Am Sat, 21 Nov 2009 17:47:30 +0100
schrieb Pascal Hauck <[email protected]>:

> Am Samstag, 21. November 2009 14:57:03 schrieb Martin B.:
> > dann ist das ein klarer Tipp-/Bedienfehler, der 
> > vollständig auf das Konto des Benutzers geht
> 
> Im Gegensatz dazu betrachtet Neo nicht nur die technische Seite,
> sondern auch die menschliche Komponente und ist bemüht, mögliche
> Bedienungsfehler (die ein Mensch nun einmal macht) zu antizipieren.

Ein geringes Zuviel an Antizipation führt leicht zur Erschwernis der
Bedienbarkeit.

Soeben ergab eine Recherche, dass Textverarbeitungsprogramme zum
Erzeugen des geschützten Leerzeichens ebenfalls unglückselige
Kombinationen von drei Tasten abverlangen.

Der Rechtschreibduden sieht in seinen Hinweisen für Textverarbeitung
und E-Mails (ein sehr interessantes Kapitel!) in erstaunlich häufigen
Fällen Zwischenräume mit Festabstand (auch kleine) vor - unter Verweis
auf DIN 5008.

Soweit ich es gemäß Duden verstanden zu haben glaube, sind die drei in
Neo verfügbaren Leerzeichen genau die richtigen - war auch nicht
anders zu erwarten.
Es wäre angenehm, wenn sich zum Erzeugen dieser für Berufsschreiber
(Sekretäre) tatsächlich wichtigen Zeichen in Neo eine bessere
Eingabemöglichkeit als mittels Kombination von drei Tasten realisieren
ließe.

Wenn die beiden besterreichbaren toten Tasten, gefolgt von der
Leertaste, für das Erzeugen des geschützten bzw. schmalen geschützen
Leerzeichens sorgten (sofern nichts dagegen spricht), wäre dadurch die
irrtümliche Eingabe dieser Zeichen vertretbar gut ausgeschlossen?


schrieb Arno Trautmann <[email protected]>:

> Bei einem gut designeten Produkt ist auch überlegt, was im Fall eines
> Fehlers passiert.

> Einen Fehler, den man nicht erkennt, hat man von vornherein
> auszuschließen.

… sofern man nicht dafür sorgen kann, dass schon bei der Eingabe ein
möglicher Fehler bemerkt werden kann. Optische Rückmeldungen wie das
Aufleuchten einer LED werden übersehen, aber akustische Rückmeldungen
eher gut bemerkt.
Mal als Laie gefragt: Wäre es machbar, dass die Eingabe eines
geschützten Leerzeichens einen ziemlich kurzen Piepton auslöst?

> es passiert beim Programmieren z.B. schnell, dass man 3. Ebene
> Leertaste drückt. Und dann hat man ein Zeichen, das der Compiler
> nicht versteht, man selbst aber nicht sieht und verbringt lange Zeit
> mit Fehlersuche. Gleiches gilt für 2. Ebene Leerzeichen.

Das klingt für mich wie die Beschreibung eines Fehlers, der in der
Anfangszeit einer Um- bzw. Eingewöhnung unangenehm in Erscheinung
treten kann. Gerade solche Fehler sind es jedoch, aus denen der Mensch
aufgrund ihrer Besonderheit am besten lernt. Nach hinreichend
Eingewöhnungszeit unterlaufen solche Fehler (verallgemeinert betrachtet)
seltenst.
Nachdem so ein Fehler einmal passiert ist, denkt der Mensch bei der
Fehlersuche daran und vermag ihn schnell zu beheben - auch oder
gerade da dessen Erkennen beim ersten Auftreten lange dauerte.

Die Mehrheit der vermuteten Zielgruppe von Neo wird wohl nicht
programmieren, sondern andere Textarten eingeben, bei denen irrtümliche
geschützte Leerzeichen völlig harmlos sind. Insofern kann ich mir
vorstellen, dass Programmierer in der Einschätzung der Qualität dieses
Fehlers zunächst die eigenen Belange erkennen, und menschlicherweise
zur Überbewertung des Fehlers neigen, obschon ein Blick aus der
Perspektive der Zielgruppe den Fehler erheblich anders aussehen lassen
kann.

Bei den vorliegenden Argumenten in diesem Thema bin ich hin- und
hergerissen. Ein hinreichend klares Für oder Wider erscheint mir nicht
plausibel genug.



Zuletzt:
Dass die Vertreter des Neofrakturismus ;-) nicht in ihrem Sinne auf das
Worttrennzeichen anspringen, überrascht mich - erscheint just das
Zeichen (ebenso wie das Wortverbindungszeichen) gerade für sie von
besonderen Interesse. War es einst nicht üblich, darauf zu achten, ob
die Trennung von als Ligatur möglichen Zeichen erforderlich war oder ob
eine Ligatur geschrieben zu werden hatte?

Mit nettem Gruß
Karl



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