On Mon, 19 Nov 2007 18:42:40 +0100 Alexandra Reill wrote:

> Oh, das heisst, es wurde für 2007 unverzüglich wieder um 208.999,72 
> gekürzt, indem die netbase 2006 doch nicht aus einem anderen Ressort 
> finanziert wurde. Das ist aber für eine Stellungnahme 2007/2008 auch 
> interessant. Woher kamen die 208.999,72, wenn es sie nicht gegeben hat, 
> und wo sind sie jetzt?

was verstehst Du unter Ressort? Meinst Du das haette aus einem anderen
Topf als aus "Kunst und Kultur" kommen koennen oder lediglich nicht
aus seinem Sub-Topf "Neue Medien"? Sub-Topfe gibts ja verschiedene:
Von Museen, Theater, Musik bis zu "Sonstige Foerderungen".

Es gibt ubrigens einen Sub-Topf "Kulturinitiativen, Zentren" weil zuletzt
ja auch das Thema Public Metalab, QDK netspace oder FunkFeuer t0 bzw
eigentlich "Basisfoerderung" von Einrichtungen/Infrastruktur angesprochen
wurde. Trotz Sympathie fuer all diese Einrichtungen und den Wunsch bzw.
die Notwendigkeit einer Planung aufs ganze Jahr sollte das natuerlich nicht
so stark einzementiert werden, dass neue Einrichtungen und Mini-Infra-
strukturen kein Chance mehr haben.

Also ohne Antwort aber zur allf. nochmaligen Rezeption bzw. auch hinsichtlich
der Netznetz-Antwort auf den Fahrplan die Gemeinderatsprotokolle

-> http://wien.gv.at/mdb/gr/2006/gr-009-w-2006-05-24-053.htm

| Gemeinderat, 9. Sitzung vom 24.05.2006, Wörtliches Protokoll  -  Seite 53 von 
108
...
| Wir kommen zur Postnummer 26 der Tagesordnung, Subvention an “t0 – Institut 
für
| neue Kulturtechnologien“.
...


Zitat noch ein bissl vor den Netzkultur begonnen, weil da der Beirat
erwaehnt wird bezuegl. Kunst im oeffentl. Raum, und weiter unten wird
davon gesprochen dass man da auch nicht zufrieden ist.

Auf den Sager von Franz-Ferdinand Wolf/OeVP hab ich eh schon wiederholt
hingewiesen: "Im Übrigen ist noch darauf hinzuweisen, dass die Förderung
mit 500 000 EUR für diesen Bereich wahrscheinlich zu gering ist, ..."

-> http://wien.gv.at/mdb/gr/2007/gr-018-w-2007-03-02-051.htm ff.  

--- snip ---

Gemeinderat, 18. Sitzung vom 02.03.2007, Wörtliches Protokoll  -  Seite 51 
von 104

[...]

Wenn Kollege Stefan gesagt hat, Kunst im öffentlichen Raum ist fraglich, 
dann muss ich sagen: Für mich ist auch fraglich, warum Sie die Anträge nicht 
besser lesen. Denn dann hätten Sie gesehen, dass es nicht um ein Projekt von 
Valie Export geht, das gefördert wird, sondern um ein Musikprojekt des 
Künstlers Oliver Hangl in einem Raum, den Valie Export schon viel früher am 
Gürtel geschaffen hat, das heißt, es gibt nur ein Projekt von Valie Export.

Zu Valie Export kann man nur feststellen, es handelt sich bei Valie Export - 
und das ist vielleicht ein Problem des Redners - um eine der bedeutendsten 
Künstlerinnen der Zweiten Republik. Wir können sehr glücklich sein, dass sie 
in dieser Stadt ihre Projekte realisiert.

Zur Auswahl kann man nur sagen: Es gibt einen hochkarätig besetzten Beirat, 
der die Projekte beurteilt. Die Entscheidung liegt selbstverständlich nicht 
bei der Politik, die Entscheidung liegt nicht beim Kulturstadtrat. Die 
Politik und der Kulturstadtrat haben die finanziellen und organisatorischen 
Voraussetzungen zu schaffen, in deren Rahmen ebendieser unabhängige Beirat 
die Projekte auswählt. Wir sind sehr froh, dass derart hochkarätige Projekte 
realisiert werden, und ich glaube, wir können auch auf diesem Gebiet auf 
unsere Kulturstadt sehr stolz sein.

Die beiden Anträge, die wir heute hier beschließen werden, schaffen dafür 
die besten Voraussetzungen, um auch in Zukunft das erfolgreiche Projekt 
Kunst im öffentlichen Raum fortsetzen zu können.

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Wir kommen damit zur Abstimmung.

[...]


Wir kommen zur Postnummer 47 der Tagesordnung. Sie betrifft eine Subvention 
im Bereich „Netzkultur".

Berichterstatter ist wiederum Herr GR Woller. Ich bitte ihn, die Verhandlung 
einzuleiten.

Berichterstatter GR Ernst Woller: Ich ersuche um Zustimmung.

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Zum Wort gemeldet ist Herr GR Mag Ebinger. 
- Bitte.

GR Mag Gerald Ebinger (Klub der Wiener Freiheitlichen): Danke schön, Herr 
Vorsitzender! Meine Damen und Herren!

Ich kann es ganz kurz machen: Wir sind uns auch der Bedeutung dieser 
„Netzkultur" bewusst, würden uns aber auch nachvollziehbarere, 
transparentere Kriterien wünschen. Deswegen werden wir diesem Akt nicht 
zustimmen.

Sehr wohl zustimmen werden wir aber dem Antrag der Kollegen Wolf und Dworak, 
die eine Evaluierung des Fördersystems und nachvollziehbare, transparente 
Richtlinien verlangen. - Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Nächste Rednerin ist Frau GRin Mag Ringler. 
- Bitte.

GRin Mag Marie Ringler (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Damen und Herren!

Das Thema „Netzkultur" ist ja ein durchaus kontroversielles, das uns die 
letzten Jahre immer wieder auch begleitet hat. Die Kontroverse will so recht 
nicht aufhören, nicht zuletzt deshalb, weil immer noch viele Leute - auch 
innerhalb der Szene der KünstlerInnen und Kulturschaffenden - zu Recht sehr, 
sehr kritisch sind, was dieses Modell betrifft.

Sie wissen, dass wir dem immer freundlich, aber doch auch kritisch 
gegenübergestanden sind, weil man zu Recht die Frage stellen kann, wenn man 
sich die Ergebnisse der letzten eineinhalb, zwei Jahre anschaut, ob nicht 
das Modell so, wie es angelegt war, leider viel zu kurzfristig geplant war, 
auch organisatorisch sicherlich suboptimal gehandhabt wurde und 
schlussendlich, muss man sagen, über weite Strecken zu tiefen Zerwürfnissen 
innerhalb der Kunstschaffenden geführt hat. Mittlerweile gibt es 
Klagsdrohungen gegenüber Einzelnen, die sich sozusagen aufgrund der 
Entwicklungen, die dadurch entstanden sind, ganz massiv auch gegenseitig 
Dinge an den Kopf geworfen haben.

Das ist eine Entwicklung, die wir jedenfalls in höchstem Maße für traurig 
und bedenkenswert halten und die eher auch jene Skepsis und jene Skeptiker 
bestätigt, die gesagt haben: Selbstorganisation ist gut, Autonomie ist gut, 
aber immer nur im Rahmen, im organisatorisch sinnvoll abgesteckten Rahmen, 
der sicherstellt, dass die Spielregeln transparent sind, der die Spielregeln 
auch auf sinnvolle Weise aushandelbar macht - alles Voraussetzungen, die 
leider in den letzten Jahren bei „Netzkultur" viel zu selten und viel zu 
wenig gegeben waren.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass Frau Kollegin Straubinger mir in ihrer 
Rede das Gegenteil zu beweisen versuchen wird, so wissen wir doch leider 
viel zu genau, dass hier einiges schief gelaufen ist und dass diese 
Selbstorganisation auch zu sehr bedenklichen Entwicklungen geführt hat, 
nämlich zu einem Auseinanderdividieren der Szene! Das ist, glaube ich, 
etwas, was wir nicht wollen können, was bei allem Wunsch und der sicherlich 
auch guten Idee, sich neue Vergabemodelle anzuschauen, in diesem Fall 
ziemlich nach hinten losgegangen ist.

Nichtsdestoweniger höre und vernehme ich, dass sich die Lage etwas 
stabilisiert hat, dass die Kommunikation der Kulturschaffenden zu diesem 
Thema untereinander etwas zivilisierter geworden ist und dass jetzt auch die 
Spielregeln etwas klarer sein sollen. Trotzdem sind hier wohl noch einige 
Fragen offen. Es ist ja so, dass man nunmehr doch dazu zurückgekehrt ist, 
dass die MA 7 einen Teil der Förderungen vergibt - ich hoffe, mit guten 
Gründen, noch weiß ich allerdings nicht, auf Grundlage welcher Kriterien. 
Für uns sind hier weiterhin Fragen offen.

Wir werden eine schriftliche Anfrage zu diesem Themenkomplex einbringen, die 
auch die unterschiedlichsten Fragen zu den Rollen einzelner Koordinatoren 
und Organisatoren stellen wird, da wir doch glauben, dass es Sinn macht, 
hier auch mit einem kritischen Blick darauf vorzugehen, was da in den 
letzten Monaten und Jahren passiert ist.

Jedenfalls glaube ich, das ist ein Experiment, das zeigt, dass Experimente 
nur Sinn machen, wenn sie gut vorbereitet sind. Wir werden dieses Mal nur 
schweren Herzens dieser Förderung zustimmen, in der Hoffnung, dass es sich 
bessert, aber jedenfalls mit einem wachen Auge auch dafür, dass wir der 
Meinung sind, dass hier einiges zu tun ist, und zwar sehr ernsthaft zu tun 
ist! Denn die Selbstzerfleischung der Szene kann nicht unser Anliegen sein. 
- Danke sehr. (Beifall bei den GRÜNEN.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Zum Wort gelangt Herr GR Dr Wolf.

GR Dr Franz Ferdinand Wolf (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Herr 
Vorsitzender! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die Förderung der „Netzkultur" ist in der Tat eine unendliche Geschichte, 
sie beschäftigt uns seit Jahren. Im Mai vergangenen Jahres hat der 
Gemeinderat zur Liquidierung von „Netbase" 219 000 EUR zur Verfügung 
gestellt; 160 000 EUR davon wurden für die Abdeckung der Überschuldung des 
Vereines verwendet, 60 000 EUR zur Abwicklung eines internationalen 
Projektes. Und seit dem vergangenen Jahr gibt es auch eine Änderung der 
Förderungsbedingungen - auf die Marie Ringler ja gerade hingewiesen hat -, 
die nicht nur schwere Probleme in der Szene schafft, sondern auch 
juristischer Natur ist.

Die IG Kultur - eine Institution, die meiner Fraktion sicher nicht nahe 
steht - hat im vergangenen Jahr ein Rechtsgutachten über die Änderung der 
Förderungsvergabeentscheidungen eingeholt. Ich darf Ihnen daraus einige 
Sätze kurz zitieren:

Die Auslagerung der Förderungsvergabeentscheidung auf ein spielerisches, 
durch die potenziellen Förderungsnehmer selbst bestimmtes Auswahlverfahren 
ist daher auf mehreren Ebenen problematisch, weil die Verpflichtung des 
Förderungsgebers zur Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes ein sachliches, 
ausreichend determiniertes und transparentes Auswahlverfahren voraussetzt.

Genau darum geht es: um ein sachlich ausreichend determiniertes und 
transparentes Auswahlverfahren bei der Förderung!

Ein Förderungsvergabemodell - so heißt es weiter in dem Gutachten - für 
Kunst- und Kulturförderung, das eine Vergabeentscheidung durch die 
partizipierenden Förderungsnehmer selbst vorsieht, ist von vornherein 
aufgrund der zwingend enthaltenen Interessenskonflikte unsachlich und damit 
gleichheitswidrig.

Und noch ein Satz aus diesem Rechtsgutachten:

Überlässt die Stadt Wien als Förderungsgeber den Förderungsnehmern, die im 
Gegensatz zu ihr nicht an den Gleichheitsgrundsatz gebunden sind, und bis zu 
einem gewissen Grad einem Computerprogramm die Entscheidung, verletzt sie 
damit wiederum ihre Begründungspflicht, die nicht einfach auf Dritte 
ausgelagert werden kann.

Diese Kritik hat dazu geführt, dass die Vergaberichtlinien - 
zugegebenermaßen - etwas geändert wurden. Aber im Kern bestehen diese 
rechtlichen Probleme nach wie vor. Die Rechtsbedenken bleiben, und das ist 
auch der Grund, warum wir die vorliegende Förderung oder Subvention in Höhe 
von 500 000 EUR ablehnen werden. Wir meinen, dass es prinzipiell 
transparente, nachvollziehbare Kriterien für die Vergabe von öffentlichen 
Mitteln geben muss, und das ist hier nicht gewährleistet.

Im Übrigen ist noch darauf hinzuweisen, dass die Förderung mit 500 000 EUR 
für diesen Bereich wahrscheinlich zu gering ist, und auch darauf 
hinzuweisen, dass von diesen 500 000 EUR 20 Prozent einem Verein, nämlich 
„monochrom", zufließen. Dieser veranstaltet ein internationales Festival - 
das ist richtig -, aber dennoch konterkariert dies das auch in den 
Förderungsrichtlinien vorgesehene Prinzip, dass ein Verein mit nicht mehr 
als 25 000 EUR pro Jahr gefördert werden darf. Und wenn Kumulierungen 
stattfinden, dürfen sie 25 000 EUR nicht überschreiten.

Es gibt also unklare Richtlinien und mangelnde Transparenz. Daher darf ich 
einen Beschlussantrag einbringen, auf den der Kollege schon hingewiesen hat:

„Der zuständige Stadtrat für Kultur und Wissenschaft möge das Fördersystem 
für die ,Netzkultur' in Wien evaluieren lassen und die Vergabe von 
Fördergeldern mittels nachvollziehbarer und transparenter Richtlinien 
gewährleisten.

In formeller Hinsicht wird die sofortige Abstimmung beantragt." - Danke 
schön. (Beifall bei der ÖVP.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Zum Wort gemeldet ist Frau GRin Mag 
Straubinger. - Bitte.

GRin Mag Sybille Straubinger (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener 
Landtages und Gemeinderates): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Meine Damen 
und Herren! Herr Kollege Wolf!

Mir ist es ein bisschen schleierhaft, warum Sie jetzt mit der Künstlergruppe 
„monochrom" kommen, die Ihrer Meinung nach so und so viel Prozent an 
Förderungen abräumt. Denn nach dem letzten Kulturausschuss bin ich auch zu 
Ihnen gekommen und habe Ihnen erklärt, wie das zustande kommt, nämlich 
dadurch, dass über die KünstlerInnengruppe „monochrom" die „Annual 
Convention", dieses Festival, abgewickelt wurde - was aber nicht heißt, dass 
das ganze Geld an „monochrom" geflossen ist -, und dass sie sich zudem auch 
dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat als jene, über die der 
Entwicklungsprozess des neuen Fördermodells auch finanziell abgewickelt wurde.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass dieses neue Fördermodell sicher nicht der 
leichteste und nicht der einfachste Weg ist, nämlich weder für die 
Kulturabteilung der Stadt Wien noch für den Stadtrat noch - und vor allem 
auch nicht - für die KünstlerInnen und für die Netzkultivierenden. Aber es 
ist einer, den sie, die Künstler selbst, auch gehen wollten, und das, obwohl 
- oder vielleicht auch gerade deshalb, weil - sie wussten, dass das eine 
intensive Auseinandersetzung wird, eine intensive inhaltliche und eine 
intensive kulturpolitische Auseinandersetzung. Ich glaube, es ist auch eine 
sehr gute kulturpolitische Auseinandersetzung und Diskussion geworden.

Es war auch allen klar, dass das natürlich nicht friktionsfrei abgehen wird, 
denn es gibt keine hundertprozentige Zufriedenheit, bei welchem Modell auch 
immer. Wir haben das jetzt bei der Diskussion um den Fonds Kunst im 
öffentlichen Raum gesehen, wo es eine Jury gibt; auch hier ist man nicht 
damit einverstanden. Das heißt, hundertprozentig wird man nicht alle 
Beteiligten zufriedenstellen können.

Es war aber deshalb auch von Anfang an klar, dass dies ein System sein muss, 
das veränderbar ist, dass dieses Modell veränderbar sein wird und dass diese 
Erfahrungen, die man in der Vergabe und in diesem ersten Jahr macht, dann 
auch in die Weiterentwicklung dieses Modells aufgenommen werden. Und das - 
das haben meine Vorredner auch angesprochen - passiert ja.

Es passiert zum Beispiel, indem sich die Geldbeträge für die einzelnen 
Module ein bisschen verschieben, nämlich, indem zum Beispiel die MA 7 direkt 
ein bisschen mehr an Förderungen vergeben wird, vor allem auch, um 
internationale Projekte zu unterstützen. Das passiert, indem es ein bisschen 
mehr Geld für die Infrastrukturprojekte geben wird, weil man bei den letzten 
Vergaben gesehen hat, dass das notwendig ist. Und das passiert auch, indem 
gleich von Anfang an ausgewiesen wurde, dass das Geld für die Organisation 
dieses Prozesses und für die Weiterentwicklung der Modelle bereitgestellt wird.

Es gibt einige Neuerungen wie auch die, dass Mehrfacheinreichungen nicht 
mehr möglich sind oder dass es eine Obergrenze in der Höhe von 25 000 EUR 
gibt. Aber das Wesentlichste, was sich in diesem ersten Jahr gezeigt hat, 
ist, dass sich hier auch strukturell sehr viel getan hat, dass es nämlich 
von einer losen Gruppierung, die „Netznetz" bisher war, für dieses Modell 
zur Entwicklung von Strukturen gekommen ist, dass es sich zu einer 
wirklichen, stabilen Plenardemokratie entwickelt hat, dass interne 
Kontrollmechanismen auch selbst entwickelt worden sind und dass es eine 
institutionalisierte - unter Anführungszeichen - Schnittstelle auch zur 
Verwaltung gibt, indem es einen Koordinator dieses Prozesses gibt und indem 
es regelmäßige, offene Jour fixes gibt, zu denen auch alle eingeladen sind, 
um daran teilzunehmen.

Ich glaube, die Projekte, die in diesem Modell sozusagen von den Künstlern 
selbst vorgeschlagen wurden, sind auch ausnahmslos alle von der MA 7 
unterstützt worden. Und das ist ja auch nur ein Vorschlag, der letztlich 
auch von der Magistratsabteilung unterstützt werden muss.

Aber was, glaube ich, wirklich relevant ist, ist das Ergebnis dieses ersten 
Jahres. Das Ergebnis ist, dass 64 Förderungen an über 40 Initiativen und 
Künstler vergeben worden sind und dass 31 von diesen 40 das erste Mal in den 
Genuss einer Förderung gekommen sind. Das heißt, es zeigt, dass hier auch 
Bewegung drinnen ist, dass es Erneuerung gibt und dass hier auch eine 
wirkliche Breite erreicht worden ist.

Ich glaube, ein wirklich guter Beweis dafür, dass es innerhalb der Szene 
funktioniert - trotz aller Schwierigkeiten, die es natürlich auch mit 
einzelnen Personen gegeben hat -, war auch das Festival für digitale Kunst 
und Kulturen, das von 9. bis 16. September stattgefunden hat, wo an sieben 
Orten und öffentlichen Plätzen an die 30 lokale und internationale 
Produktionen vorgestellt worden sind, wo es ein Symposium und Social Events 
gegeben hat, wo es nicht nur eine wunderbare Annahme sozusagen innerhalb der 
Community, sondern auch einen wirklich großartigen Besuch gegeben hat und wo 
es auch einen wirklich künstlerischen Erfolg und einen organisatorischen 
Erfolg für die Proponenten gegeben hat.

Ich glaube, das ist einer der besten Beweise dafür, dass dieses Modell ein 
durchaus erfolgreiches ist, sozusagen trotz all dem, was es an 
Anlaufschwierigkeiten auch gegeben hat. - Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Zum Wort ist niemand mehr gemeldet. Der 
Herr Berichterstatter verzichtet auf das Schlusswort.

Wir kommen zur Abstimmung des Geschäftsstückes.

Wer für den Antrag des Berichterstatters ist, bitte ich um ein Zeichen mit 
der Hand. - Dieser Antrag ist mit den Stimmen von SPÖ und GRÜNEN 
mehrheitlich angenommen.

Es liegt mir ein Beschluss- und Resolutionsantrag der ÖVP vor.

Wer für diesen Antrag ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich 
stelle die Zustimmung bei ÖVP, FPÖ und den GRÜNEN fest, damit hat dieser 
Antrag keine Mehrheit gefunden.

--- snap ---


> Peter Kuhm schrieb:
> > Die Datei traegt zwar schon das Datum 12. Juni 2007 aber vielleicht kennen's
> > einige dennoch noch nicht.
> >
> > -> http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/kunstbericht.html
> >
> > -> http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/pdf/foerderungen2006.pdf
> >
> > --- snip ---
> >
> >                                      FÖRDERUNGEN


zur Erinnerung auch noch den kurzen "Langtext" zu den "NEUEN MEDIEN"

-> http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/pdf/kunstbericht2006b.pdf (S 10 bzw. 
39)

--- snip ---
                                         NEUE MEDIEN

Gemeinsam mit "Netznetz", einem losen           digitalen Netz meinen kann, 
wurde anhand von
Verbund von Netzkunst- und Netzkulturschaf-     verschiedensten Aktivitäten 
sichtbar.
fenden in Wien, entwickelte die Stadt be-       Ein viertägiges Symposium 
setzte sich in
ginnend mit 2006 ein völlig neues Förder-       Zusammenarbeit mit der Akademie 
der
system, das dem Wunsch nach einem               bildenden Künste und unter 
Teilnahme
partizipatorischen Modell in der Fördervergabe  renommierter internationaler 
Medientheore-
nachkommt.                                      tikerInnen mit der "paraflows 
06" Thematik
Der Grundgedanke ist, die Betroffenen nicht     auseinander.
nur in die Entscheidungsfindung einzubinden,    Die Ausstellungen an sieben 
Kunstorten und
sondern gemeinsam eine Struktur zu finden,      öffentlichen Plätzen in Wien 
widmeten sich
die diesen sich sehr rasch und permanent        aktuellen künstlerischen 
Positionen der
wandelnden Kunstformen entspricht.              digitalen Kunst. Lokale und 
internationale
                                                Projekte, die sich mit der 
entscheidenden Rolle
                                                neuerer Technologien für die 
Wahrnehmung
Zwei Vergabedurchgänge gab es 2006.
                                                und Entwicklung einer 
softwarebasierten
Im ersten Halbjahr 2006 wurde für die
künstlerischen Projekte versucht, die           Gegenwartskultur 
auseinandersetzen, wurden
Förderwürdigkeit in der Tradition der durch die vorgestellt. Tägliche 
Abendveranstaltungen
UNO bekannten "Serious Games" zu ermitteln.     (Performances, DJ-Lines etc.) 
rundeten das
Im Herbst entschied man sich für das so         Festival ab.
genannte "Trustee-Modell", einer Mischform
aus direkter Wahl und künstlerischer Jury.      Für die Organisation des 
Festivals 2007 gab es
Dieses funktionierte so gut, dass es zumindest  eine internationale 
Ausschreibung und fünf
im 1. Halbjahr 2007 wieder verwendet und        konkret ausgearbeitete 
Einreichungen. Das
weiter entwickelt werden soll.                  "Community Plenum" vom 
14.01.2007
                                                entschied sich für die 
Einreichung der
Die erste "Annual Convention für Digitale       KünstlerInnengruppe Monochrom, 
welche das
Kunst und Kulturen" namens "paraflows"          Festival 2007 unter dem 
Arbeitsmotto
präsentierte sich von 9. - 16. September 2006   "Grenzflächen des Meeres" 
stellt, und von 7. -
an verschiedenen Kunstorten der Stadt.          16. September 2007 den 
vielfältigen Fragen
Das inhaltliche Konzept der "Netze hinter dem   nach dem Verhältnis von Wissen 
und Medien
Netz", was sowohl das Digitale hinter dem       nachgehen wird.
sozialen Netz als auch das Soziale hinter dem

--- snap ---

Ciao,
Peter
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