Am Dienstag, 2. August 2016, 10:35:01 schrieb Marcus Moeller: > > Oder müssen wir letztendlich eine parallele Infrastruktur aufbauen, mit > > eigenen Rechnern und einem eigenen Netz? Welche Zukunftschancen hätte > > dies? > > Das ist auch eine Diskussion, die ich gerne führen würde.
Das halte ich auch für nötig. Wobei für mich die Zukunftschancen meist reine Spekulation sind. Ich bin seinerzeit bei Wikipedia eingestiegen, als die gerade mal 3.000 Einträge hatten und hätte nie gedacht, daß das so Fahrt aufnehmen würde. Bei denen kann man aber auch studieren, welche Verwerfungen Größe mit sich bringen kann. Ich hoffe immer darauf, daß ein Projekt die kritische Masse der Mitwirkenden überschreitet und selbst tragend wird. Das ist z.B. auch die Hoffnung beim Mülheimer Projekt: So lange und ausdauernd arbeiten, daß irgendwann genug Leute da sind, so daß das Projekt sich selbst trägt. > > Mein Ansatz wäre eher die vorhandenen Strukturen zu verbessern. > Tendenzen dazu gibt es viele, und auch Möglichkeiten. Google ist zum > Beispiel einer der Hauptsponsoren von OpenPower. Und selbst Apple und > Microsoft engagieren sich mittlerweile im Bereich Freier Software. > Das sehe ich kritischer: Firmen wie Google. Microsoft und Apple fördern Freie Software nicht, weil sie an der Selbstbestimmung und Freiheit der Leute interessiert sind, sondern weil das ihrem _gegenwärtigen_ Geschäftsinteresse entspricht, was ja nichts Verwerfliches ist. Ändert sich das, wird auch die Förderung aufhören. Ein Beispiel für solche Förderung ist ja z.B. der Google Summer of Code. Man sollte sich nie zu abhängig von diesen Unternehmen machen, sonst steht man auf einmal ohne ausreichende Mittel da. Die Nutzung der Mittel dieser Firmen sollte immer oberhalb der für das Projekt mindestens notwendigen Mittel liegen. Daß es den Unternehmen nicht um den Aspekt Freiheit bei Freier Software geht, kann man leicht erkennen, wenn man sich das vollständige Geschäftsgebaren der Unternehmen anschaut: Ausforschung der Nutzer, Vendor Lock In, Privatisierung öffentlicher Daten, Zensur, Rechtsstreitigkeiten, Produktion von Hardware unter unmenschlichen Bedingungen, Steuer-"vermeidung". Wenn die Unternehmen die angemessen Steuern zahlen würden, wäre vielleicht auch genug Geld da, Freie Projekte öffentlich zu fördern. Das stünde einer Demokratie gut an. Wenn man sich z.B. das vorgeblich wohltätige Gebaren von Herrn Gates anschaut, kann man auch z.B. im medizinischen Bereich sehen, daß da Interessen verfolgt werden, die zu mindestens nicht meine sind. > Kleine Alternativprojekte sind durchaus auch wichtig, können > letztendlich aber wohl nur einen Impuls geben und zum Nachdenken > anregen. Alternativ können sie konkrete Nischenmärkte füllen, wie es > zum Beispiel bei Novena oder Pyra der Fall ist. > Ja. Wichtig sind insbesondere auch Projekte, bei denen es gelingt, auf der Basis Freier Software Unternehmen erfolgreich zu betreiben. Ich habe da z.B. einen Bericht von posteo gelesen (link kann ich raussuchen), aus dem sich ergab, daß die ziemlich vorbildlich sind; auch weil sie Eigenentwicklungen an die Community zurück geben. Wolfgang -- ________________ Wolfgang Romey Krokusstraße 37 47249 Duisburg geraspora: https://pod.geraspora.de/people/9002a1416a4e4a9d loadaverage: https://loadaverage.org/hier tox: [email protected] Bitte Anhänge nur in freien Formaten. Die Nachricht ist signiert, der öffentliche Schlüssel wird auf Anfrage zugeleitet.
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