Am Sun, 18 Oct 2009 13:33:01 +0200 schrieb Florian Janßen <[email protected]>:
> > Da in Europa viele verschiedene Tastaturbelegungen üblich sind, ist > > der Absatz von in Massen gefertigten Qualitätstastaturen pro > > landesüblicher Tastaturbelegung sicherlich erheblich geringer als > > bei qwerty-Belegung. > > Beispiel? Der Tastatur ist es doch egal was auf die Tasten gedruckt > wird und es ist auch kein Mehraufwand in der Fertigung. Wer vermag Hersteller zu nennen, die Tastaturen mit Cherry-MX-Tastenmodulen mit braunem Tastenstößel in ihrer Produktpalette zu einem vertretbaren Preis (inkl. Versandkosten) in Deutschland bzw. Europa (inkl. Versandkosten) anbieten? Bei der dazu erforderlichen Recherche stößt man auf ein großes Forum von teils sehr kompetenten Tastaturbegeisterten aus dem englischsprachigen Raum, in dem mehrere Distributoren - die sowohl Kontakt zu den Herstellern haben als auch den Markt kennen -, die aktuelle Situtation in Europa unabhängig voneinander beschrieben haben. Den Konsenz habe ich wiedergegeben. Die Mühe, all die Beiträge wiederzufinden, erspare ich mir. Meine Anfrage bei Cherry blieb unbeantwortet, ob sie in Deutschland erhältliche Tastaturen nennen können, in denen die MX-Tastenmodule mit braunem Tastenstößel verbaut sind. > > Für die Hardwareentwicklung darf > > uninteressant sein, wie die Tastatur später belegt wird. > Nein. Es ist sogar sehr entscheidend was für eine Belegung erfolgen > soll. Ich halte es für den falschen Weg, sich bei der Hardwareentwicklung einer Tastatur an Vorstellungen über die spätere Belegung zu binden. Für die Hardware ist es besser, wenn jede für den jeweiligen Finger bzw. Daumen vorgesehene Taste vertretbar gut erreichbar ist. Konsequenterweise sollte auf zusätzliche Tasten verzichtetet werden, welche sinnvolle Erreichbarkeitskriterien nicht erfüllen (von einer Zehnfingergrundstellung ausgehend). Eine solche Tastatur böte den größtmöglichen Freiheitsrahmen für die anschließende Belegung der Tasten für ein Zehnfingersystem, um den man sich a priori beraubte, wenn schon bei der Entwicklung der Hardware bestimmte Tasten für bestimmte Funktionen festgelegt würden. > Es gibt keine „Hardware für sich“. Beispielsweise kann ein Griff kann > absolut ergonomisch ausgelegt sein und ist doch völlig ungeeignet an > einem Tennisschläger sein, da er dummerweise als Joystickgriff > ausgelegt wurde. Der Vergleich hinkt, denn es war nicht von den Tastenkappen die Rede. Eine Tastatur für ein beliebiges Zehnfingersystem könnte auf ihrem Gebiet angenähert "für sich ergonomisch" sein, wenn sie keine anderen Tasten hat, als die für den jeweiligen Finger bzw. Daumen vorgesehenen vertretbar gut erreichbaren Tasten. Das Gebiet läßt sich aus Preisgründen unterteilen in eine als Flachbrett ausgelegte Tastatur, eine räumlich gestaltete und eine dazwischen angesiedelte, die günstiger zu fertigen wäre als eine räumliche. Eine symmetrische Tasteneinteilung auf einer Flachbretttastatur in Deltaform könnte auf den ersten Blick zur preisgünstigsten Lösung führen. > So kann es ergonomische QWERTZ/QWERTY/Tastaturen geben, die für Neo 2 > jedoch nicht ausgelegt sind. Neo2 ist nicht für ergonomische Hardware konzipiert, sondern für Standardtastaturen. Es gibt Neolinge, die eine ergonomische qwert_-Tastatur zu Neo2 umbelegt haben, d. h. auf eine gegebene ergonomische Hardware übertragen. Bei (bisweilen leider nur angeblich) ergonomischen qwert_-Tastaturen wurde die Hardware um eine gegebene Belegung herum entwickelt. Beides ist möglich, beides wird seine Vor- und Nachteile haben. Da die Tastaturbelegung Neo stetig weiterentwickelt wird, dürfte der Vorteil überwiegen, eine Tastatur mit (für den jeweiligen Finger bzw. Daumen vorgesehenen) ausschließlich gut vertretbar erreichbaren Tasten zu haben, bei der beliebige Tastenfunktionen sich nachträglich an andere Stelle setzen lassen, ohne dass die Erreichbarkeit darunter leidet. Das wäre Hardwaresache des Tastaturcontrollers. Umgekehrt, wenn hardwareseitig festgelegt ist, dass bestimmte Tasten nur mit einer bestimmten Funktion belegt sein dürfen, dann werden im Laufe der späteren Entwicklung der Tastenbelegung sicherlich unerwartete Probleme auftreten, die - wenn überhaupt - nur mit unliebsamen Kompromissen lösbar wären. Wo billigste Tastaturcontroller nicht alle Tasten frei programmierbar sein lassen, könnte sich mit Minischaltern auf der Unterseite auswählen lassen, welche Tasten die für bestimmte Funktionen fest verdrahteten sein sollen, wofür die Daumentasten und bestimmte Kleinfinger- bzw. Zeigefingertasten in Frage kommen. > > Der Standardabstand von Taste zu Taste ist mit 19 mm schlichtweg zu > > groß. > Warum? Der Abstand von Fingermitte zu Fingermitte von Zeigefinger über > Mittelfinger zu Ringfinger sind *bei mir* 21mm - 19mm. Anthropometrische Maße der Finger ab Seite 50: http://www.baua.de/nn_28502/de/Publikationen/Forschungsberichte/2004/Fb1023,xv=vt.pdf An welcher Stelle der Finger wurde der Abstand von Fingermitte zu Fingermitte gemessen? Weder die in der Anthropometrie üblichen Maße "Fingerbreite körpernah" noch "Fingerbreite körperfern" sind für die Ermittlung des Tastenabstandes der Grundposition für eine ebene Tastatur geeignet, da die Finger - nach den Maßen - unterschiedlich lang sind und sich verjüngen. Für eine räumliche Auslegung der Tastenabstände der Grundposition, könnte die "Fingerbreite körperfern" herangezogen werden, aber nicht so für eine ebene Auslegung, bei der die Fingerspitzen tatsächlich näher aneinander sind (einfach ausprobieren) - an der Stelle lassen uns die Anthoprosophen im Stich ;) . > > Kompakt-Tastaturen, deren Tastenabstand 17,65 mm beträgt, lassen > > sich besser bedienen. > Warum? Weil die zurückzulegenden Wege geringer sind und die Erreichbarkeit ferner Tasten höher ist. Bei flachen Tastaturen ist der Abstand der Fingerspitzen in Grundposition geringer als die Maße "Fingerbreite körperfern" herleiten lassen. Mit 17,65 mm Tastenabstand bieten Kompakttastaturen einen gelungenen Kompromiss aus technischer Machbarkeit und leichterer Bedienbarkeit. > > Dumme Frage: Wo ein kleiner Finger mehr als zwei Tasten von seiner > > Grundposition entfernt eine Taste findet, kann da eine Tastatur als > > ergonomisch gelten? > Klar, wenn die Tasten in 2. Reihe ensprechend größer und damit > leichter zu treffen werden. Vielleicht ein Missverständnis: "mehr als zwei Tasten", wäre das die dritte Reihe? Beispielsweise der Abstand von der Grundreihe zu den Funktionstasten "F1" bis "F12" oder von der Grundpostition des rechten kleinen Fingers bis zur Eingabetaste bzw. Löschtaste bzw. Strg-Taste. Selbst die größte Taste kann ergonomischen Gesichtspunkten nicht gerecht werden, wenn sie zu weit von der Grundposition des jeweiligen Fingers entfernt liegt, selbst wenn deren Erreichbarkeit durch letztendlich ungesundes Fingerspreizen erlernbar ist. > Die Tasten vom Daumen sollen weiter innen > (Körpermitte) als die des Zeigefingers liegen. > Die untere Zeile mit den Daumen zu bedienen ist für mich nicht > sinnvoll. Für die Daumen halte ich es ebenfalls für nicht optimal, eine ganze Tastenreihe zuzuteilen. Wenn zwischen den Zeigefingern mehr Zwischentasten sind, dann sollte im Bereich der Daumen mehr Platz für leicht erreichbare Tasten sein. Das Abwinkeln der Tastaturhälften für linke und rechte Hand, wie bei Deltaform-Tastaturen (2x12,5°=25° soll gut sein) schafft ebenfalls Platz für Daumen-Tasten. > Vielleicht fehlt auch nur Übung, aber mehr als 2-3 Tasten pro Daumen > halte ich im Moment nicht für sinnvoll. Irgendwo habe ich Berichte von arensito-Nutzern gelesen, demzufolge die Einbeziehung des Daumens tatsächlich Übungssache ist. Ich denke, daran wird man sich gewöhnen können. Solange keine Schalter im Mund oder Fußschalter sein müssen ;) . Sofern sie sich gut anordnen lassen, mögen jedem Daumen durchaus 5 oder mehr Tasten zugemutet werden. Vielleicht läßt sich eine jeweils mittlere Taste von beiden Daumen betätigen. > Tastaturen mit einer dreidimensionalen Anordnung der Tasten setzen > ganz andere Ansprüche an die Fertigung und liegen damit auch auf > einem ganz anderen Preisniveau. Ja, das trifft zu. Andererseits könnte das Drehen einer kompletten Reihe um 90° um die x-Achse einfach und günstig zu fertigen sein. Mit nettem Gruß Karl
