Hallo allerseits,
Karl Köckemann ſchrieb am 22.11.2009 04:30 Uhr:
Soweit ich es gemäß Duden verstanden zu haben glaube, sind die drei in Neo
verfügbaren Leerzeichen genau die richtigen - war auch nicht anders zu erwarten.
+1 :-)
Optische Rückmeldungen wie das Aufleuchten einer LED werden übersehen, aber
akustische Rückmeldungen eher gut bemerkt.
Das hängt aber auch vom individuellen Vorlieben ab … wenn ich aus der
Küche zurückkomme, bin ich sehr froh darüber, dass ich meiner Tastatur
mit einem Blick ansehen kann, ob der Lang-ſ-Modus aktiv ist oder nicht
(ich wechsle da recht häufig hin- und her).
Mal als Laie gefragt: Wäre es machbar, dass die Eingabe eines geschützten
Leerzeichens einen ziemlich kurzen Piepton auslöst?
Ich kann da zwar nur für den NeoVars sprechen, aber rein technisch
gesehen sollte das möglich sein¹, denn es gibt in der Win32-API eine
sinnigerweise Beep(int freq, int duration) genannte Funktion², mit der
man seinen Systemlautsprecher theoretisch sogar dazu bringen können
sollte, die Vogelhochzeit zu piepsen … und im Linux-Kernel gibt es dazu
sicherlich auch irgendwo eine ergebnisäquivalente Möglichkeit. Aber ob
das sinnvoll – oder nicht viel eher ziemlich nervig – wäre, steht auf
einem ganz anderen Blatt!
Zuletzt:
Dass die Vertreter des Neofrakturismus ;-)
Erst einmal meine Glückwünsche für diese kreative Wortneuschöpfung!
›Neo‹ im Sinne von ›Neu‹, aber auch im Sinne von ›aus Neo heraus‹ …
gefällt mir :-). Allerdings kommt kein langes s (ſ) drin vor, also
könnten wir auch genauso gut auch von den Frunges sprechen (ist kürzer
und verweist auf Frunge).
nicht in ihrem Sinne auf das Worttrennzeichen anspringen,
Wir sind halt doch keine pawlowschen Hunde ;-),
überrascht mich - erscheint just das Zeichen (ebenso wie das
Wortverbindungszeichen) gerade für sie von besonderen Interesse.
Der wahre Grund ist eher ein leichtes Déjà-vu-Gefühl, da wir das Thema
gerade erst behandelt hatten, siehe die Diskussion hier auf dieser
Mailingliste mit dem Titel»[Neo] Zero-width non-joiner« (hier³ im Archiv
zu finden). Ich habe mir deshalb in meinem privaten Treiber das ZWNJ auf
eine freie Position der 4. Ebene gelegt.
War es einst nicht üblich, darauf zu achten, ob die Trennung von als Ligatur
möglichen Zeichen erforderlich war oder ob eine Ligatur geschrieben zu werden
hatte?
Nicht nur einst – auch heute noch sollte es zwar einerseits »Su«, aber
andererseits »Brotzeit« heißen.
Pascal Hauck ſchrieb am 22.11.2009 10:37 Uhr:
Ich habe mit der Kombination Shift+Mod3 bislang keinerlei Probleme gehabt, da
sie sehr schnell und sehr leicht zu tippen ist.
Also so schlecht finde ich die Kombination auch nicht, man kann sich
recht gut daran gewöhnen. Und sie hat den Vorteil, dass ein geschütztes
Leerzeichen eben nicht versehentlich produziert wird.
Die Verlagerung auf eine tote Taste wäre für mich eindeutig eine Verschlechterung. […] jedoch ist es unschön, dass dies die – bislang weitgehend eindeutige –
Funktion der toten Tasten aufweichen würde.
Ja, das finde ich auch. Für eine eigene ›Tote Taste Geschützt‹ fehlen
schlichtweg sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten (es gibt ja eingentlich
nur den geschützten Bindestrich und das geschützte Leerzeichen), und
auch ich fände, dass es vom Tippaufwand eher eine Verschlechterung wäre.
Von daher schließe ich mir hier Pascal an und plädiere für den Status Quo.
Arno Trautmann ſchrieb am 22.11.2009 14:57 Uhr:
Wir hatten die 3. Ebene Leertaste mal mit dem „sichtbaren
Leerzeichenersatzzeichen“ (dieses Häkchen, um Leerzeichen im Quellcode z.B.
explizit darzustellen) belegt. Und es ist bei mir recht häufig erschienen,
obwohl ich es nie wollte. Und zu der Zeit war ich keineswegs Neo-Anfänger und
die Belegung hat sich nicht so geändert, dass es Gewöhnungssache gewesen wäre.
Der Vorschlag wurde also bereits länger getestet und für schlecht
befunden … auch wenn die ›Verschwendung‹ dem ein- oder anderen etwas weh
tun mag, sollten Ebene 2 und 3 der Leertaste mit dem normalen
Leerzeichen belegt bleiben (und wer damit nicht einverstanden ist, möge
das in seinem eigenen privaten Treiber ändern).
[Die Darstellung von Ligaturen] sollte Aufgabe eines Textsatzprogrammes sein.
Ich denke, da wird mir der Rest der Neofrakturfraktion auch zustimmen – oder?
Grundsätzlich hast Du damit natürlich schon recht, aber ich habe auch
kein Problem damit, bereits im Unicode vorhandene und in ihrer Wirkung
klar definierte Mittel wie das ZWNJ für die ›typographisch korrekte‹
Kodierung deutscher (und damit meine ich jetzt auch den ganz normalen
Antiqua- und nicht nur den Fraktursatz!) Texte einzusetzen. Schon, da
eigentlich alle anderen relevanten Standards (E-Mails, HTML, Xe- und
LuaTeX, Word & Writer, …) heutzutage darauf aufbauen und dies somit –
etwa im Gegensatz zu einer TeX-Lösung wie Brot\/zeit – eine
grundsätzlich anwendungsübergreifende Lösung ist (man denke etwa an das
›Copy-Pasten‹ von Text zwischen den eben genannten Programmen).
Viele Grüße und ¡Unicode rulz!,
Dennis-ſ
¹ http://www.autohotkey.com/forum/topic5917.html
² http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ms679277(VS.85).aspx
³
http://lists.neo-layout.org/pipermail/diskussion/2009-September/thread.html#14517