Hallo Ulrich,

[EMAIL PROTECTED] schrieb:

... dabei kam mir die Idee, dass das Projekt noch eine Klientel ganz aussen vor gelassen hat, nämlich all diejenigen, die früher gute Berufe hatten, nun aber durch nicht verschuldete Umstände in die Arbeitslosigkeit verdammt worden sind. Diese Leute haben durchaus noch ihre Computer und nutzen diese auch viel – nur könne sie sich aber den teuren Support von verschiedenen Programmanbietern nicht mehr leisten und die sollten wir vielleicht auch mit ansprechen.
So z.B. im nächsten neuen Flyer unter dieser Rubrik:

• und natürlich viele private Personen
OpenOffice.org ist in vielen Sprachen erhältlich - selbst in Sprachen, für
die sich die Lokalisierung kommerzieller Software nicht lohnt.

Einen Halbsatz wie z.B. „auch viele die in letzter Zeit von Hartz IV betroffenen sind.“

Grundsätzlich gebe ich Dir völlig recht.

Einer meiner Lieblingssätze ist: "Freie Software gibt der gesamten Bevölkerung unabhängig von sozialem oder finanziellem Status Zugriff auf das Wissen und die Möglichkeiten des Informationszeitalters und dient so der Sicherung von materieller Existenz und soziokultureller Teilhabe."

Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass in Deutschland und dort besonders in Bayern die Chancen im Schulsystem stärker von der sozialen und finanziellen Situation des Elternhauses abhängig sind, als in den meisten anderen Ländern, halte ich es für einen Skandal, dass es Schulen gibt, die verlangen, dass die Kinder zuhause MS Office zur Verfügung haben. Das wird vielleicht nicht offiziell gefordert, aber es ergibt sich oftmals aus der Praxis des Schulalltags.

Allerdings kann ich nicht bestätigen, dass unser Projekt das "Klientel ganz aussen vor gelassen" hat. Es wird allenfalls nicht ausdrücklich angesprochen. Das liegt wohl eher daran, dass es zahlreiche andere Teile der Gesellschaft gibt, die man dann auch extra ansprechen müsste.

Konkret auf den Flyer bezogen sehe ich keinen Änderungsbedarf. Ich denke darin wird ausreichend deutlich, dass

  - OOo kostenlos nutzbar ist
  - für Privatpersonen geeignet ist
  - ein umfangreiches und kostenloses Supportangebot vorhanden ist.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass OOo (auch) bestens für Leute geeignet ist, die sich die andernorts gängige Software, außer in Form von Raubkopien, nicht leisten können.

Der Begriff "Hartz IV" ist stark emotional und politisch belegt und weckt daher negative Assoziationen, weshalb ich ihn in einem Marketing-Flyer vermeiden würde.

Gruß

Stefan

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