Am Donnerstag, 24. Mai 2007 13:24:42 schrieb Florian Effenberger: > Hallo, > > ich habe von einem Dienstleister den Vorschlag bekommen, doch einmal > eine Kampagne für das OpenDocument-Format zu machen - in der Art, warum > ODF gut ist, welche technischen und lizenzrechtlichen Vorteile es > bietet. Der Vorschlag war, ich zitiere, "OOo Projekt und praxiserprobte > Dienstleister informieren". > > Von internationaler Seite kam Zustimmung für diese Idee, ich bin ehrlich > gesagt noch hin und hergerissen. > > Was meint ihr denn dazu? Haltet ihr eine solche Kampagne für gut und > sinnvoll, wenn es nicht zur reinen Dienstleister-Werbeveranstaltung > wird, sondern für uns und ODF wirklich Vorteile bringt? Oder meint ihr, > dass wir solche Aktionen lieber ausschließlich und allein als Projekt > durchziehen sollten? > > Viele Grüße > Flo >
Hallo Flo, alle Ich halte eine solche Kampagne seitens OpenOffice.org für sinnvoll, gut und schon längst überfällig. Nur was nützt die ganze Mühe, wenn sie beim Anwender nicht ankommt (sei es die Firma oder der Privatanwender der ein Office-Paket verwendet). Selbst das Konsortium der Open Dokument-Befürworter (z.B. Google, IBM, SUN uva.) konnten an dieser Tatsache bislang wenig ändern. Die Realität sieht anders aus. Hier mal ein Beispiel aus meinem Alltag: Eine Mailanfrage mit ODF-Anhang erreicht die Filiale einer großen, bundesweit tätigen Firma. Selbst in der Firmenzentrale kennt niemand vom Helpdesk das Dateiformat. Man kommt auf mich zu und fragt mich, was das für eine merkwürdige Datei sei und mit welchem Programm sich diese öffnen lässt. Viele Privatanwender schauen mich nur erstaunt an, wenn ich vom Open Dokument Format spreche (bei OpenXML sieht aber bislang nicht anders aus). Man kennt halt meist nur '.doc' und '.xls'. Grundsätzlich werden auch keine Textdokumente und Tabellenkalkulationen versendet und ausgetauscht, sondern 'Word-Dateien' und 'Excel-Tabellen'. Wie gerade OpenOffice.org mit einer Kampagne diesen Umstand ändern soll, weiss ich ehrlich gesagt nicht. Der Grund dafür ist recht einfach. In breiten Teilen der Bevölkerung, einschließlich von Firmen ist 'OpenOffice' zum Teil immer noch unbekannt. Hier gibt es natürlich auch Ausnahmen (Uni, Hochschulen oder einfach Computerinteressierte). Außerdem gilt noch vielfach der Irrglaube, was nichts kostet, taugt auch nichts. Diese Annahme wird dann auch auf das Dateiformat übertragen. Trotzdem halte ich eine Kampagne für wünschenwert, nur muss sie auch den nötigen Rückhalt bekommen, um ein Erfolg werden zu können. Hier sind natürlich auch der Verein und die Dienstleister gefragt. Wichtig ist IMO erstmal den Bekanntheitsgrad des Open Dokument Formates zu erhöhen. Das Dienstleiter dabei auch finanziellen Interessen haben, halte ich an dieser Stelle für zweitrangig und legitim. Denn gerade Firmen wie SUN und Google und andere verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Dienstleistungen und Support. Außerdem kommt es letztendlich wieder der Open Source Community zu Gute. MIr ist klar, dass einige von euch dies anders sehen (ich verdiene mein Geld auch mit Dienstleistungen), aber Flo hat ja mach Meinungen gefragt. Gruß Michael --------------------------------------------------------------------- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
