Süddeutsche Zeitung, Nr. 10 vom 13. Januar 2006, S. 11. Ijoma Mangold: 
Deutschland, ein Rittermärchen. Warum die deutsche Kultur im Ausland so 
erfolgreich ist.

" (...)

Mentalitätsgeschichtlich hatte die alte Bundesrepublik konsequent den Anschluss 
an den Westen gesucht. Alles Ritterhafte an Deutschland wurde gründlich 
exorziert. Aber im Bewusstsein des Auslands lebte das im Guten wie im Bösen 
viel Ungebrochener fort. Das bekannteste Beispiel dafür dürfte Ernst Jünger 
sein. Für die Bundesrepublik war er quasi bedeutungslos geworden, etwas, mit 
dem man im besten Fall nichts anfangen konnte oder das man sogar bewusst 
ausgrenzte. Während Frankreich den ehemaligen Besatzungsoffizier viel 
selbstverständlicher als Repräsentanten deutscher Kultur würdigte - gipfelnd in 
zwei Besuchen, die Francois Mitterand [sic!] Ernst Jünger in Wilfingen [sic!] 
abstattete. Es ist das Jekyll-Hyde-Modell, von dem sich das Ausland fasziniert 
zeigt. (...)"





Zwei Seiten weiter wird Julia Enckes Dissertation als die wichtigste 
Publikation des Jahres 2006 gewürdigt von Gerd Krumeich:
Julia Encke: Augenblicke der Gefahr. Der Krieg und die Sinne 1914-1934. Wilhelm 
Fink, Paderborn 2006. Darin natürlich auch reichlich Jünger.


schöne grüße rundum, tw
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