Hallo Freunde!

Ich möchte Euch kurz auf dem Laufenden halten, wie ich derzeit so tippe.

Mit seinem Erscheinen im September dieses Jahres schloss ich mich dem
Bro-Layout[1] an. Die Gründe dafür muss ich nicht weiter erläutern: Ich
bin ein Verfechter der Weiterentwicklung wegen der geringen Optimierund
von Neo2 auf die Vermeidung von Fingerkollisionen, und Ulf hat hier
ganze Arbeit geleistet.

Bei mir läuft das Ganze im Rahmen der Neo2-Autohotkey-Implementierung
unter Verwendung der Custom.ahk und war entsprechend schnell
eingerichtet. Nach knapp 2 Wochen des allgemeinen Fingerbruchs im Rahmen
der Umlernphase waren mir ein paar Kollisionen und Positionen dann doch
noch zu hakelig, und obwohl ich meine anschließenden Layout-Änderungen
nicht mathematisch auf ihre Tauglichkeit hin untersucht habe, kommt es
mir dann doch noch einen Tick flüssiger vor.

Gemeint ist die „Verheiratung“ von meiner Neo-VM-Anpassungen mit den
Grundzügen der Bro-Tastatur. Dass mir diese Änderungen entgegen kommen,
kann simpel an deren Tauglichkeit liegen, ich möchte aber auch nicht
ausschließen, dass ich auf die spezielle Anordnung der Vokale auf der
linken Hand schon durch mehr als 1 Jahr Neo-VM „geeicht“ bin.
Herausheben möchte ich aber, dass ich die Änderungen nicht aus
Bequemlichkeit, sondern aus Überzeugung gemacht habe.

Um hier nicht das Bro-Layout insgesamt auszubreiten, gebe ich Euch hier
nur mal die Änderungen gegenüber Bro:

• X und Y tauschen Platz
• P und O tauschen Platz
• U und I tauschen Platz
• C und A tauschen Platz
• Q und Ö tauschen Platz

Ein Nachteil für geübte Bro-Schreiber ist hier schnell zu sehen:
1:1-Buchstabenvertauschungen sind am schwersten den Fingern beizubringen.

Die Vorteile sind für mich folgendermaßen:

1. Alle Vokale (inklusive Y) auf 3 Tasten, keiner muss sich einen Finger
mit einem Konsonanten teilen, daher fallen die Kollisionen PI/IP und
CE/EC weg. Auch möchte man nicht vernachlässigen, wie oft man UX (Linux)
tippt, die Kollision beim kleinen Finger nervte mich von Anfang an. :)

2. Die Vokale sind genau so angeordnet wie bei Neo-VM: Alle I-ähnlichen
Laute am kleinen Finger (Y, I, Ü), daneben O, U und Ö, am stärksten
Mittelfinger dann A, E und Ä.

3. Mit dem O auf dem Zeigefinger wurde ich schon zu Neo-Pur-Zeiten nicht
warm, auch wenn damals noch die Kollisionen mit C, W, Z, P und letztlich
auch E eine größere Rolle spielten. über dem U kann es wenig Schaden
anrichten, ist aber bei englischen Texten („YOU“) nicht so angenehm.
Damit kann ich noch leben.

4. Das Ö an der ungünstigsten Stelle hat mich gestört – vermutlich geht
es jedem stolzen Österreicher so … ;)

5. Die Kollisionen A und E kommen manchmal, aber im Endeffekt selten und
vor allem unmerkbar vor. Vielleicht ist das auch ein Schlüsselelement
jeder Belegung: Hast du dich mal daran gewöhnt, kommt es auf diese
Nuissancen garnicht mehr an.

6. Die wichtigen Vokale A und O auf der oberen Reihe zu haben, macht mir
keine Sorgen. Ich denke auch: Dadurch, dass Vokale im Gegensatz zu
Konsonanten quasi nur in Zusammenhang mit einer begrenzten Anzahl
möglicher Zwielaute und an seltenen Silbengrenzen aneinander gereiht
werden, muss man nur auf die Kollisionsfreiheit von AU, EU, ÄU, EI, AI
und OI achten; ansonsten kommt immer mindestens ein Konsonant zwischen
die Vokale, was den Fingern genügend Zeit zum bequemen Positionieren –
auch auf die Oberreihe – lässt. Davon abgesehen halte ich die nunmehrige
Position des A am langen Mittelfinger oben für die dem E gleichwertig,
auch das O ist nicht wirklich schlecht zu erreichen, aber vielleicht für
einen eingefleischten Qwertz- oder auch Neo-Tipper ungewohnt prominent.

7. An die Positionen von Punkt und Beistrich, insbesondere durch den
gemeinsamen Finger, werde ich mich wohl in 10 Jahren nicht gewöhnen
können, aber ich erkenne den Nutzen. Es scheint auch durch meine
Umstellungen nicht zu wesentlich mehr Kollisionen am Wort-/Satzende zu
kommen: C und P sind keine häufigeren Wort-Endbuchstaben als A und O,
eher im Gegenteil. Im Englischen ist es wohl auch besser, dass das Y
nicht mehr mit dem Punkt kollidiert (dafür tut’s jetzt das X). Weiters
kann man außerhalb des reinen Text-Tippens neue Kollisionen erkennen:
».com« kollidiert jetzt von Punkt zu C (dafür tut’s ».at« nicht mehr ;)
und auch ».org« ist jetzt befreit).

8. Das Q ist an seiner neuen Position sehr gut aufgehoben, wie ich
finde: Der Zeigefinger muss sich nun sehr selten auf diese ungünstige
Position spreizen, dass es jedes Mal beim Tippen auffällt. Leider trifft
das bis zu einem gewissen Grad auch auf das P zu, aber daran gewöhne ich
mich noch. Die rechte Hand kann sich solchen Luxus nicht leisten – hier
sind wichtige Buchstaben wie K, D und V in der Spreiz-Position.

9. Allgemein noch zu meiner Erfahrung mit dem Bro-Layout: W und Z
verwechsle ich regelmäßig, auch R und L sind heiße Kandidaten (das L ist
ja fast an seiner Qwertz-Position). Auch führt die Analogie zwischen
hartem und weichem Laut als zwei Positionen mit dem Zeigefinger in die
Irre: das weiche D liegt in Spreizposition neben dem harten T, aber eine
Reihe darüber ist es umgekehrt: Da liegt das harte K links neben dem
weichen G. Will irgendwie noch nicht in meine Finger rein. Manchmal
würde ich das D gerne außerhalb der Spreize sehen.

10. Vor Bro habe ich ja auch ein paar Wochen recht erfolgreich mit Ulfs
„spielerischer“ Arensito-Anpassung verbracht. Mich hat verblüfft, dass
ich dieses Layout, auch wenn es nicht so optimal sein soll wie sein
jetzt favorisiertes Bro-Layout, viel schneller verinnerlichen konnte.
Ich habe immer noch die Vermutung, dass die gleichmäßige Verteilung der
Vokale auf beide Hände ein Vorteil beim Erlernen ist. Die
Herausforderung ist natürlich dabei die Kollisions- und
Positionsoptimierung. Und wenn man’s dann mal gelernt hat, ist es
sowieso egal.

Also dann,
– Mœsi

1: http://bro.privat.t-online.de/

Antwort per Email an