Lieber Matthias,

spontan will ich auch meine sichtweise hinzu fuegen.

- Qualität der Entwicklung

Ist nur nach vorgabe der kriterien bestimmbar. Das gilt auch bei propietaerer software.

Modularisierung, autonome bereiche, datenflusstrukturen, objektbildung, dokumentation der modellierung und implementierung, die textuelle struktur, laufzeit verhalten, vorhersagbarkeit der zeitlichen ablaeufe.

Das hat auch viel mit einzelaktion oder teamarbeit zu tun. Ebenso mit der gewuenschten lebenszeit und anwendungsdichte.

Nur auf der grundlage freier software ist dies ueberpruefbar, um der moeglichen kombinatorik gerecht zu werden. Bei propietaerer software nur mit Re-engineering.

- Life-Cycle-Management

Ich vermute, du meinst versionsverlaeufe. Die problematik ist an die kontinuitaet der entwickler(gruppe) gebunden. Allerdings sind wir nur mit freier software in der lage, selbst hand anzulegen.

- Bewertbarkeit von Sicherheit durch Dritte

Im eingeschraenkten funktionalen raum gilt es fuer beide bereiche. Auch fuer die kombinatorischen simulationen, die nicht real sein muessen. Also nicht in der anwendung entstehen. Wenn wir aber den raum der gesamten kombinatorik untersuchen wollen, brauchen wir den Source-Code, um das kombinatorische potential abschaetzen zu koennen, das auch intern vorhanden ist.

- Verfahren der Schließung von Sicherheitslücken, Reaktionszeit

Auch hier ist die basis bei freier und propietaerer software die gleiche. Erst wenn die entwickler(gruppe) nicht mehr existiert oder nicht reagiert, brauchen wir den Source-Code.

- Rechtliche Verantwortung

Das hat ja Hanne schon deutlich erklaert. Ich kenne mich damit nicht aus.

Generell:

Viele augen sehen mehr. Das setzt die teilnehmer voraus. Im propietaeren bereich ist das limitiert. Im freien bereich offen.

Unter der vorraussetzung, dass aktive anwender existieren, hat die propietaere software keine zukunft. Weder qualitativ, noch unter stabilitaet, noch unter anpassungsfaehigkeit.

Es ist aber nur ein potential. Wenn der konsumismus dominiert, ist es sowieso das gleiche. Dann koennen wir uns mit einer formalen checkliste behelfen, die immer nur einen kleinen teil des funktionalen raums pruefbar macht.

mit lieben gruessen, willi


On 7/4/2017 05:00, Matthias Kirschner wrote:
Ich bin übernächste Woche zu einer Tages-Veranstaltung eingelanden bei
der es um die Sicherheitsbilanz von Freier Software geht. Könntet ihr
mir noch etwas Rückmeldung dazu geben, wie ihr die Punkte seht?

Zu der Veranstaltung: Im ersten Schritt soll herausgearbeitet werden,
welche (für Sicherheit erheblichen) Charakteristika freie Software und
proprietäre Software unterscheiden:

- Qualität der Entwicklung (Hierzu habe ich z.B. gestern den
  Interessanten Artikel gelesen: https://lwn.net/Articles/718411/ )
- Life-Cycle-Management
- Bewertbarkeit von Sicherheit durch Dritte
- Verfahren der Schließung von Sicherheitslücken, Reaktionszeit
- Rechtliche Verantwortung

Im zweiten Schritt soll bei der Veranstaltung ein Raster entwickelt
werden, das Anwender von Software anlegen können, um
anwendungsspezifisch zu beurteilen, ob für die Sicherheitsanforderungen
des jeweiligen Bereichs der Einsatz von freier oder proprietärer
Software eine bessere Sicherheitsbilanz aufweist.

Freue mich über Eure Kommentare/Verweise/Anregungen.

Dankeschön
Matthias

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