On 19.12.21 23:30, Antje Kazimiers wrote:
> On 12/19/21 6:57 PM, Dr. Michael Stehmann wrote:
>
>> Beim ("hoch"-)Voten sehe ich das Problem des Populismus.
>>
>> Und zwar sowohl bei den Verfassenden von Beiträgen, als auch auf der
>> Seite der Votierenden.
>
> Ein soziale Problem, welches man bei Adhocracy mit Technik lösen wollte,
> ist, dass in einem Offline Raum ab einer bestimmten Anzahl an Personen
> diejenigen mehr Raum bekommen, die lauter sind und länger sprechen und
> nicht unbedingt diejenigen, die das beste Argument vortragen.Ein wichtiger Punkt. > > Ich glaube, bei Adhocracy gab es auch den Gedanken, dass es sinnvoll > sein kann, die Beiträge anderer umzuschreiben, um eine wirklich > stichhaltige Argumentation zu erhalten. Das sehe ich grundsätzlich auch so, aber das ist nicht trivial umsetzbar, weil "Verbesserungen" ggf. subjektiv sind und sich z.B. die Frage stellt, was passiert mit Gegenargumenten, die nicht mehr zum veränderten Argument passen. (Ist aber technisch bestimmt zufriedenstellend machbar.) > > Aber das Umschreiben könnte sowohl bei populistischen Beiträgen, als > auch bei Kommentaren, die die Regeln des gepflegten Diskurses verletzen, > hilfreich sein. Im Sinne der Skalierbarkeit des Moderationsaufwandes würde ich eher dafür plädieren, dass Beiträge, die bestimmte Qualitätsstandards nicht erfüllen "geflaggt" werden sollten und vom Original-Urheber überarbeitet werden müssen. Wenn das nicht geschieht bleiben sie unsichtbar oder zumindest versteckter. > Mich hat im Original-Post gewundert, dass die Asynchronität der > Kommunikation als problematisch angesehen wird. Das hatte ich nicht weiter ausgeführt, weil ich fälschlicherweise dachte, das das offensichtlich ist. Ich halte Zeitverzögerung zwischen den Kommunikationsakten für Herausforderung, weil man sich jedes Mal neu ins Thema reindenken muss. Das ist a) mentaler Aufwand und b) auch fehleranfällig. Ich habe es schon öfter erlebt, dass Leute in eine Diskussion einsteigen, die sie offenbar nicht von Anfang an nachvollzogen (oder ggf. vergessen) haben. Das senkt natürlich die Diskursqualität. > Um textliche Argumentation zu durchdenken benötigt man Zeit da passt > Asynchronität ganz gut denke ich. Das ist auch wahr. Asynchronität ist bei komplexeren Themen und größeren Gruppen eh nicht zu vermeiden und hat den positiven Nebeneffekt, dass man über Argumente nachdenken und eine Sachlage recherchieren kann. Die Probleme a) Reindenk-Aufwand und b) Fehleranfälligkeit gibt es aus meiner Sicht trotzdem. Um sie zu reduzieren und das Nachdenken über die bisherigen Positionen zu vereinfachen finde ich deshalb eine *übersichtliche Darstellung* des aktuellen Diskussionsstandes sehr wichtig. Beste Grüße und weiterhin Danke für das interessante Feedback! Carsten -- https://python-fuer-ingenieure.de (Website zum "... für dummies"-Buch) https://tu-dresden.de/pythonkurs (Pythonkurs für Ingenieur:innen) https://dresden.bits-und-baeume.org/ https://cknoll.github.io (Blog) https://social.tchncs.de/@cark (Mastodon-Profil) https://tuuwi.de (TU Umweltinitiative) https://fsfw-dresden.de (HG für Freie Software und Freies Wissen) https://sober-arguments.net (Web-App für konstruktivere Diskussionen) https://moodpoll.uber.space (Web-App u.a. zum systemischen Konsensieren) https://plq.de (Gründungsinitiative der Partei für Lebensqualität) Was bedeutet eigentlich der Anhang "signature.asc"? -> http://cknoll.github.io/emails-signieren.html
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