Am 31.07.2018 um 21:10 schrieb Henning Thielemann 
<[email protected]>:
> 
> Ich lese daraus mal wieder, dass unfreie Software, wie sie in Treibern 
> verbaut ist, ein Problem ist. In bestimmten Bereichen gibt es anscheinend 
> keine Standards und damit 
Hallo,

das Problem sind nicht die unfreien Treiber, sondern die Tatsache, dass der 
Linux-Kernel als monolithischer Kernel Designt wurde. Dabei wurde nie daran 
gedacht, Gerätetreiber von Dritt-Anbietern zu unterstützen. Vielmehr vertritt 
man die Philosophie, dass allle Gerätetreiber in den offiziellen Linux-Kernel 
integriert werden sollen.

Aufgrund der Möglichkeit sogenannte Kernelmodule zu entwickeln, gibt es aber 
die Möglichkeit Kernelmodule außerhalb des offiziellen Kernels bereitzustellen. 
Dies verursacht aber das Problem, dass diese Kernelmodule bei jeder neuen 
Kernelversion neu übersetzt werden müssen. Hierbei kann das Problem auftreten, 
dass aufgrund von geänderten Kernelstrukturen Anpassugen an diesen 
Kernelmodulen notwendig werden.

Schon vor ein paar Jahren durfte ich die Erfahrung machen, dass das Paket für 
den WLAN-Chipsatz von Broadcom, wie er im MacBook Pro vorkommt, bei Ubuntu 
schlechter gepflegt wurde, als unter Fedora. Ein Kollege in der Lug berichtete 
mir von Kernel Panics unter Ubuntu. Bei genaueren Nachforschungen stellte sich 
heraus, dass sowohl ich, als auch er die gleiche Kernelversion benutzten. Bei 
einer Analyse der bereitgestellten Pakete stellt sich heraus, dass bei Ubuntu 
ein Patch fehlte, der das eben beschriebene Problem für diese Kernelversion 
beheben sollte.

Zum Schluß möchte ich noch anmerken, dass die Richtlinien für die 
Bereitstellung von Paketen unter Fedora die Veröffentlichung von Kernelmodulen 
explizit untersagt. Das ist also kein Problem der gewählten Lizenz des 
entsprechenden Kernelmoduls, sondern der oben angerissenen Problematik von 
Kernelmodulen geschuldet.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Schmitt
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