Hallo,
Andre Schnabel schrieb:
> > Andre Schnabel schrieb:
> > > - Mein Chef bezahlt mich dafür, dass ich was an OOo programmiere
> > > - Mein Kunde bezahlt mich dafür, dass ich was an OOo programmiere
> >
> > die, aus meiner Sicht besten Antworten zum Thema
>
> Ansichtssache
ja, natürlich
> - je nach dem, wohin man mit dem Projekt "OOo" will.
Wohin das Projekt will, wird mir gerade auch von Dir immer damit
übersetzt das es sinngemäß heißt 'wer macht der bestimmt wie er macht'.
Das Sun auch genauso verfährt (denken wir z.B. an die Duden-Extension wo
Änderungen in OOo relativ schnell erfolgten weil sie benötigt wurden)
ist augenscheinlich einfach wahr (und nicht zu kritisieren) und warum
andere diesbezüglich anders betrachtet werden sollten als Sun weiß ich
zunächst nicht.
Ich jedenfalls gehe allgemein davon aus das auch andere Firmen (neben
Sun) (und natürlich auch freie Programmierer) dem Projekt ganz
selbstverständlich Richtung geben rein durch mögliche Codebeiträge.
Auch da orientiere ich mich an Deinen Aussagen, denn Du hast ja (meiner
Erinnerung nach) vor einiger Zeit klargestellt das seitens des Projektes
externe Codebeiträge, die fertig sind und funktionieren (i.d.S.) mit
besonderer Aufmerksamkeit behandelt werden, insbesondere dadurch das
sie, sofern möglich (funktionell wie lizenzrechtlich), möglichst rasch
in die Gesamtcodebasis einfliessen.
> > > - für OOo programmieren ist einfach (und) cool
> > > - bei OOo kann ich meine eigenen Ideen verwirklichen
> >
> > und diese haben für mich immer den Beigeschmack sich dann fragen zu
> > müssen womit entsprechende Programmierer ihr Geld verdienen
>
> Hmm .. fragst du dich auch, womit Leute, die in der Freizeit
> gemeinützige Arbeit leisten (z.B. Theatergruppen für Kinder
> leiten, behinderte am PC ausbilden oder was auch immer ...) Ihr Geld
> verdienen "müssen"?
Nein, ich frage mich sowas natürlich nicht in Fällen wo diese
Möglichkeit bei rationaler Betrachtung nicht besteht. Warum auch sollte
ich solche Betrachtungen anstellen?
Und mal ganz offen:
Warum zwingst Du mich überhaupt (hier gerade, wie noch an einigen
anderen Stellen) Dinge zu beantworten, die Du bei angemessener
Überlegung dazu was ich wohl gemeint haben könnte doch nie ernsthaft
hättest fragen können?
Ich finds ärgerlich in einer Situation, die doch nur heißt das wir zu
einem bestimmten Thema verschiedener Meinung sind, wieder Verärgerung
herbeizureden.
Wenn ich zu einem Thema eine Meinung habe, habe ich z.B. nicht gleich
automatisch die Meinung das andere Meinungen falsch sind, oder ich
spreche anderen Rechte ab, wie mir im Verlaufe Deine posts unterstellt
wurde. Solche Dinge nerven einfach.
> Könnte es nicht, sein, dass sie genau das in der Freizeit
> tun, weil sie
> es *wollen* - ohne dabei einem finanziellen zwang ausgesetzt zu sein?
Sie sind finanziellem Zwang ohnehin ausgesetzt.
Nur wer überhaupt finanziell Luft hat (durch sein Einkommen in weitesten
Sinne) kann sich in seiner Freizeit den (relativen) Luxus eines
Ehrenamtes erlauben, soweit es um die persönliche Seite geht.
> > , denn wer
> > mit irgendeinem Job seinem Lebensunterhalt verdient um dann Zeit und
> > Mittel zu haben in der Freizeit OSS zu programmieren ist,
> als für die
> > OSS-Entwicklung interessiereter Programmierer, noch nicht
> ganz da wo er
> > hin sollte.
>
> Warum? Weil das deine Meinung ist?
Ja, ich habs ja extra so gekennzeichnet
--> "...diese haben für mich..."
^^^^^^^^
> Nun, ich bin für mich persönlich anderer Meinung - ist meine deshalb
> falsch, deine richtig?
Nein, wo sagte ich das.
> Sind all diejenige, die freiwillig eine Arbeit erledigen, für die sie
> auch Geld von einem Arbeitgeber erhalten könnten "nicht ganz da,
> wo sie hin sollten"?
Nein, natürlich nicht.
> Woher nimmst du (oder irgend jemand) das Recht,
> diesen Menschen das "wo ich hin will" abzusprechen?
Ich vertrete hier MEINE Meinung und spreche niemandem irgendwas ab -
höre bitte auf meine Aussagen umzudeuten.
Warum ich zu dieser Meinung komme hat zweierlei Gründe:
*einmal volkswirtschaftlich-theoretische
(ein interessantes Gebiet bei OSS übrigens, denn auch da tobt
(verdeckterweise) die Schlacht zwischen MS und dem Rest der Welt, schau
Dir z.B. die OSS-kritische MICE-Studie
http://mice.uni-muenster.de/mers/mers4-OpenSource_de.pdf an oder die
Entgegnung darauf z.B. in: www.wiwi.uni-jena.de/Papers/wp-sw1804.pdf,
das alles sicher keine Dinge die unser Tagesgeschäft betreffen, aber
doch notwendige Dinge um Möglichkeiten der Entwicklung auszuloten und
Entwicklungen zu verstehen zu versuchen, jenseits der zweifelsfrei
vorhandenen menschlichen Komponente in OSS-Projekten)
*und einmal rein menschliche, denn wer etwas ehrenamtlich tun tut es
i.A. mit 'Herzblut', wie man sagt, und wer etwas mit Herzblut tut wird
es i.A. überdurchschnittlich gut tun. WEr aber im Ehrenamt
überdurchschnittlich Gutes leistet, im normalen Arbeitsleben aber
vielleicht nur mit durchschnittlichem (keineswegs schlechtem ERfolg)
seinen Job ausfüllt, für den böte es sich eigentlich an sein Hobby zum
Beruf zu machen um Maximales zu leisten.
Das ist kein Zwang, aber ich bin überwiegend der Meinung das Menschen
danach streben durch/in ihrem Beruf glücklich und erfüllt zu sein und
nicht nur Geld zu verdienen und ein geflügeltes Motto für diesen Zustand
ist 'sein Hobby zum Beruf zu machen'.
> Ich finde es richtig und wichtig, freie Helfer bei
> OpenSource-Projekten
> zu haben, die nur dabei sind, weil sie es *wollen*. Diese Leute
> haben in der Regel vollkomenn andere Denkansätze und "Triebe" als
> diejenigen, die dem Zwang der direkten Bezahlung unterliegen.
Tut mir leid, nur ich glaube Du verstehst Reinard hier nicht ganz.
Nämlich er bringt zum Ausdruck das es gerade darum geht das zu tun was
man 'aus tiefstem' Herzen will ohne an Geld zu denken, aber das es dumm
ist das, wenn man mit dem was man ohnehin unbedingt will (weil es einem
Spass macht) auch Geld verdienen kann, quasi künstlich darauf zu
verzichten, weil man irgendwo der Ansicht sein könnte es schade quasi
der Sache die man tut.
Die Botschaft ist einfach die, das wenn ich beispielsweise gerne in
meiner Freizeit OSS programmiere und es sich in meinem Arbeitleben
ergibt die Wahl zu haben entweder als Maschinenbauingenieur zu arbeiten
oder als OSS-Programmierer, es durchaus vernünftig ist Letzteres zu tun.
/Wenn/ man diese Wahl hat, denn die hat man nicht immer. Wenn man sie
allerdings hat, stimme ich mit Reinard völlig überein, wäre es eine
'komische Einstellung' sie nicht im aufgezeigten Sinne zu nutzen.
Schau Dir:
http://de.wikipedia.org/wiki/Good_Will_Hunting
an, der Film hat, mehr oder weniger, damit zu tun um was es auch hier
gedanklich geht, auch wenn es im Film um Mathematik statt um OSS dreht.
Gruß
Jörg
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