On Fri, Nov 30, 2007 at 08:21:52PM +0100, Matthias-Christian Ott wrote: > Bernhard Reiter <[EMAIL PROTECTED]> wrote: >... > > > Das eigentliche Problem ist doch, dass sich unsere Welt verändert > > > hat. Durch die Digitaltechnik sind heute Wissen, Information, > > > Musik,... kein knappes Gut mehr sondern für jeden überall und jederzeit > > > abrufbar. Die Industrie versucht mit verschiedenen Mitteln diese > > > Knappheit künstlich wieder herzustellen. Das kann in meinen Augen aber > > > nicht funktionieren, man kann die Zeit nicht zurück drehen. > > > > So argumentiert auch Volker Grassmuck und - wenn ich mich richtig entsinne > > - > > Lawrence Lessig, es wirft uns aber vor ein großes Problem, > > was Adrian klar aufgezeigt hat: > > Irgendwie müssen die Produktionskosten wieder hereinkommen. > > Ich finde die Modelle, die Richard Stallman in "Copyright vs. Community" > aufzeigt, sehr gut. > > Das eine basiert auf freiwilligen Spenden. Stallman rechnet vor, dass > die Interpreten nur ein paar Prozent vom Gewinn bekommen und dass, > wenn jeder nur 1$ an den Interpreten spendet, der Interpret viel mehr > davon hat. Ich finde das eine wirklich gute Lösung. Die Leute spenden > und bezahlen für die Konzerte. Das hört sich fair an. > Einziger Nachteil: Die Musikindustrie wird arbeitslos und es gibt keine > Superstars mehr. Traurig, oder? > Man lösst also mehrere Probleme gleichzeitig und verbessert unsere > Gesellschaft.
"freiwillige Spenden" und "wenn jeder nur" passen leider nicht zusammen. Wenn man von Publicity-trächtigen Aktionen wie derzeit von Radiohead absieht sehe ich da schwarz - wieviel Prozent der Leute in unserer "Geiz ist Geil"-Gesellschaft wuerden denn wirklich regelmässig freiwillig zahlen? Schau dir nur einmal an welche Probleme Wikipedia hat sich ueber Spenden zu finanzieren [1]. > > Selbst für Freie Software ist das nicht selbstverständlich > > und wir sind immer noch auf der Suche nach tragfähigen Finanzierungsmodellen > > in der breiten Masse. > > > > Wer also sagt: Alles muss kostenlos kopierbar sein, der muss aus meiner > > Sicht > > auch bereit sein, die Arbeitsleistung zu entlohnen. > > Ich denke, dass die Leute dass schon merken würden, wenn die Interpreten > alle nicht mehr singen, weil sie von Harz-IV leben müssen. > Künstler sollte man auch nicht aufgrund des Geldes werden, sondern > wegen der Kunst. >... Aber auch ein Kuenstler muss von irgendetwas leben. Und der Musikbereich ist noch ein harmloses Beispiel - weil die Leute gewohnt sind das Musik Geld kostet und es ueber Konzerte etc. noch halbwegs realistische andere Einnahmequellen gibt. Auch wuerden fuer das Anhören eines Musikalbums ein paar Leute noch freiwillig Geld zahlen, aber wieviele Leute denken zum Beispiel daran dass auch Fotografien Geld kosten und viele Fotografen von dem Urheberrecht auf Ihren Fotografien Ihren Lebensunterhalt verdienen? Lies dir einmal den Wikipediaartikel zu Magnum Photos [2] mit diesem Gedanken im Hinterkopf durch. Schau dir an was Eddie Adams [3] und Huỳnh Công Út [4] an Fotos gemacht haben. Die Fotos hast du vielleicht schon einmal gesehen, und vielleicht sind dir auch die politischen Auswirkungen die diese Fotos hatten bewusst. Bedenke dass es ohne Urheberrecht AP nicht geben wuerde. cu Adrian [1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/99535 [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Magnum_Photos [3] http://en.wikipedia.org/wiki/Eddie_Adams_%28photographer%29 [4] http://en.wikipedia.org/wiki/Huynh_Cong_Ut -- "Is there not promise of rain?" Ling Tan asked suddenly out of the darkness. There had been need of rain for many days. "Only a promise," Lao Er said. Pearl S. Buck - Dragon Seed
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