Hallo, liebe Liste,

ich sehe das so ähnlich wie Thomas: Man kann auf den screenshots und
mancher, wenig aufschlussreicher pdfs etc. erkennen, dass da eine ganz
attraktive Oberfläche, die natürlich aufgrund ihrer Einfachheit auch
vertrauenerweckend wirkt, da ist - aber die "inneren Werte" sind nirgendwo
angegeben, nirgendwo gibt es eine Demo-Installation, wo man mal - wie bei
Stud.IP oder ILIAS oder Metacoon etc. ausprobieren könnte, wie sich die
Sache anfühlt...
Dazu kommt, dass mich der hier angepriesene asynchrone Abgleich mit
Schulverwaltungsdaten eher stutzig macht: Ein gut programmiertes Moodle /
Horde etc. greifen auf diverse Datenbanken direkt zu - mir scheint dieser
asynchrone Abgleich eher so etwas wie ein Notnagel zu sein, damit irgendein
armer Datenverwaltungsdackel per Import / Export nachts die
XMood-Verwaltunsgdaten auf den neuesten Stand bringen kann...

Ich denke auch, dass mittlerweile derart tolle Kommunikationsplattformen
zur Verfügung stehen, dass ich das Geld lieber in eine gute Wartung einer
Moodle-Plattform stecken würde. Die kann man auch durch Hunderte von
Modulen und Skins derart klasse konfigurieren, dass an der Schule kam noch
Wünsche offen bleiben.
Bei http://www.campussource.de kann man übrigens weitere attraktive
Lenrplattformen finden. Auch wenn die - so wie im Fall von ILIAS - eher zum
Unibetrieb passen, lassen sie sich meist an den schulischen Rahmen
anpassen. Wenn's also Moodle nicht sein soll: Auch StudIP ist toll und
dafür gibt's bereits die Android-Apps...mit einem Demo-Zugang lassen sich
diese Plattformen testen. Ein versierter Kollege kann sie in einem
LAMPP-Umfeld installieren und nach Herzenslust ausprobieren.
Was das sharing von Anwendungen geht: Wenn nicht jeder Netzteilnehmer
ähnlich gute Netzwerk-Voraussetzungen hat, ist das Netzwerk-Arbeiten
problematisch. Warum nicht die (teuer angeschaffte) dezentrale
Computer-Intelligenz nutzen, offline mit LibreOffice und Co. - sprich, mit
Open Source-Programmen erster Güte - arbeiten und dann kurzfristig das Netz
"belasten", indem man die fertigen Ergebnisse auf die Lernplattform
hochlädt. Bei Cloud-Lösungen, wie owncloud etc. kann man auch darauf
verzichten, sofern man diszipliniert mit den cloud-Verzeichnissen umzugehen
weiß.

Mein Fazit: Eine schlische Lösung sollte bereits im Vorfeld der Werbung
transparenter agieren (Demo-Plattform), damit ich ihr anfangen kann, zu
vertrauen. Es gibt zudem bereits hervorragende Open-Source-Lösungen, die
man ausprobieren sollte. Das Geld lieber in einen Wartungs- oder
Supportvertrag stecken.

Lieber Grüße
Christoph Günschmann


Am 8. Dezember 2014 um 16:09 schrieb Thomas Schröder <
[email protected]>:

> Hallo Hans-Willy,
> hallo Liste,
>
> Wenn ich so etwas lese...
>
> Bei jedem Schraubenzieher muss man inzwischen aufpassen, ob an sich an
> alle budgetrechtlichen Vorgaben hält. Und gleichzeitig werden auf der
> Ebene der Schulträger Unmengen an Geld für Funktionalität ausgegeben,
> die mit kostenlosen Mitteln, ohne Vendor-Lock-in, quelloffen und
> trotzdem oft sehr gut supportet, genau so bereitgestellt werden können.
>
> Zugriff auf die eigenen Verzeichnisse? Haben wir OOTB (webbasiert,
> theoretisch mit jedem Gerät möglich), Seafile/Owncloud/Horde - man hat
> die freie Wahl.
>
> Anbindung der Benutzerverwaltung? Schon jetzt per LDAP vom Server aus
> möglich, andersherum wäre das mit offenen Standards sicher kein
> Problem, so etwas zu replizieren (was immer eine zentrale
> Nutzerverwaltung bringen soll - selbst schulintern bekommt man die
> Schülerdaten ja schon nicht wirklich sauber in den Griff).
>
> Sucht man eine didaktische Lern- und Kommunikationsplattform, hat man
> mit Moodle eine kostenlose, weit verbreitete und sehr ausgereifte
> Lösung an der Hand, bei der kaum Wünsche offen bleiben dürften.
>
> Warum steckt man das Geld nicht in die Entwicklung quelloffener
> Lösungen, von denen viele profitieren und die keine Abhängigkeiten von
> einem Produkt oder einer Firma schaffen. Wo sind die kompetenten
> Entscheider, die sagen: "ok, Euer Produkt interessiert uns, aber ohne
> offene Standards werdet ihr von uns kein Geld sehen."
>
> Aber ich erlebe das gerade selbst wieder... Einkauf einer neuen
> Smartboard-Software. Das quelloffenen OpenSankore wird einfach
> weitgehend ignoriert. NICHT etwa "geprüft und sich sachlich dagegen
> entschieden". Nein, ein paar große, teure Anbieter werden angeschaut,
> "einer von denen muss es dann werden"...
>
> Sorry :-) etwas OT und ich weiß - viele sind froh, wenn es IRGENDEINE
> Lösung gibt... Aber wenn man mal zusammenrechnet, was man mit dem
> Geld, was im Bildungsbereich für "Lösungen" a la Microsoft, Apple oder
> all die Schulserver (die hemmungslos auch mal 10.000 Euro von einer
> Schule verlangen und dabei nichts bieten, was linuxmuster.net nicht
> auch kann) insgesamt ausgegeben wird... und es gibt offenbar immer
> wieder "Entscheider", die sich da in ihrer Sachunkenntnis blenden
> lassen... was könntet man mit diesem (öffentlichen Steuer-)Geld nicht
> alles gutes tun...
>
> Viele Grüße,
> Thomas
>
>
>
> Am 08.12.2014 um 14:59 schrieb Hans-Willy Muksfelde:
> > Im Hintergrund läuft ein Server,der automatisch die Inhalte,
> > Dateistrukturen und Anmeldedaten in der Schule mit einem externen
> > Server im  Internet zur Verfügung stellt. Dabei ist das Endgerät
> > unerheblich (Bring your own device) Interessant ist die
> > Benutzerverwaltung, die direkt an die Schulverwaltung gekoppelt
> > wird. Soll angeblich auch alles mit den Datenschützern in SH
> > abgeglichen werden/worden sein(?)
> >
> > Die Lösung ist nicht gerade günstig und zumindest bisher nicht
> > modulartig von anderen Systemen zu übernehmen. Klar, die wollen ja
> > auch Geld verdienen ;-)
> >
> > P.S. Wir nutzen Logodidact. Damit können die Lehrkräfte auch auf
> > Dateien und Verzeichnisse des Schulnetzes sowie das Intranet
> > zugreifen. Programme müssen dann aber lokal vorhanden sein. Da
> > unsere Internetanbidung noch sehr mager ist (T@school-Anschluss,
> > DSL16000), kann das natürlich nicht von allen Schüler genutzt
> > werden. Die Bandbreite, speziell upload  ist einfach zu gering.
> >
> > Grüße aus Lübeck
> >
> > Hans-Willy Muksfelde Oberschule zum Dom
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