Hallo, On Tue, Jun 21, 2011 at 12:22:03PM +0200, Bernhard Reiter wrote: > Am Montag, 20. Juni 2011 10:07:54 schrieb Thilo Pfennig:
> > Ich glaube das Problem ist, dass bei Linux viele große Firmen die > > Entwicklung bestimmen > > Es stimmt, die großen Unternehmen beeinflussen zur Zeit die > Entwicklung Freier Software Produkte recht stark, meiner Ansicht nach > auch zu stark. Ich denke deshalb, dass Privatleute und kleinere > Organisationen mehr freiwillig für Freie Software zahlen sollten, um > so die hier dringend benötigten Geschäftsmodelle zu fördern. Man darf nicht vergessen, dass viele der großene Konzerne -- wie Nokia, oder Intel und seine Partner -- zum erheblichen Teil auch an Privatanwender verkaufen. Auch wenn die Bezahlung hier nur indirekt erfolgt (meist im Rahmen des Hardwareerwerbs), kann man schon davon ausgehen, dass in den *meisten* Hinsichten die Interessen dieser Konzerne sich durchaus mit denen von privaten Endanwendern decken, die ihre Kunden sind. (Ausnahmen sind Sachen wie DRM -- also dort wo die Interessen den Hardware-Anbieter sich teilweise mehr nach den Interessen der Content-Anbieter als nach den echten Interessen der Endanwender richten...) Reine Softwareanbieter wie RedHat -- die meist von den Kunden direkt bezahlt werden -- verkaufen zugegebener Maßen nur an größere Organisationen. Allerdings sind die Mitarbeiter dieser Organisationen, die die Software am Ende Nutzen, ja auch Endanwender. Daher gibt es auch hier eine große Überdeckung mit den Interessen privater Endanwender. (Außnahmen in diesem Fall betreffen hauptsächlich Systemadministation, die in großen Organisationen ja generell ganz anders abläuft als bei privaten Anwendern...) Außerdem darf man nicht vergessen, dass RedHat auf die Entwickler-Community angewiesen ist; und deshalb auch ein starkes Interesse daran hat, die Bedürfnisse von privaten Endanwendern zu bedienen, *obwohl* diese keinen direkten Umsatz bringen! Alles in allem sehe ich die Situation daher nicht allzu problematisch. Wie ich schon in einem anderen Thread erörtert habe, halte ich es auch nicht wirklich für sinnvoll, allzu sehr auf (direkte) Bezahlung durch private Endanwender zu pochen: Denn das funktioniert schon bei proprietärer Software in den meisten Bereichen kaum -- und ich kann mir auch schwer vorstellen, dass es mit freier Software in dieser Hinsicht jemals wesentlich anders sein wird oder werden kann... Eine Ausnahme stellen hier Sachen wie Unterhaltungssoftware dar, die von ihrer Natur her praktisch ausschließlich für private Anwender interessant sind, und daher zwangsläufig (mehr oder weniger direkt) von diesen finanziert werden müssen. Allerdings ist in diesem Bereich die Zahlungsbereitschaft generell wesentlich höher (sonst gäbe es ja gar keine kommerzielle Software in diesem bereich, auch keine proprietäre...); und daher die Aussicht auf tragbare Geschäftsmodelle auf dieser Basis wesentlich besser. > > - und sich mal einbringen und wieder zurückziehen. Wie z.B. Nokia. > > Die haben ja viele Jahre die GNOME-Ausrichtung bestimmt - und nun > > haben sie sich rausgezogen. Das ist anders als bei Firefox. > > Ist Firefox über die Mozilla Foundation nicht dominant von Google > finanziert? Ich denke Unternehmen verhalten sich, wie andere > Teilnehmer an einer Gemeinschaft auch: Sie vertreten Ihr Interesse und > wenden sich halt ab, wenn das Interesse erlöscht. Die Mozilla Foundation erzielt einen Großteil der Einnahmen über Search-Referrals für Google, wenn Leute über die Suchleiste oder die Startseite etwas suchen. Ich habe mich nicht speziell damit befasst; aber ich denke dass hier kein explizites Sponsoring duch Google stattfindet -- jeder andere Browser-Hersteller kann das gleiche machen. Daher hat Google wohl auch nicht viel Einfluss auf die Entwicklung. Mozilla wird zweifelslos nicht den Standard-Suchanbieter wechseln (oder wenn, dann nur zu einem anderen großen Anbieter der ein ähnlich gutes Angebot für die Referrals macht...) -- aber an sonsten sehe ich keine inhaltliche Abhängigkeit. (Google wird zweifelsfrei auch in Zukunft ein Interesse daran haben, dass Browser die Google-Suche einbinden; und folglich kann man das wohl auch als eine recht sichere Einnahmequelle sehen...) -antrik- _______________________________________________ fsfe-de mailing list [email protected] https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de
