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Einladung zum Vortrag

*Ernst von Glasersfeld*
*Gedanken über Raum und Zeit. Unverbindliche Erinnerungen*

Moderation Josef Mitterer

8. April 2008, 19:00
Billrothhaus, Festsaal, Frankgasse 8, 1090 Wien

Veranstalter: Heinz von Foerster Gesellschaft und WISDOM in Kooperation
mit den WIENER VORLESUNGEN und dem Institut für Zeitgeschichte der
Universität Wien

Gefördert von MA 7 Wien Kultur, WISDOM und Blaha Büromöbel

/Erinnerungen sind eine persönliche Angelegenheit. Sie sind das, was
einem in den Sinn kommt, wenn man zurückdenkt, nicht das, was seinerzeit
geschehen sein mag. Was einem damals wichtig war, weiß man oft gar nicht
mehr, denn man sieht das Vergangene mit den heutigen Augen. Der
italienische Philosoph Giambattista Vico hat es vor dreihundert Jahren
gesagt: Wenn wir an Dinge denken, die in der Zeit zurückliegen, so sehen
wir sie im Rahmen der Begriffe, die wir heute haben. Und auch heute hat
die Neuropsychologie und die Wissenschaft im allgemeinen noch keine
Ahnung, wie wir dieses Erinnern zustande bringen. Die Fähigkeit des
Erinnerns ist ein Wunder, ebenso wie die Fähigkeit, sich seiner
gegenwärtigen Erlebnisse bewußt zu werden./

                                     (Ernst von Glasersfeld)

Ernst von Glasersfeld wurde 1917 als Sohn eines k.u.k. Diplomaten und
einer Schirennläuferin in München geboren. Aufgewachsen in Südtirol und
in der Schweiz ist Glasersfeld mehrsprachig schon als Kind. Schilehrer
in St. Anton; australischer Abfahrtsmeister. Studien in Zürich und Wien.
1938 Flucht über Frankreich nach Irland. Nach 1945 zunächst Journalist,
dann Mitarbeiter von Silvio Ceccato in Mailand an einem Projekt zur
maschinellen Übersetzung. 1970-1987 Professor für kognitive Psychologie
an der University of Georgia: Computerlinguistik, Entwicklung der ersten
Schimpansensprache „Yerkish“, Beschäftigung mit Piaget, Arbeit an der
Wissenstheorie des Radikalen Konstruktivismus. Seit der Emeritierung
Arbeit am Scientific Reasoning Research Institute, University of
Massachusetts/USA.
In den letzten beiden Jahrzehnten wird der Radikale Konstruktivismus zu
einer Leittheorie in den Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften.

/Die Denkweise von Ernst von Glasersfeld steht in einem engen
Zusammenhang mit seiner Biographie, und nur wenige Theoretiker können
von sich sagen, dass sie ihre Theorie in einem solchen Ausmaß gelebt
haben. /
                                     (Josef Mitterer)


Bücher in deutscher Sprache:
Ernst von Glasersfeld, Radikaler Konstruktivismus. Ideen, Ergebnisse,
Probleme, Frankfurt am Main 1996 (Suhrkamp)
Ernst von Glasersfeld, Über Grenzen des Begreifens, Bern 1996 (Benteli)
Ernst von Glasersfeld, Wege des Wissens. Konstruktivistische Erkundungen
durch unser Denken, Heidelberg 1997 (Carl Auer)
Radikaler Konstruktivismus – Versuch einer Wissenstheorie, Wien 2005
(edition echoraum)
Unverbindliche Erinnerungen. Skizzen aus einem fernen Leben , Bozen –
Wien 2008 (folio)

Zu Ernst von Glasersfeld:
Heinz von Foerster und Ernst von Glasersfeld, Wie wir uns erfinden. Eine
Autobiographie des Radikalen Konstruktivismus, Heidelberg 1999 (Carl Auer)
Ernst von Glasersfeld – Konstruktivismus statt Erkenntnistheorie, hg. v.
Willibald Dörfler u. Josef Mitterer, Klagenfurt 1998 (Drava)
Wissen und Wirklichkeit. Beiträge zum Konstruktivismus. Eine Hommage an
Ernst von Glasersfeld, hg. v. Gebhard Rusch, Heidelberg 1999 (Carl Auer)
The Importance of Being Ernst. Festschrift for Ernst von Glasersfeld,
ed. Ranulph Glanville and Alexander Riegler, Wien 2007 (edition echoraum)


Für die Heinz von Foerster Gesellschaft

Dr. Albert Müller
Dr. Karl H. Müller

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