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MorgenWelt HEUTE vom 13.3.2001
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1. Parkinson-Versuche abgebrochen
2. Todesursachen bei Seeadlern
3. Sterne in Kugelhaufen sind anders
4. Bunte Voegel treiben es bunt
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Parkinson-Versuche abgebrochen

Erste Versuche in den USA, Parkinson-Patienten mit embryonalen 
Stammzellen zu behandeln, mussten abgebrochen werden. Die ein Jahr 
andauernden Experimente hatten keine Erfolge gezeigt. Bei einigen 
Patienten mit Parkinsonscher Krankheit hatte sich der Zustand durch 
die Behandlung sogar deutlich verschlechtert.

Die Wissenschaftler wollten von der Krankheit betroffene Hirnzellen 
durch Stammzellen aus abgetriebenen Foeten ersetzen. Die Zellen, 
die den Patienten ins Gehirn gespritzt wurden, waren aber 
bestenfalls wirkungslos. In 15 Prozent der Faelle begannen die 
Zellen, sich im Gehirn der Patienten unkontrolliert zu vermehren. 
Als Folge des Wachstums wurden zu grosse Mengen des Botenstoffs 
Dopamin ausgeschuettet. Die Patienten wurden von starken Kraempfen 
heimgesucht.

Die Forscher mussten einraeumen, dass die Experimente ausser 
Kontrolle geraten waren. Sie brachen jetzt ihre Versuche ab. 
Die genauen Ursachen des Fehlschlags sind noch unklar.

Quelle: BBC / New York Times, 13.3.2001 
Forschung: Dr Paul Greene, Columbia University College of Physicians 
and Surgeons, New York, in New England Journal of Medicine 
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Todesursachen bei Seeadlern
 
Die meisten Seeadler sterben durch Kollisionen mit Bahnfahrzeugen. 
Zu diesem Schluss kommt jetzt eine Studie von Berliner Wildforschern. 
Rund 70 Prozent aller Todesursachen bei Seeadlern sind demnach 
zivilisationsbedingt. Fuer die Studie wurden ueber zehn Jahre hinweg 
insgesamt 120 Kadaver von Seeadlern untersucht. Die haeufigsten 
Todesursachen waren Kollisionen mit Zuegen, danach Vergiftungen 
durch Bleimunition und Insektizide sowie Stromstoesse an 
Ueberlandleitungen. Erst an vierter Stelle folgten Infektionen mit 
Parasiten.

Seeadler fliegen nach Auskunft der Forscher haeufig Gleisanlagen 
an, um verungluecktes Wild zu fressen. Dabei bemerken sie 
heraneilende Zuege oft nicht rechtzeitig. Beim Fluchtversuch 
geraten sie mit ihrer Spannweite von ueber zwei Metern dann in 
den Sog des Zuges. Die Bleivergiftungen wiederum ruehrten von 
angeschossenen Wasservoegeln her, die eine leichte Beute fuer 
die Greifvoegel seien.

Aus den Forschungsergebnissen lassen sich nach Ansicht der Forscher 
konkrete Artenschutzmassnahmen ableiten. Gegenwaertig leben in 
Deutschland etwa 360 Brutpaare des Seeadlers (Haliaetus albicilla). 
Die Art steht auf der Roten Liste der gefaehrdeten Greifvogelarten.
 
Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V., 13.3.01 
Forschung: Oliver Krone und Norbert Kenntner, Institut fuer Zoo- 
und Wildtierforschung, Forschungsverbund Berlin, Forschungsgruppe 
Wildtierkrankheiten 
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Sterne in Kugelhaufen sind anders

Sterne in so genannten Kugelsternhaufen entwickeln sich anders als 
allein im All treibende Sterne. Zu diesem Ergebnis kommt ein 
internationales Team von Astronomen nach der Untersuchung mehrerer 
Kugelsternhaufen. Die Forscher hatten an der Europaeischen Sued-
sternwarte die Spektren von sonnenaehnlichen Sternen in den Haufen 
analysiert. Aus den Spektren laesst sich ihre chemische 
Zusammensetzung ermitteln. 

Zu ihrer UEberraschung fanden die Forscher grosse Unterschiede in 
der Verteilung von Sauerstoff, Schwefel und anderen Elementen. 
Da die Sterne in einem Kugelsternhaufen alle etwa zur gleichen 
Zeit entstanden sind, sollten sie sich eigentlich auch in ihrer 
chemischen Zusammensetzung aehneln. 

Moeglicherweise haben die Sterne Materie anderer Sterne aufgenommen, 
die bereits explodierten. Das sei nur moeglich, weil die Sterne in 
Kugelhaufen sehr nahe beieinander stehen, sagen die Forscher. 
Die Abstaende zwischen den Sternen betragen oft nur ein Tausendstel 
im Vergleich zu Sternen ausserhalb der Kugelhaufen. 

Quelle: ESO 13.3.01 
Forschung: Luca Pasquini, ESO
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Bunte Voegel treiben es bunt
 
Bei vielen Tierarten sind die Weibchen klein und unscheinbar, 
waehrend die Maennchen sich auffaellig und protzig praesentieren. 
Laut Charles Darwin spiegelt dieser so genannte sexuelle Dimorphismus 
die unterschiedliche Beanspruchung der Geschlechter durch die 
Fortpflanzung wider. Eine neue Untersuchung amerikanischer und 
kanadischer Biologen scheint diese Ansicht zu bestaetigen. 

Die Forscher hatten Daten zu Koerpermassen, Gefieder und Lebensweise 
von ueber 1000 Vogelarten zusammengetragen. Bei Arten, bei denen 
die Tiere oefter mal einen Seitensprung wagen, zeigten sich 
staerkere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei streng 
monogamen Arten waren die Unterschiede dagegen schwaecher. 
Als Indikator fuer die Neigung zum Seitensprung benutzten die 
Forscher die Hodengroesse der Maennchen. Mit zunehmender Promiskuitaet 
treten die Maennchen naemlich auch in eine Spermienkonkurrenz ein. 
Und mehr Spermien erhoehen die Chancen auf Nachwuchs. 

Quelle: Nature Science Update, 13.3.01 
Forschung: Peter O. Dunn, Linda A. Whittingham, Department of 
Biological Sciences, University of Wisconsin-Milwaukee; Trevor E. 
Pitcher, Department of Zoology, University of Toronto, in Evolution, 
Vol. 55(1), pp 161 - 175
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