteinhaber und nur der kann entscheiden, der
MUSS sich nun aber, nach Lage der Dinge, auch endlich klar äußern.


Wohlgemerkt:
_ich_ werfe Oracle (oder Sun) _nicht_ vor Rechtinhaber zu sein (so wie
es manche tun mögen im Sinne das es 'unmoralisch' sei das hier ein
Unternehmen Rechte hält), ich sehe auch, im Zweifel, nicht die
Notwendigkeit das Oracle auch nur einen Cent in OOo investiert (obwohl
ich mir natürlich wünschen würde das Oracle sich hier ähnlich engagiert
wie bisher Sun), aber Eines ist nicht hinnehmbar und letztlich auch
schädlich für Oracle selbst:
einerseits zu sagen man wolle sich weiter für OpenOffice.org engagieren
und gleichzeitig bestimmte praktische Notwendigkeiten dafür seit Monaten
zu ignorieren.

(beachte bitte das "bestimmte", denn es geht hier nicht um generelle
Aufrechnung, denn niemand kann oder wird z.B. bestreiten das Oracle wohl
schon derzeitig einige Millionen in Gehälter für Personen und
Infrastruktur investiert hat die direkt oder indirekt OOo zugute kommen.
Es führt jedoch nichts an der Erkenntnis vorbei das auch ein 100.000 €
Sportwagen praktisch nichts wert ist wenn an entscheidender Stelle für 1
€ ein Stück Kabel fehlt.)

> Das ist zumindest mein persönlicher Stand
> der Dinge. Dass so was lange dauert, das kann wohl niemand
> toll findet, ist aber leider nicht zu ändern bei einer
> Unternehmensgröße wie Oracle diese hat.

Oh doch, das wäre sehr schnell zu ändern. Hier geht es inzwischen
nämlich nicht um eine Frage die analysiert und bewertet werden müßte um
dann zu entscheiden, sondern viel eher um eine Frage die von einem
Verantwortlichen einfach einmal entschieden werden muß.

Eigentlich geht es hier (aus Sicht von Oracle) nur um Bagatellen, denn
man hat sich ja bereits entschieden das kommerzielle Produkt "Oracle
Open Office" zu nennen, sofern fällt also die Überlegung weg das man
"OpenOffice.org" dafür benutzen will, für die OpenOffice.org-Community
(zu der Oracle dazugehört) geht es hingegen um eine praktisch sehr
wichtige Frage, denn im Moment sind selbst diejenigen zur Untätigkeit
verdammt, die sonst vielleicht aktiv sein würden.


Und da ich gerade gut 'in Fahrt' bin und wir hier auf einer Mailingliste
sind, nun mal 2 Sätze Klartext:

Ich persönlich bin vollkommen einverstanden wenn Oracle (wie jedes
andere Unternehmen) seine Rechte so nutzt wie es das möchte,
insbesondere so das möglichst viel Gewinn entsteht. Ich bin also
keineswegs der Meinung das es irgendeine moralische Verpflichtung für
Oracle gäbe Markenrechte an 'die Community' zur Nutzung zu übertragen,
ein klares "Nein" fände ich also auch OK (einzig wüßte _ich_ dann nicht
wie dann das OOo-Projekt praktisch als Community-Projekt weiterführbar
wäre).

Eines jedoch geht garnicht, über Monate sich an einer Frage aufzuhalten,
die inzwischen _nach augenscheinlicher Lage der Dinge_ eigentlich nur
eines kurzen Nickens eines relevant Verantwortlichen bedürfte.
Wenn nun trotzdem anscheinend Legionen von 'Unterverantwortlichen' seit
Monaten beschäftigt sind zu entscheiden wie in dieser Frage zu
entscheiden sei, wäre den eigentlichen Verantwortlichen nur zu raten
diese Leute rauszuwerfen, denn sie sind ganz offensichtlich unfähig
Entscheidungen zu treffen *die vakant sind und getroffen werden müssen*,
denn inzwischen ist durch das Verschleppen von Entscheidungen konkreter
Schaden entstanden.

(Und Verzeihung, nur ich rede hier Klartext und bei der enstandenen
Situation geht es vergleichsweise NICHT darum das ich ein Lokal habe und
die Lebensmittelkontrolle mich mehrfach darauf hingewiesen hat das ich
einen Kühlschrank kaufen müsse um leichtverderbliche Lebensmittel zu
lagern, dem ich deshalb nicht nachkommen kann weil ich momentan kein
Geld für den Kühlschrank habe, SONDERN es geht darum das ich den
Kühlschrank längst habe und die Lebensmittelkontrolle lediglich zum
x-ten Male bemängelt das ich den nur einfach mal saubermachen müßte um
den Vorschriften gerecht zu werden.)

> Da ich auch erst seit Juni CC Mitglied bin, kann ich auch
> nicht auf anhieb sagen, was als Ersatz dienen kann. Ich kann
> aber ein paar Fragen stellen, bei der richtigen Leuten, und
> wir werden sehen was herauskommt.

Also, wie gesagt, Dir persönlich mache ich keinerlei Vorwurf, Deine Mail
war für mich nur 'Aufhänger', es hätte also auch die Mail eines anderen
treffen können ;-)


Aber ich will Dir (Andreas) noch ein Beispiel geben, um welcherart
Probleme es hier geht, welches Du als mutmaßlicher Entwickler (ich weiß
nicht was Du konkret machst) vielleicht besser verstehen kannst als
meine obigen Aussagen:

Ich habe mir vor einiger Zeit Windows7 installiert (war einfach Zeit mal
wieder mein BS zu upgraden, da ich bisher W2k nutzte) und stieß dabei
eher zufällig auf die (neue) Möglichkeit von sog. 'Minianwendungen'. Da
ich auch programmieren kann, erschloss sich mir schnell wie man solche
Minianwendungen 'programmiert' und ich kam auf den Gedanken das es doch
nett sein könnte auf diese technische Art ein 'OOo-Startcenter' zu
implementieren, allein schon deshalb weil das viele der Nutzer die auf
'klicki-bunti' stehen als nett empfinden würden.
Das macht nun aber irgendwie nur Sinn wenn ich dort auch das Logo,
Icons, Schriftzüge von OOo verwenden kann, also Dinge für die Oracle das
Markenrecht hält.

Dieses Beispiel ist winzig, ist so winzig das es nicht im Fokus von
Oracle sein kann, aber der Summe dessen (nämlich das es von tausenden
Leuten tausende ähnliche Überlegungen gibt) sollte sich Oracle bewußt
sein, denn das ist ein Teil dessen was Community-Arbeit ausmacht.

Und für meine Person, und diesen Standpunkt mögen einige teilen und
andere mögen ihm entschieden widersprechen, bestehen auch keinerlei
'Befindlichkeiten' gegenüber einem Unternehmen wie Oracle. Wenn Oracle
meinen würde man wolle zwar die Nutzung von "OpenOffice.org" freigeben,
wolle aber z.B. das dieser Name nur dann verwendet wird wenn immer das
"Oracle"-Logo daneben steht, hätte ich damit kein Problem.
(Nö es wäre nicht meine bevorzugte Lösung, aber es wäre quasi ein
'Interessensausgleich' den ich aktzeptieren kann. Das Problem in der
Frage der Markenrechte ist ja auch nicht das Oracle unaktzeptable
Forderungen gestellt hätte, sondern das Problem ist derzeitig nur das
man sich einfach nicht äußert.)




Gruß
Jörg


P.S.
Obige Aussagen beziehen sich nur auf das von mir aufgeworfene Beispiel
der Markenrechte - sie wären weitergehend auch auf einige andere Dinge
beziehbar, aber das war hier nicht mein Thema.


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