Hallo allerseits,

Pascal Hauck ſchrieb am 08.03.2010 09:44 Uhr:
Allerdings sollte eine Abstimmung dieser Art eine Ausnahme bleiben!

Diese Ausſage kann ich nur ganz ausdrücklich unterstreichen und bekräftigen! Eine argumentative Konsensfindung ist so einem Wahlverfahren aus vielerlei Gründen ganz grundsätzlich vorzuziehen! Ich war auch lange Zeit gegen jede Art von Abstimmungen, fand sie in diesem sehr speziellen Falle jetzt aber doch sinnvoll, um den ›Gordischen Knoten‹ zu zerschlagen.

Natürlich kann man dies mit der nahenden Deadline begründen; wäre sie jedoch 
später gewesen, hätte ich schlicht später angefangen, aber nicht mehr Zeit 
investiert.

Das ist ein leider wohl nur allzu bekannter Organisationsgrundsatz: Die Arbeit füllt stets den verfügbaren Zeitrahmen aus.

Daraus ziehe ich mehrere Konsequenzen:
ⅰ) Der nicht ganz einfache Wahlmodus war eine gute Entscheidung.

Der Wahlmodus mit dem Aufstellen von Präfernzlisten mag auf den ersten Blick zwar ein wenig kompliziert ausgesehen haben, aber er bietet halt ein ziemlich gutes und umfassendes Stimmungsbild, bei dem vor allen Dingen auch ›unscheinbare‹ Kandidaten nicht untergehen. Außerdem ermöglichte sie jedem Wählenden, seine Vorlieben recht genau auszudrücken, stärker jedenfalls als wenn man sich für eine einzige Variante hätte entscheiden müssen. Die Komplexität resultiert also weniger aus dem Wahlverfahren als daraus, dass die Realität halt kompliziert ist ;), aber ich glaube auch, dass der Wahlmodus eine gute Entscheidung war.

ⅱ) Entweder haben sich viele ähnlich kurz mit den Vorschlägen befasst oder man 
kommt bereits nach kurzer Bedenkzeit zu ähnlichen Ergebnissen wie nach 
monatelanger Diskussion.

Beides wäre recht deprimierend – ich würde eher die Interpretation vorziehen, dass Du halt ziemlich genau mit der breiten Mehrheitsmeinung konform gelegen hast. Aber es gab ja durchaus auch Leute, die eine im Endergebnis abgeschlagene Variante an die erste Stelle gesetzt haben.

ⅲ) Nora hat einen Kompromissvorschläge entwickelt – das ist für eine Belegung 
wie Neo, die nicht auf eine kleine Zielgruppe hin optimiert, sondern sehr breit 
angelegt ist, der richtige Weg.

Ja, das ist auch für mich der schönste und beruhigenste Aspekte dieses Wahlergebnisses – der Nora-Vorschlag kommt bei den Stimmabgaben zwar nicht immer an der ersten Stelle, aber sehr häufig an einer der ersten Stellen vor, es ist also wirklich ein guter Kompromissvorschlag, der wohl auch genau wegen dieser Eigenschaft alle anderen »aus dem Feld« geschlagen hat :).

ⅳ) Nora selbst hat sich nach ihrem Vorschlag am 31.8.2009 kein weiteres Mal zur 
Ebene 4 geäußert; auf ihre Mail gab es nur drei Reaktionen. Eine gute Idee 
bedarf also nicht vieler Worte.

Das ist mir auch aufgefallen – gute Dinge werden wohl einfach widerspruchslos von vielen akzeptiert und verschwinden damit eher in der Versenkung des Mailinglistenarchives, als wenn jemand ›Stuss‹ vorschlägt und sich dann eine feurige Diskussion entwickelt.

Ich glaube nach wie vor, dass unsere Entwicklungsmethode über sich selbst 
konstituierende Expertengruppen sinnvoll ist,

Das sehe ich ganz genauso, aber das habe ich ja bereits weiter oben geschrieben :).

Wir haben eine gute Wahl getroffen!

Ja, das glaube ich auch :).


Viele Grüße,
Dennis

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