Ein Dichter mag zurückgezogen leben, spätestens nach seinem Tod gräbt man die 
Affären aus, sogar das bürgerliche Feuilleton scheut nicht vor Großaufnahmen, 
unter dem Deckmantel der Literaturgeschichte, versteht sich. Liegt der Tod 
erst mal ein paar hundert Jahre zurück, ist das dann kein Thema mehr, es  
interessiert kaum, was Walther von der Vogelweide oder Michel de Montaigne für 
Freundinnen hatten.

Harald Schmidt hält Jünger für die jungen Leute lebendig, allerdings 
reduziert auf den Mann unter der Offiziersmütze mit dem Hakenkreuz. Er hätte 
noch ein 
paar Maikäfer auf das Tableau setzen dürfen.


Gruß

Walter Hedderich
 

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