Am Wed, 11 Nov 2009 07:53:40 +0100
schrieb Daniel Kreßner <[email protected]>:

> Ich bin auch dabei, allerdings sind 100 € sehr viel Geld für eine 
> Tastatur. Dazu müsste es schon sehr gute Qualität sein und
> Pizzakrümel und Kaffee für die nächsten 10 Jahre vertragen …

Sofern die Tastatur mechanische Tastenmodule (in Frage kommt Cherry
MX1A-G1DW (hat braunen Tastenstößel)) enthält, die pro Taste eine
Lebensdauer von 50 Millionen Betätigungen haben, sind 100 € vertretbar.
Nahungsmittel gehören nicht in die Nähe von Tastaturen. ;)
Über die Lebensdauer einer hochwertigen Tastatur betrachtet, ist es im
Vergleich teurer, im Laufe der Jahre mehrere Billigtastaturen zu
kaufen, statt bei einer soliden Tastatur zu bleiben.


> Steht die Art der Tastatur schon fest?

Das hätte ich ebenfalls gerne gewusst. Insobesondere, ob Tastenmodule
mit ergonomischer Betätigungscharakteristik vorgesehen sind - alles
andere macht ja keinen Sinn.


> hier meine Wünsche:
> • kurzer Anschlag wie bei Laptoptastaturen und

Nur sogenannte mechanische Tastaturen weisen die erforderliche Qualität
und Lebensdauer auf. In solchen Tastaturen ist pro Taste ein
Tastenmodul verbaut, das die Mechanik für die jeweilige Taste
unabhängig von den anderen Tasten enthält. Mechanische Tastenmodule
gibt es nicht mit kurzem Hub, d. h. der Weg bis die Taste sich nicht
tiefer drücken läßt. Der Hub bis zum Auslösen des Tastenkontakts ist
dennoch kurz, d. h. die Tasten müssen nicht durchgedrückt werden - tut
man mit der Zeit von selber nicht, da man aufgrund der taktilen
Rückmeldung fühlt, dass der Tastenkontakt ausgelöst ist.
Zudem behalten Tastenmodule - im Gegensatz zu anderen Bauweisen - über
die gesamte Lebensdauer dieselbe höchst angenehme wie überlegene
Betätigungscharakteristik bei.

> • ergonomisch geformte Tastatur¹, die nach hinten gekippt ist
> ¹
> http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ergonomische-Tastatur-kippt-wieder-nach-hinten-127427.html

Die Heise-Meldung unterschlägt viele wichtige ergonomische Aspekte. Vor
allem sind Kurvenform-Tastaturen ergnomisch betrachtet nichts Halbes und
nichts Ganzes.
Nur unter ganz bestimmten Bedingungen kann es sinnvoll sein, die
Tastatur nach hinten zu neigen. Z. B. ist das Bild irreführend: Eine
negative Tastaturneigung darf nicht auf Kosten eines zu großen Abstandes
zwischen Handballen und Tastaturunterlagefläche gehen.


> • eine Tastatur mit separatem Nummernfeld

Die Platzierung eines mit dem Buchstabenfeld fest verbundenen
Nummernfeldes auf der Maushandseite ist ein sicheres Totkriterium für
ergnonomisch ausgelegte Arbeitsumgebung. 
Sämtliche Empfehlungen - ich glaube inzwischen sogar Normen - weisen
in eine andere Richtung:
Wo ein Nummernfeld benötigt wird, soll ein externes auf die
Arbeitsfläche hinzugestellt werden - und zwar auf der der Maus
gegenüberliegenden Seite.


Wie müsste eine Tastatur ausgelegt sein, um annähernd einem aktuellen
Stand der Ergonomie zu entsprechen?
Beispiel für ein paar wesentliche Kriterien:
 • Tasten mit geringer Betätigungskraft (z. B. 45 cN)
 • Tasten mit taktiler Rückmeldung, d. h. fühlbarer Druckpunkt
 • zwei mechanisch voneinander unabhängige Tastaturhälften
 • einstellbare Neigungen in x- und y-Richtung
 • ausschließlich aus der Grundposition gut erreichbare Tasten, d. h.
 Verzicht auf andere Tasten wie Steuerungsblock und Nummernblock
 • optional: externe Nummerntastatur

Wer sich ein Bild davon machen möchte, die Kinesis freestyle sieht
etwa so aus:
http://www.kinesis-ergo.com/freestyle.htm

Die Kinesis freestyle hat Nachteile, wie z. B. von der Grundposition
aus schwer erreichbare Tasten, sowie nicht optimal zueinander versetzte
Tastenreihen. Mechanische Tastenmodule hat sich meine ich nicht, d. h.
kein optimales Tippgefühl und erst recht keine gute Lebensdauer.

In Japan ist es eine gute (teure) zweiteilige Tastatur erhältlich …


Sofern die Tastatur im Wesentlichen den im Beispiel genannten Kriterien
entspricht und Tastenmodule mit ergonomischer Betätigungscharakteristik
hat, bin ich bereit, für sie 100 € zu bezahlen.

Mit nettem Gruß
Karl



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