Moin,

interessante Idee, ich habe aber spontan einige Bedenken:
• Auch nur 2 wechselnde Layouts werden schwierig zu erlernen sein, wie du selbst schon bemerkt hast (sollte aber machbar sein)
 • Was passiert, wenn ich ein G tippe und dann 5 min vom Computer weggehe?
Kommt dann ein R wie in deinem Beispiel oder das Zeichen, das üblicherweise dort liegt?

– Dieses Problem ließe sich vermeiden, wenn die Umschaltung zwischen den beiden Layouts auf Knopfdruck per Modifikator geschieht, den ich spontan modB (mod Bigramm) nenne. Z.B. könnte auf der Taste mit Zeichen X wenn man modB hält Y liegen, wobei XY das häufigste Bigramm, das mit X beginnt, ist. Allerdings werden dann auf der modB-Ebene einige Zeichen gehäuft, andere dafür seltener vorkommen (muss kein Nachteil sein)


Spontane Alternatividee von mir: Fingerkollisionen vermeiden, indem weniger Bigramme getippt werden müssen:

Man nehme eine Liste aller N-Gramme (N=1,2,3,4 – darüber dürfte unpraktikabel werden), die tippbar sein sollen, wobei Groß- und kleinschreibung an dieser Stelle keinen Unterschied machen sollen und die Häufigkeiten der verschiedenen Varianten addiert werden. Diese Liste sortiere man nach Häufigkeit (hier stößt man auf ein Problem mit verschiedenen Korpussprachen, das ich an dieser Stelle einfach mal ignoriere).

Wir haben 32 Tasten zur Verfügung, daher kommen auf die Tasten der Grundebene die 32 häufigsten N-Gramme. Darunter werden sicherlich viele Einzelbuchstaben sein, insbesondere E,N und die ganzen häufigen. Aber: das Bigramm ER ist häufiger als der Einzelbuchstabe X (hab grad keine Zahlen, scheint mir nach scannen dieser Mail während dem Tippen aber sehr plausibel: viele "ER"s, kein "X" in einem Wort). Damit können E und R auf den selben oder auf benachbarte Finger gelegt werden, ohne dass es dadurch zu irgendwelchen Komplikationen durch Fingerkollisionen oder Sehnenscheidenentzündung kommt, denn ER ist ja getrennt davon schon vorhanden. Ohne Shift gäbe das ein "er", mit Shift ein "Er", mit Caps/Shiftlock ein "ER".

Die seltenen Buchstaben werden natürlich trotzdem noch benötigt und müssen daher woanders untergebracht werden. Für die Umlaute Ä,Ö,Ü und das ß bietet sich eine höhere (modB?) Ebene an, wobei Ä auf A, Ö auf O, Ü auf U und ß auf S liegt. Alternativ und für die Buchstaben, die ohne Grundebene-Analogon bleiben, könnte man die Grundebene der Zahlenreihe (die Zahlen gibts ja schon in Ebene 4) verwenden.

Grüße
marco8


Am 01.04.2014, 14:58 Uhr, schrieb Meine, Hans <[email protected]>:

Moin,

ich wollte nur kurz schonmal mitteilen, dass ich gerade eine neue Neo-Variante teste (guter Name fehlt noch *), bei der Fingerdopplungen noch besser vermieden werden. Mich hat es immer gestört, dass ich bei bestimmten Wörtern einfach nicht schneller werden *kann*, weil ich zweimal den gleichen Finger nutzen muss. (Beispiel: Auf-trit-t, Cup-cake.) Mit den üblichen Optimierern wird das ja bestraft, aber bei einigen Wörtern muss man das leider in Kauf nehmen. Mir ist es jetzt gelungen, die Wahrscheinlichkeit hierfür noch weiter zu minimieren, indem ich nicht mehr fordere, dass bei jedem Tastendruck das gleiche Layout verwendet wird. Es liegt auf der Hand, dass der Optimierer diesen neuen Freiheitsgrad gut ausnutzen können; wenn man ein Wort mit G beginnt, ist die Wahrscheinlichkeit für ein darauf folgendes R zum Beispiel größer, so dass der Optimierer das Layout für den zweiten Buchstaben im Wort entsprechend anpasst, um die Dopplung des Mittelfingers zu vermeiden.

Ich plane, einen angepassten Tastaturtreiber für Linux in Kürze zur Verfügung zu stellen; natürlich gibt es noch einige Probleme zu lösen: 1) Rein technisch ist die Umsetzung schwierig, weil es sich nicht mehr um ein statisches Layout handelt, was von den üblichen Tastaturtreibern erwartet wird. 2) Das Layout (die Layouts) sind ziemlich schwer zu erlernen; ich habe trotz 4 Bildschirmtastaturen doch für diese Mail nochmal auf Neo umgeschaltet.

Erste Experimente haben gezeigt, dass selbst mit einem nach jedem Anschlag zufällig erzeugten Layout Dopplungen kaum noch ins Gewicht fallen!

Was haltet Ihr davon?

Schönen Tag wünscht
  Hans

* Im engl. Sprachraum gab es offensichtlich schon einmal eine ähnliche Idee; ich habe aber leider nur vage Hinweise auf einen „least invariant random physical activation“-Ansatz gefunden.

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