Liebe Jünger-Freunde,

am 15. September findet in Frankfurt/Main die Uraufführung der Komposition 
"Über die Linie VII" von Wolfgang Rihm statt. Weiteres siehe unten.
Beste Grüsse rundum,
Ihr / Euer
tw




http://cms.frankfurt-live.com/front_content.php?idcat=5&idart=20664


(06.09.07) Am Puls der Zeit: Nicht weniger als drei Uraufführungen stehen am 
Samstag, 15. September 2007, von 20.00 Uhr an in der Alten Oper Frankfurt auf 
dem Programm. Bei ihrem Solo-Konzert im Rahmen des Komponistenporträts des 
diesjährigen Auftakt-Festivals, das dem estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür 
gewidmet ist, spielt die Geigerin Carolin Widmann Über die Linie VII von 
Wolfgang Rihm, Study lII for Treatise on the Veil von Matthias Pintscher sowie 
Confession von Erkki-Sven Tüür.

Die international gefragte Geigerin, die seit Oktober vergangenen Jahres eine 
Professur an der Leipziger Musikhochschule hat, gilt als Spezialistin für Neue 
Musik. "Selbstverständlich bin ich", sagte sie in einem Interview mit der neuen 
musik zeitung, "durch meinen Bruder [den Klarinettisten und Komponisten Jörg 
Widmann] auf Neue Musik aufmerksam geworden, weil ich in meiner Jugend schon 
viel gehört habe". Ihre Ausbildung begann sie im Alter von 13 Jahren an der 
Münchner Musikhochschule; später studierte sie auch bei Igor Ozim, Michèle 
Auclair und David Takeno. Für ihre Bemühungen um zeitgenössische Musik wurde 
ihr 2004 der Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung verliehen; die Jury 
würdigte vor allem ihren "Mut, ihr überragendes Können und viel gestalterische 
Phantasie".

Erkki-Sven Tüür, am 16. Oktober 1959 auf der estnischen Ostseeinsel Hiiumaa als 
Sohn eines Pfarrers und einer Bankangestellten geboren, ist einer der 
bemerkenswertesten und vielseitigsten Künstler seiner Generation. Zu seinem 
Werkkatalog gehören mehr als 20 Film- und Theatermusiken, Konzert- und 
Kammermusiken, Oratorien und Orchesterstücke, die viele Stilelemente mit 
Improvisatorischem und Avantgardistischem vereinen, sowie die Oper Wallenberg 
(2001). Seit der Perestroika werden seine Kompositionen auch außerhalb Estlands 
aufgeführt. Der internationale Durchbruch gelang Erkki-Sven Tüür 1989 in 
Finnland mit dem Werk Insula deserta. Es folgten Aufträge aus Stockholm, Los 
Angeles, Toronto, New York, Großbritannien. Bei seiner jüngsten Komposition, 
Confession, handelt es sich um ein Auftragswerk der Alten Oper Frankfurt.

2003 stand der 1971 geborene, international erfolgreiche Komponist Matthias 
Pintscher im Mittelpunkt des Auftakt-Festivals der Alten Oper; seine 
Kompositionen sind seitdem hier regelmäßig zu hören. Auch sein neues, im 
Auftrag der Alten Oper sowie des Musée du Louvre und des Festivals d'Automne à 
Paris entstandenes Werk ist Teil eines work in progress. Inspiriert ist sie von 
dem Zyklus Treatise on the Veil des amerikanischen Malers Cy Twombly. Nach der 
Nr. 1 (für Violine und Violoncello; UA 2005); folgte 2006 Nr. 2 (für Violine, 
Viola und Violoncello). Sein Zyklus ist, bekennt Pintscher, eine "Hommage an 
den von mir sehr verehrten Künstler" [Cy Twombly], die einzelnen Teile 
"Versuche über die perspektivische Linie [...] Manchmal wünsche ich mir, wie 
ein Zeichner direkt in den Klang der Instrumente hineinschreiben' zu können..." 
Das dritte Werk seines Zyklus' hat Matthias Pintscher "for Carolin Widmann" 
geschrieben.

Auch Wolfgang Rihms Über die Linie VII ist ein Auftragswerk der Alten Oper. Der 
außerordentlich vielseitige Komponist, Jahrgang 1952 und seit 1985 Professor an 
der Musikhochschule seiner Heimatstadt Karlsruhe, setzt damit eine vor sechs 
Jahren begonnene Werkreihe fort (Nr. I für Solo-Cello, Nr. II für Klarinette 
und Orchester, Nr. III Astralis für kleinen Chor, Violoncello und zwei Pauken, 
Nr. IV für Viola und Orchester, Nr. V für Altposaune und zwei Orchestergruppen 
und Nr. VI für Altflöte, Violine und Violoncello). Den Titel übernahm Rihm, dem 
die Alte Oper 2002 das Komponistenporträt des Auftakt-Festivals gewidmet hat, 
von Ernst Jüngers 1950 erschienenem gleichnamigen Aufsatz, auf den Martin 
Heidegger fünf Jahre später mit seiner Schrift über »Die Linie« antwortete.

Zum Abschluss des Abends spielt Carolin Widmann die sechs, 1975/76 entstandenen 
Capriccen von Salvatore Sciarrino (geboren 1947 in Palermo), die sie bereits 
auf CD eingespielt hat.

Karten zu € 13,- 17,- 21,- 25,- (Endpreise), telefonischer Kartenvorverkauf: 
(069)1340400


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