Am Dienstag, 26. Februar 2013, 19:40:46 schrieb Martin Schuchardt:
> Naabend :-)
> 
> aufgrund des Tips eines neuen Freundes habe ich mich entschlossen hier
> mal meine Unkenntnis darzubieten und meine Fragen loszuwerden.
> Obgleich ich mich mit dem Soundsystem noch nie wirklich auseinander
> setzen musste, sehe ich mich derzeit damit konfrontiert. Ich habe eine
> Onboard-Soundkarte (Wahlweise aber auch noch eine Soundblaster
> irgendwas) und möchte mit meinem Neuerwerb, einem Dolby Digital 5.1
> Verstärker mit diversen Ein- und Ausgängen nun etwas mehr als nur
> reinen Stereo-Sound aus meinen Boxen kitzeln. Dabei musste ich jedoch
> feststellen, dass ich zum einen ein grobes Verständnisloch was die
> Thematik "PulseAudio" und "Alsa" anbetrifft besitze. Daher hoffe ich
> hier mit diesem Thread sowohl mein Problem lösen zu können als auch
> etwas zum Verständnis beitragen zu können.
> 
...
Fangen wir von hinten (Lautsprecher) an:
Die grundlegende Konfiguration, d.h welche Buchse auf welcher Karte welche 
Funktion hat erledigt i.a. alsamixer.
Hier können sich später automagische Tools einschleichen, die die Konfiguration 
ändern (z.B. Kopfhörer an Buchse gesteckt -> Systemmeldung -> Umschalten 
Ausgang).

Der gundsätzliche Ausgang für Signale ist das von Alsa bereitgestellte 
Interface /dev/snd und tiefer dort.

Alsa hat u.a. eine Mixerfunktion, d.h. viele Signale können gleichzeitig auf 
eine Ausgabe gelegt werden und werden "richtig" zusammenaddiert.
Alsa hat eine API und Konfiguration, die den Hund mit der Hütte schüttelt.

Jackd, Pulseaudio, Gstreamer, Phonon sind alles Wrapper, die letztlich am 
Ausgang Alsa bedienen müssen (es gibt unter Linux praktisch nur Alsa als 
Soundverwalter). Dabei bemühen sie sich, verschiedene Alsa-Unarten gut zu 
verstecken. Jackd löst das Problem minimaler Puffer, Pulseaudio z.B. 
Netzwerktransparenz, etc.
Natürlich funktionier "Einer/s für alle/s" nicht.
Eins nach dem anderen ebensowenig.

Deswegen haben verschiedene Soundapplikationen (auch die Wrapper!) 
einstellbare Backends, die je nach Distri/Nutzer/Desktopoberfläche 
voreingestellt sind.
(z.B. Klänge(KDE-Desktop)->Phonon(KDE-Multimedia)->Pulseaudio(Distro)-
>Alsa(Kernel))

(Zwischendurch kommt DBus mit Meldungen, die je nach (Distro-)Geschmack 
ausgewertet werden und zu Änderungen führen können.)

Im Fall Dolby 5.1 ist zu prüfen:
- Ausgänge richtig programmiert? (alsamixer)
- Klappt das Ansteuern auf Alsa-Ebene (aplay mit entsprechender Quelle und 
Optionen)?
- Wie ist die Wrapper-Kette aufgebaut?
- Können die zwischengeschalteten Wrapper die entsprechende Kanalzahl 
bedienen?
- Hat das endgültig gewählte Abspielprogramm die richtige Einstellung und das 
richtige Backend?

Viel Spaß beim Forschen!
(Google mal nach "linux audio user mail")


Bernhard


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