Am Donnerstag, den 20.08.2009, 07:21 +0200 schrieb Pascal Hauck:
> Am Donnerstag, 20. August 2009 04:13:30 schrieb Peter Eberhard:
> > Deswegen liegt ℓ über l
> 
> Hier wird aber ein seltener Buchstabe an einen geknüpft, dessen Position 
> bekannt ist – nach diesem Prinzip funktionieren die Ebene 5 (α bei a) und die 
> Ebene 6 (ℝ bei R). Bei den toten Zeichen ist es nicht möglich, ein 
> unbekanntes Zeichen an ein bekanntes zu knüpfen – eine innere logik zwischen 
> mehreren unbekannten Zeichen ist wenig hilfreich.

Da würde ich widersprechen. Den meisten dürften wenigstens die Zeichen
auf der ersten Ebene ˆ`´ bekannt sein, schon, weil sie auf Qwertz
vorkommen und auch im Deutschen ab und zu bei französisch-importierten
Wendungen prominent auftauchen (»à la …«, »Déjà-vu«, »Tête-à-tête«).
Deswegen finde ich es z.B. schon wichtig, dass das unbekanntere ˇ auf
der gleichen Taste wie ˆ liegt, denn die meisten werden da Ähnlichkeiten
sehen. Ich jedenfalls fände es andernfalls seltsam. Und in Ermangelung
anderer Kriterien…

> Die Markbarkeit kann als ein Kriterium herangezogen werden, jedoch ist 
> auffällig, dass es im Wiki häufig als der Kernpunkt verstanden wird – diese 
> Auffassung sollte überdacht werden.

Nun, da hast du wahrscheinlich Recht. Allerdings sehe ich nicht so
richtig, welchen Kriterium an seine Stelle rücken sollte. Das mit den
Ebenen↔Ländern wird ja im Wesentlichen schon gemacht, bei den ersten
drei Ebenen, wo es sinnvoll ist.

> > Bei den allermeisten Sprachen ist das [Anm: die Zusammenfassung der toten 
> Zeichen auf eine Ebene] völlig unmöglich.
> 
> Ein Versuch, Sprachen nach ihrer Relevanz für deutsche Schreiber 
> einzuschätzen, kann hilfreich sein – das Französische liegt nicht zu unrecht 
> auf Ebene 1. Mit abnehmender Relevanz wird hingenommen, dass zwischen Ebenen 
> gesprungen werden muss.

Das erklärt die ersten zwei Ebenen (romanische Sprachen) und bekräftigt
den Tausch ↻ ↔ ¨. Bei der dritten könte man auch argumentieren, die
nordischen Sprachen seien nicht so wichtig wie die Slawen (weniger
Sprecher). Eine Optimierung auf Polnisch z.B. würde dann z.B. den Punkt
auf die dritte und den Ring auf die vierte Ebene legen. Was die
nordischen Sprachen dann auf zwei Ebenen verteilen würde. Tschechisch
käme auch mit einer Ebene weniger aus.
Die Merkbarkeit wäre aber stark beeinträchtigt – der dritten Ebene das
Thema „Polnisch“ zuzuordnen hilft nix, weil kaum jemand weiß, dass Polen
ein ż hat. Während man / und ° noch am ehesten mit dem Norden verbindet,
denke ich. Å und ø sind doch recht bekannt (jedenfalls mehr als ů und
ł).
Und so kann man sich halt kräftig streiten, welche Sprachen nun wichtig
sind. Nach den unstrittigen romanischen streiten da mindestens Dänisch,
Schwedisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch und Türkisch um die Plätze.
Alle mit ihren eigenen Diakritika. Schwierig, sich da zu entscheiden –
jeder hat da eigene Präferenzen. Und wie man einschätzen soll, welche
dieser Fremdsprachen Deutsche (und Österreicher) am häufigsten
schreiben, weiß ich nicht.

Da nehme ich doch lieber die Merkbarkeit als unabhängigeres Kriterium.
Darauf geachtet, dass die wichtigsten Zeichen auf den ersten vier Ebenen
liegen, haben wir ja sowieso – das war mein ursprünglicher Anstoß, die
toten Tasten nochmal zu überdenken, denn der Doppelgravis hatte da
nichts zu suchen.

Bei meinem persönlichen Neo habe ich dein Kriterium auch angewandt und ˇ
auf der dritten Ebene, gemeinsam mit ° für Tschechisch. Weil ich das
eben ab und zu schreibe. Das verbannt aber ↻ auf Ebene 6, und da
beschwert sich Alex :-).

Also, äh, seeehr lange Rede, kurzer Sinn: Deine Anregung ändert nicht so
viel an der letztlichen Belegung.

> > Ich denke, der Mathematik ist da, ebenso wie den slawischen und
> > baltischen Sprachen, schwer zu helfen.
> 
> Schade, aber verständlich.

Man könnte schon was machen und Punkt und Makron auf Ebene 6 lassen (wie
beim Status quo oder Alex’ Variante I mit einem zusätzlichen Tausch
˘↔¯). Aber letztlich würde es nicht viel bringen, denn Kombinationen mit
Mathe-Zeichen auf der Ebene 6 gibt es kaum, und die Merkbarkeit bringt
es ebenfalls nicht voran – wer assoziiert schon ˙ und ¯ mit Mathe (und
dann noch mit der entsprechenden Ebene)? Mathematiker und Physiker, ja,
aber gegenüber denen, die Fremdsprachen schreiben, sind die ja
hoffentlich in der Minderheit. 
Finde ich nicht sinnvoll, das Kriterium. Aber ich ergänze es mal im Wiki
bei den Vorteilen von Alex’ Vorschlägen.

> > Den Überstrich (NICHT Makron, sondern U+0305 COMBINING OVERLINE) gibt es
> > noch gar nicht
> 
> Ich halte den Makron selbst für die Mathematik für ausreichend – ob nun 
> ȳ oder y̅  ist für einfache Texte (z.B. Emails oder im Chat) egal. Für die 
> vereinfachte LaTeX-Eingabe wird es sicherlich eine Möglichkeit geben, auch 
> den Combining Makron in ein \overline zu übersetzen.
> Die Aufnahme eines weiteren Striches erscheint überfrachtend.

OK, das stimmt wohl. Ich hab auch nicht ernsthaft gefordert ihn
aufzunehmen. Man braucht schon bessere Gründe, um den Zahlenblock-Freeze
nochmal aufzuheben.

Gruß, Peter

(Warum schreibe ich immer so viel? Naja, da übe ich wenigstens Neo…)


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