On 2010-02-15 14:12, Volker Grabsch wrote: > In dem Zusammenhang ist mir ein schöner Satz im Gedächtnis geblieben, > den ein MySQL-Entwickler auf einer Konferenz äußerte: > > Nothing in the GPL prevents you from making money.
Der stimmt allerdings nur formal. Sachlich verhindert die GPL sehr wohl money-making, weil sie die Knappheits-Voraussetzung, die ein Kommerzgut als Ware braucht, außer Kraft setzt. Proprietäre Software hat hier einen Vorteil -- wenn man es vom Kommerz-Standpunkt denkt. Freie Software muss erst mit einem knappen Gut kombiniert werden, um money-making zu installieren. Der vom Kommerz-Standpunkt häufig formulierte Gegensatz "Freie / Open Source Software" vs. "Kommerzielle Software" ist also nachvollziehbar, auch wenn er falsch ist. Die Abwesenheit des money-making innerhalb der Freien Software im engeren Sinne hat eine zweite Folge: Sie dementiert sehr anschaulich die These vom Homo Oekonomicus. Damit sind die zwei zentralen Annahmen der traditionellen Ökonomie-Theorie nicht mehr gültig. Und daran ist die GPL nicht unschuldig -- was einigen nicht gefällt, die dann solche defensiven Sätze wie den oben zitierten äußern. Ciao, Stefan -- Start here: www.meretz.de _______________________________________________ fsfe-de mailing list [email protected] https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de
