MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 9.3.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Schalter fuer Antibiotika-Resistenz entdeckt 2. Schneller Wechsel von Kreide zu Tertiaer 3. Schwarzes Loch gewogen 4. Mit Kleie gegen Schwermetall ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Schalter fuer Antibiotika-Resistenz entdeckt Immer mehr Bakterien werden resistent gegen Antibiotika. Zu ihnen gehoeren auch Staphylokokken, die vor allem in Krankenhaeusern ein grosses Problem darstellen. Werden sie einem Antibiotikum ausgesetzt, produzieren sie binnen kuerzester Zeit Schutz-Proteine. Auf welche Weise die Bakterien die entsprechenden Gene aktivieren, konnten amerikanische Mediziner nun klaeren. Bislang wusste man nur, dass in der Aussenmembran der Bakterienzelle spezielle Rezeptoren sitzen, die auf Antibiotika anschlagen. Die Forscher fanden nun heraus, dass diese Rezeptoren sich selbst in zwei Stuecke schneiden, wenn Antibiotika-Molekuele an sie binden. Damit zieht die Bakterienzelle gleichsam das Schwert. Denn eines der Bruchstuecke kann einen Hemmstoff angreifen, der normalerweise die resistent machenden Gene unterdrueckt. Die Forscher glauben, dass noch nicht alle Details dieses Alarmplans geklaert sind. Jedoch koennten auch die bisherigen Ergebnisse schon zu Wegen fuehren, um antibiotika-resistenten Bakterien doch noch beizukommen. Quelle: BBC / Science, 8.3.01 Forschung: H.Z. Zhang, C.J. Hackbarth, K.M. Chansky, H.F. Chambers, Division of Infectious Diseases, San Francisco General Hospital, University of California, in Science, Vol. 291, No. 5510, 9.3.01, pp 1962-1965 ------------------------------------------------------------------- Schneller Wechsel von Kreide zu Tertiaer Seit laengerem schon wird vermutet, dass ein Asteroiden-Einschlag vor 65 Millionen Jahren ein grosses Tiersterben ausgeloest hat. Amerikanische und italienische Forscher haben jetzt neue Belege gefunden, die diesen Vorgang auf 10.000 Jahre eingrenzen. Gleichzeitig halten die Wissenschaftler eine zweite Vermutung fuer widerlegt, nach der es zeitgleich zum Einschlag zu Vulkanausbruechen und einem Klimawandel gekommen sein sollte. Das Forschungsteam hatte italienische und tunesische Gesteins- ablagerungen der so genannten K/T-Grenze (kreta-tertiaere Grenze) untersucht. Sie trennt die geologischen Zeitalter Kreide und Tertiaer vor etwa 65 Millionen Jahren. Umstritten ist unter Forschern, wie lange der UEbergang zwischen beiden Epochen andauerte. Damit verknuepft ist die Frage, wie lange das Artensterben anhielt, bei dem einschliesslich der Dinosaurier 70 Prozent der Landlebewesen verschwanden. Anhand von Helium-3-Anteilen im Gestein wollen die Forscher den Zeitraum jetzt eingrenzen koennen. Die speziellen Helium-Partikel sollen aus dem Weltraum auf die Erde gekommen sein. Ihre Ablagerung habe sich sehr gleichmaessig innerhalb von 10.000 Jahren vollzogen, sagen die Forscher. Ein Kometenschauer als Ursache sei ausgeschlossen, weil es dann zu Sedimenten schwankender Konzentration haette kommen muessen. Deshalb komme nur ein einzelner riesiger Asteroid als Verursacher in Frage. Einen Zusammenhang mit Vulkanismus halten die Forscher aber fuer ausgeschlossen. Anhaenger der Vulkan-Theorie gehen davon aus, der Rauch von Vulkanausbruechen haette die Atmosphaere in weiten Teilen verfinstert und einen Klimawandel eingeleitet. Als Beweis werden Asche-Ablagerungen in westindischem Basaltgestein genannt. Das amerikanisch-italienische Forschungsteam meint dagegen, die betreffenden Spuren deuteten auf 500.000 Jahre anhaltenden Vulkanismus in der Region hin. Dieser Zeitraum sei zu lang, um mit dem Artensterben in Verbindung zu stehen. Quelle: BBC / Science, 9.3.2001 Forschung: Sujoy Mukhopadhyay, California Institute of Technology, K.A. Farley, A. Montanari, in Science Vol. 291, No. 5510, pp 1952-1955 ------------------------------------------------------------------- Schwarzes Loch gewogen Europaeischen und amerikanischen Astronomen ist es gelungen, das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie Centaurus A zu wiegen. Es besitzt demnach die 200millionenfache Masse unserer Sonne. Centaurus A ist elf Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die Himmelsforscher vermuten seit langem, dass die Galaxie in ihrem Zentrum ein supermassives Schwarzes Loch verbirgt. Der Blick auf das Zentrum von Centaurus A ist jedoch durch ein dichtes Staubband verstellt. Die Astronomen muessen das Schwarze Loch deshalb im Bereich der laengerwelligen Infrarot-Strahlung beobachten. Diese vermag den Staub zu durchdringen. Vor vier Jahren hatten Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble gezeigt, dass sich im Zentrum der Galaxie eine duenne Gasscheibe befindet. Jetzt gelang es den Forschern, die Rotation dieser Gasscheibe zu messen. Dabei kam ein 8-Meter-Spiegel des Very Large Telescopes der Europaeischen Suedsternwarte zum Einsatz. Aus den Drehbewegung der Gasscheibe konnten die Forscher dann die immense Masse des Schwarzen Lochs berechnen. Quelle: ESO, 8.3.01 Forschung: Ethan Schreier, Space Telescope Science Institute ------------------------------------------------------------------- Mit Kleie gegen Schwermetall Schwermetalle im Abwasser koennen bisher nur mit grossem technischen Aufwand ausgefiltert werden. Meist kommen dabei Ionenaustauscher aus synthetischen Harzen zum Einsatz, die aus Erdoel hergestellt werden. Fraunhofer-Forscher aus Stuttgart haben jetzt ein Verfahren entwickelt, bei der speziell aufbereitete Kleie die Filterfunktion uebernimmt. Die Kleie gewinnen die Forscher als Reststoff aus der Getreide- verarbeitung. In den Bio-Filter fuehren die Forscher dann noch spezielle Phosphatgruppen ein. Dadurch ist die Kleie in der Lage, Zink und Chrom sowie Schwermetalle zurueckzuhalten. Die Kleie kann nach ihrer Regenerierung mit Saeuren mehrfach wieder verwendet werden, sagen die Entwickler. Sie glauben, ihre so genannten Bioadsorber koennten sich auch zur Trinkwassergewinnung eignen. Derzeit entwickeln die Forscher ausserdem eine Variante, die chlorierte Kohlenwasserstoffe und Huminstoffe aus Abwaessern entfernen kann. Deratige Schadstoffe sickern beispielsweise aus Muelldeponien. Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft zur Foerderung der angewandten Forschung, 9.3.01 Forschung: Dr. Manfred Kuehn, Fraunhofer-Institut fuer Grenzflaechen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart, Dr. Guenter Mann, ATEC Dr. Mann GmbH, Obrigheim ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.morgenwelt.de/nachrichten Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt e.V. 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