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Einladung zu Beiträgen

"Demokratietheorie in Zeiten der Globalisierung"
Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft
Nr. 1/2 (2011)

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Die Demokratie als Regierungsform ist schon vor geraumer Zeit in die
Krise geraten. Colin Crouch hat mit seinem Buch "Postdemokratie" die
Symptome jener Krise analysiert. Der Enthusiasmus der frühen
90er-Jahre, der angesichts des Systemwechsels von
nicht-demokratischen Herrschaftsformen in Osteuropa, Ostasien,
Lateinamerika und Afrika geherrscht hat, ist inzwischen verstummt.
Defizite liberaler Öffentlichkeit, autoritäre politische Kultur und
unzureichende sozio-ökonomische Einbettung der Demokratie wurden
sichtbar. Wie reagiert die Politikwissenschaft auf diese ernsten
praktischen Probleme demokratischer Herrschaftsordnungen?

Beiträge zu folgenden Aspekten des Themas sind möglich und erwünscht:

1. die theoretischen Debatten vor dem Hintergrund der klassischen
Demokratiekonzepte angesichts des sich mit der gewandelten Stellung
des Nationalstaates verändernden Koordinatensystems demokratischer
Herrschaft,

2. zu Fragen, die mit dem Auftauchen "neuer Akteure" der Demokratie
verbunden sind,

3. zu Problemen, die in der postsozialistischen Transformation
Osteuropas sichtbar geworden sind,

4. und zu solchen, die sich aus der aktuellen Entwicklung der
internationalen Beziehungen ergeben. Es geht dabei um einzelne Fragen
wie die folgenden: Was sind die Möglichkeiten und Grenzen des
Governance-Begriffs bezüglich der Integration neuer Aspekte von
Demokratie als partizipativer Ordnung? Wie aktuell ist angesichts der
jüngsten Krisenerfahrungen die Idee einer sozialen Demokratie mit
ihrer starken Betonung partizipativer Aspekte? Welche Erfahrungen und
demokratiepolitischen Konsequenzen haben "private public
partnerships"? Was ist aus den "neuen AkteurInnen", wie etwa den
NGOs, geworden? Ist eine Massendemokratie ohne starken Sozialstaat
überhaupt möglich? Verliert ohne eine funktionierende Staatlichkeit
Demokratie an Legitimität? Wie ist insgesamt die
Internationalisierung des Politischen zu bewerten? Gibt es die
Möglichkeit demokratischer Herrschaft und demokratischer
Partizipation außerhalb des Nationalstaates? Regional sind
insbesondere auch Beiträge erwünscht, die Erfahrungen aus
Lateinamerika und Osteuropa bearbeiten.

Es wird vorab um Beitragsvorschläge in Form eines ca. ein- bis
dreiseitigen Abstracts als Themenabriss mit einer kurzen Skizze der
zentralen Forschungsfragen, Ausgangshypothesen und Methodik an die
HeftherausgeberInnen gebeten.

Themenvorschläge (Abstracts) bis 15.03.2010 per E-Mail an die
HerausgeberInnen. Danach wird durch die HerausgeberInnen entschieden,
wie die genaue Struktur der beiden Hefte gestaltet wird.

Für Heft 1 hat U. Brand, für Heft 2 D. Segert die jeweilige
technische Verantwortung.

Die auf Grundlage der Abstracts ausgewählten Beiträge müssen danach
für Heft 1/2011 bis 15. September 2010, für Heft 2 bis 15. Dezember
2010 die HerausgeberInnen erreicht haben.

Ulrich Brand: [email protected]
Eva Kreisky: [email protected]
Dieter Segert: [email protected]

Web: http://www.oezp.at/getCallForPapers.php?id=14
 
 
 
 
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