Guten Morgen, Communities, hier tippt Leo. Ich möchte euch wissen lassen, dass ich mit dem heutigen Tag meine Vorstandsfunktion im Meta-Verein QDK zurückgelegt habe.
Für die eher Neuen: Das QDK ist ein Verein der Vereine, mit insgesamt 16 verschiedenen Mitgliedern sehr heterogener Herkunft. Der Standort ist das Museumsquartier in der Wiener Innenstadt. Die Mitglieder sind unter unter qdk.at (bei: associates) zu besichtigen. Eine eigentlich sehr interessante Mischung. Im Dezember 2008 wurde vom Vorstand der MA 7 eine "(Vorläufige) Stellungnahme des QDK zu NetzNetz" zugesandt. Ob und was diese dort ausgelöst hat ist mir unzugänglich, und das ist ein wesentlicher Grund meines Austritts. Eine solches Schreiben eines Vereinsvorstandes an die administratorisch oder politischen Verantwortlichen einer städtischen oder staatlichen Stelle ist meiner Überzeugung nach dem Klick auf "Versenden" Teil des öffentlichen Raums. Allerdings war ich weder bei der Abfassung dieser "Stellungnahme" zugegen, noch habe ich dessen Inhalt oder deren Kommunikation zur MA 7 in irgendeinem Moment zugestimmt. Zwar ist der Vorstand in der Zwischenzeit neu zusammengetreten und hat es zustandegebracht, eine "Version B" zu veröffentlichen, die ich grundsätzlich unterstützen konnte. Zugleich scheint mir die öffentliche Richtigstellung der "Version A" und ihrer tatsächlichen Autorenschaft unausweichlich, da sie auf unserer Mitgliedsliste kursierte und an eine öffentliche Stelle der Stadt Wien geschickt wurde. Eine Forderung, mit der ich im Vorstand keine Mehrheit finden konnte. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb, trotzdem ich als Gründungsmitglied, Namensgeber und jahrelanger Unterstützer der ursprünglichen Vereinsziele - v.a. die Interessensvertretung unseres Clusters gegenüber dem Museumsquartier und die Lukrierung von Drittmitteln - dazu entschlossen, meine Tätigkeit im Vorstand zurückzulegen und mich öffentlich von dieser Stellungnahme in der "Version A" zu distanzieren. Der "Stellungnahme des QDK zur Fördervergabe 2009 im Bereich Einrichtungen Digitaler Kultur", die Version B, habe ich meine Autorisierung nunmehr entzogen, was dort auch seit heute vermerkt wird. Sie ist unter www.qdk.at als PDF herunterzuladen. Mit dem Austritt verweigere ich mich enschieden dagegen, den Inhalt dieser "(vorläufigen) Stellungnahme des QDK zu NetzNetz" und ihr Abschicken mit meinem Namen zu vertreten. Damit ist wohl auch die Mailanfrage von Peter Kuhm zur dieser "Version B" beantwortet. --- Warum ich das tue? Weil es um Freiheit geht und um die Unabhängigkeit unser aller Arbeit. Meine erste Solidarität und Loyalität in Vertretungs- und Geldfragen wird auch weiterhin der den Communities in ihrer Menge von mittlerweile 417 Validierten gelten. Sie stehen für die Beurteilung von Projekten und Distribution von Mitteln im NetzNetz-Prozess, mein Name ist darunter und ich wünsche mir, dass dieses Modell wachsen und gedeihen kann. Unter den Validierten sind, wie allen bekannt ist, international agierende Kunst- oder Hackerprofis genauso wie Studierende, zivilgesellschaftlich Engagierte oder Medienjournalisten. Und es waren viele von ihnen, die durch ihr Engagment die Erhöhung der Fördersumme von 70.000 auf 500.000 über die Jahre getragen und ein beachtliches Regelwerk an Checks-&Balances wie auch an Selbstorganisation real werden ließen. Sie sind bis heute nicht hierarchisch organisiert oder lassen ihre Interessen, - trotz wiederholter Vorschäge in diese Richtung -, durch keinen "Verein der Vereine" vertreten, alle Rollen werden regelmäßig umbesetzt, ihre Koordination hat keine Entscheidungsbefugnis, niemand besonderer "hat das Sagen". In der kommenden Strukturanalyse wird sich m.E. diese Schwäche als eine der wichtigsten Stärken herausstellen, der Garant ihrer Freiheit, Unabhängigkeit und damit Neugier aufeinander und Arbeitsfreude. Das so etwas überhaupt klappt ist nicht sehr wahrscheinlich, doch so sehr gerade der Wind auch gegen das NetzNetz-Modell gerichtet zu sein scheint, noch sind wir da und ich habe v.a. im Kennenlernen von vielen von euch sehr profitiert. Und bin mittlerweile transparenzverwöhnt, durch NetzNetz. --- Nun darf man und frau gespannt sein auf die Evaluation mit dem Team von FAS-Research. Die Zukunft sei offen, wie immer. Danke für eure Aufmerksamkeit, Sincerely, Leo MMag. Andreas Leo Findeisen (weiterhin im Vorstand von Transforming Freedom ;)
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