Am 10.09.19 um 12:27 schrieb Kristian Rink:
Am Dienstag, den 10.09.2019, 12:04 +0200 schrieb Thomas Güttler:
Nicht schön, aber nachvollziehbar. Wäre ich Admin (ich bin eher
Software-typ), dann würde ich lieber in einer Firma arbeiten die
tausend Server hat, nicht nur zwanzig. Also finden die kleinen Firmen
keinen fähigen Admin.
Richtig. In den meisten kleinen Firmen hast Du zudem die
Herausforderung, tagtäglich eine nervige Menge an Handarbeit auf dem
Schirm zu haben, aber an einer Schwelle, an der sich die Investition in
beispielsweise Infrastruktur- und Konfigurationsmanagement, in Dinge
wie puppet oder ansible, gerade noch nicht lohnt. Ergebnis: Du bleibst
auf ewig verdammt dazu, dort in Handarbeit immer wieder diesselben
Probleme zu lösen, die längst besser/robuster/meist auch
wirtschaftlicher gelöst sind, nur eben nicht für Organisationen Deiner
Größe und Dich als Einzelkämpfer, der dann im schlimmsten Fall (eigenes
Erleben) auch schon mal aus dem Urlaub zurückkommt, weil in dem
Fileserver das RAID ausgefallen ist und sich niemand, auch von den
Dienstleistern drumherum, mit Debian auskennt...
Das Problem ist zudem ja: Es hört bei den Anforderungen, die in 2019 an
Infrastruktur stehen, nicht bei dem einen Admin auf. Du brauchst
mindestens zwei, weil der eine auch mal Urlaub machen möchte. Und dann
hast Du sofort die gesamte Baustelle auf dem Tisch, die sich mit
Wissens- und Change-Management beschäftigt, um sicherzustellen, daß die
Admins, nun, denselben Wissens-Stand haben, den sie brauchen, um das
System betreiben zu können. Das musst Du schaffen, das braucht Geld und
Wissen. Und schlimmstenfalls hast Du dann einen komplexen Prozess und
zwei Admins, die sich bei Dir langweilen, weil die Handvoll Server im
Regelfall laufend genau so viel Aufwand verursacht, daß man es nicht
ignorieren kann, aber nicht so viel, daß es die verfügbaren Menschen
auslasten, geschweigedenn ganztägig mit halbwegs anspruchsvollen
Tätigkeiten versorgen könnte.
Lesenswert dazu (weiß nicht, ob das hier schon mal rumgeflogen ist) ist
der Thread von Kristian Köhntopp auf Twitter, siehe dies hier:
https://twitter.com/isotopp/status/1009364595084025856
Ja, so sieht es leider aus.
Wir suchen schon lange einen fähigen Linux-Admin. Aber das ist nicht
zu finden. Software-Entwickler findet man eher.
Wir finden leider beides nicht im Moment. :(
Ich nehme dafür bei unseren Marktbegleitern sehr oft wahr, daß dort
Leute sind, die ganz massiv und fokussiert auf Kunden losrennen, die
sich genau auf ihre Fachdomain konzentrieren, ihren Kram auf AWS oder
eben DO deployen und die Energie, die wir selbst noch brauchen, um
Infrastruktur zu streicheln, voll und ganz in ihre Produkte stecken
können. Ich fürchte, als KMU verliert man dieses Rennen irgendwann.
Wenn man das mit PKWs vergleicht: Fast jede Firma hat einen Furhpark.
Aber kaum eine Firma hat einen KFZ-Mechaniker eingestellt.
Die Kosten der Vertragswerkstatt sind hoch, aber es ist günstiger
als Personal.
Das passiert gerade auch in der IT. SaaS wie office365 ziehen
Aufgaben in die Zentrale.
Etwas gruselig ist das zB bei DATEV. Die Steuerdaten
von verdammt vielen Bürgern in einem Rechenzentrum.....
Ein befreundeter Steuerberater schwärm: Kein Backup mehr
machen, keine Updates mehr einspielen, günstig ist es auch,
nur ein PC mit Internetverbindung ist nötig.
Gruß,
Thomas
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Thomas Guettler http://www.thomas-guettler.de/
I am looking for feedback: https://github.com/guettli/programming-guidelines