Liebe freunde,
wir haben nun wirklich gute antworten erhalten wie z.zb von Alexander und Theo und Florian. Und ich will auf einige punkte hinweisen, weil sie manchmal so nebenher in die diskussion einfliessen.
1) Wir haben es mit 2 grundverschiedenen anwendungsbereichen zu tun. Einzelnutzer und Gruppennutzer. Und da koennen wir nicht so einfach darueber hinweg sehen.
2) Die NutzerInnen stehen immer im vordergrund. Jedweder versuch, NutzerInnen auf eine andere schiene zu bringen, wird notwendig schief gehen. Die vorraussetzung, einen systemwechsel in der arbeitsweise mitzugehen und zu unterstuetzen, setzt den wunsch dafuer voraus.
3) Das argument, alte hardware mit freier software nutzen zu koennen, ist unsinnig. Die hardware muss immer eine redundanz beinhalten. Also die systemkapazitaet muss deutlich hoeher als die geforderte maximale leistung sein. Und das heisst vor allem, dass virtueller speicher ueberfluessig wird. In bezug auf die qualitaet der monitore sind wir uns bestimmt sofort einig. Und analoge uebertragung zum monitor ist einfach schwachsinnig.
4) Auch das argument von kostenfreier beschaffung zieht nicht, wie hier allseits bestaetigt wird. Wir sind in einem zustand der transformationen und muessen in den einzelnen segmenten noch viel tun.
5) Ein systemuebergang der clients und server in Muenchen von arbeitsgruppen, wie es zu anfangs dort beschrieben wurde, kann nur sanft und damit parallel erfolgen. Es muss also eine phase existieren, wo die anwenderInnen mit unterschiedlichen systemen arbeiten koennen, so wie sie es gewohnt sind. Hier koennen wir dem prinzip folgen: "Wir schaffen etwas Neues, was das Alte ueberfluessig macht".
Ich habe aehnliche erfahrungen in Latein Amerika mit den Flisol treffen gemacht. Das waren ja alles einzelnutzerInnen. Bei diesen treffen steht nur ein standardisierter uebergang als thema. Spezifische persoenliche vorlieben und gewohnheiten werden nicht beruecksichtigt.
Sobald es auch dort um arbeitsgruppen aus verschiedenen staatlichen instanzen ging, war keine ueberzeugungsfaehige grundlage mehr vorhanden.
Ich unterstuetze das "PMPC" konzept, weil es die grundlage war und sich sehr bestaetigt hat. Alles, womit wir heute arbeiten, kommt aus dieser zeit. Bis fast bis zum ende des 20.jahrhunderts galt in der USA, dass jedes projekt oeffentlich sein muss, wenn oeffentliche gelder dafuer zur verfuegung gestellt werden.
Ein grosses problem sehe ich in der individualisierung und kleinkraemerei in den oeffentlichen instanzen. Es laege nahe, dass die IT-abteilungen aller kommunalen einrichtungen, wenn sie existieren, kooperieren und gemeinsame grundloesungen fuer ihre anforderungen suchen. Hier geht es weniger um die grafische gestaltung der oberflaeche, sondern um den funktionellen teil.
Das gleiche gilt fuer die datenbanken, weil sie ja wohl das zentrale glied kooperativer arbeitsprozesse sind. Damit entsteht so etwas wie kommunale technische informatik in ihrem netzwerk.
Nun noch generell zum uebergang. Im server bereich, in embedded systemen, in prozess technologie ist es sowieso klar. Es geht also mehr um den bereich der nutzerInnen, einzeln oder als gruppen. Und auch hier brauchen wir einen sanften uebergang. Unter Linux mit Wine oder KVM. Unter Windows jetzt mit aehnlichem fuer Posix-anwendungen. Wir muessen also immer in der lage sein, auf einem beliebigen bestehenden system beliebigste anwendungen anderer systeme nutzen zu koennen, bis wir uns fuer ein anderes system entscheiden.
Die groesste anzahl von EinzelnutzerInnen sind triviale standard anwenderInnen. Ob sie sich fuer einen uebergang entscheiden, ist fuer mich relativ bedeutungslos. Browser, Mailclient, audio/video stream ist sowieso meist das gleiche und zumeist freie software. Wenn sie probleme mit ME (management engine) und viren/trojaner haben, werden sie sowieso nach alternativen ausschau halten.
Fuer anspruchsvollere anwenderInnen gibt es heute schon klare bereiche. Grafik/PrintPostprocessing mit OSx, hardware/software entwicklung mit Unix/Linux, Dokumenten gestaltung je nach typ der anwendung. Spieler nutzen meist Windows. Sollen sie.
mit lieben gruessen, willi Asuncion, Paraguay _______________________________________________ FSFE-de mailing list [email protected] https://lists.fsfe.org/mailman/listinfo/fsfe-de
