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MorgenWelt HEUTE vom 27.3.2001
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1. Turbulente Geburt eines Regentropfens
2. Was Heuschrecken schwaermen laesst
3. Angst von links!
4. Mars Polar Lander aufgespuert?
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Turbulente Geburt eines Regentropfens
 
Meteorologen koennen vorhersagen, wann und wo es regnen wird. 
Doch wie Regentropfen ueberhaupt entstehen, ist immer noch raetsel-
haft. Jetzt glauben israelische und amerikanische Forscher, das 
Raetsel geloest zu haben. Ihrer Meinung nach sorgen viele kleine 
Luftwirbel im Innern einer Wolke dafuer, dass Regentropfen von 
nennenswerter Groesse entstehen.

Bislang wusste man schon, dass Luftfeuchtigkeit in einer Wolke an 
Staubkoernchen kondensiert. Diese Partikel sinken schliesslich 
durch die Wolke nach unten und sammeln dabei immer mehr Wasser ein. 
Auf diese Weise braeuchten sie aber mehrere Jahre, um auf die 
uebliche Tropfen-Groesse heranzuwachsen. Um den Widerspruch aufzu-
loesen, entwickelten die Forscher ein Computermodell fuer das 
Verhalten von Partikeln in Luftturbulenzen. Aufgrund der Modell-
berechnungen glauben sie, dass vor allem kleine Luftwirbel das 
Wachstum der Tropfen rapide beschleunigen.

Geraten die kleinen Tropfen naemlich in einen Wirbel, werden sie 
- aehnlich wie in einer Zentrifuge - im Kreis herumgeschleudert 
und nach aussen gedrueckt. Am Rand des Wirbels sammeln sich daher 
viele kleine Troepfchen. Und diese koennen schliesslich zu wenigen 
grossen Tropfen verschmelzen, sagen die Forscher. Ihrer Ansicht 
nach koennten aehnliche Prozesse auch im Luft-Kraftstoff-Gemisch 
eines Verbrennungsmotors oder in der Abgasfahne ueber einem 
Schornstein auftreten.

Quelle: Physical Review Focus, 22.3.01 
Forschung: E. Balkovsky, Gregory Falkovich, A. Fouxon, Weizmann 
Institute of Science, Rehovot, Israel / Institute for Theoretical 
Physics, University of California at Santa Barbara, in Physical 
Review Letters, Vol. 86, No. 13, 26.3.01, pp 2790 - 2793
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Was Heuschrecken schwaermen laesst
 
Wuestenheuschrecken leben normalerweise als ruhige und scheue 
Einzelgaenger. Doch wenn ihre Populationsdichte in einem Gebiet 
steigt, gehen die Tiere zum Schwarmverhalten ueber. Dann suchen 
sie den Kontakt zu ihresgleichen, sind sehr aktiv und wechseln mit 
der Zeit sogar Koerperform und -faerbung. Schliesslich bilden sie 
grosse Schwaerme, die ganze Landstriche kahlfressen koennen. 

Englische Zoologen glauben jetzt, den Schalter fuer diese 
Veraenderungen gefunden zu haben. Demnach wechseln die Tiere zum 
Schwarmverhalten, wenn sie nur oft genug an den Hinterbeinen 
beruehrt werden. Die Forscher wussten bereits, dass haeufigere 
Koerperkontakte mit dem Schwarmverhalten der Heuschrecken in 
Zusammenhang stehen. Dies untersuchten sie genauer, indem sie 
einzelne Heuschrecken in Drahtkaefige sperrten und ueber Stunden 
immer wieder mit einem Pinsel an verschiedenen Koerperstellen 
beruehrten.

Es zeigte sich, dass nur die wiederholte Reizung der Hinterbeine 
das Schwarmverhalten ausloeste. Nach Ansicht der Forscher macht 
dies durchaus Sinn. Denn die meisten uebrigen Koerperregionen 
wuerden auch bei normalen Taetigkeiten wie Fressen, Putzen oder 
Laufen gereizt. Die Hinterbeine eines Tieres wuerden jedoch 
hauptsaechlich von Artgenossen beruehrt.

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences, 26.3.01 
Forschung: Stephen J. Simpson, E. Despland, B.F. Haegele, T. Dodgson, 
Department of Zoology und University Museum of Natural History, 
University of Oxford, in PNAS, Vol. 98, No. 7, 27. Maerz 2001, 
pp 3895 - 3897
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Angst von links!
 
Menschen fuerchten nicht nur unangenehme Erfahrungen, die sie am 
eigenen Leib gemacht haben. Das Gehirn vermag auch Angst aus den 
Worten anderer zu uebernehmen und kuenftig Ereignisse zu fuerchten, 
die es niemals selbst erlebt hat. Wie eine amerikanische Psychologin 
und ihrer Kollegen jetzt berichten, sind bei diesen zwei Typen von 
Angst unterschiedliche Gehirnstrukturen beteiligt. 

Die Forscher erzaehlten ihren Probanden, dass sie beim Auftauchen 
eines Farbquadrates auf einem Bildschirm einen leichten Stromstoss 
erhalten wuerden. Zwar erhielten die Probanden dann nicht wirklich 
Stromstoesse. Wie Messungen der Hautleitfaehigkeit zeigten, 
verspuerten sie aber dennoch jedesmal Angst, wenn das Farbquadrat 
erschien. Gleichzeitige Messungen der Gehirnaktivitaet zeigten, 
dass in diesen Situationen der linke Mandelkern besonders aktiv war.

Hat man dagegen Angst vor einer Erfahrung, die man tatsaechlich 
schon einmal gemacht hat, wird der rechte Mandelkern aktiviert. 
Nach Ansicht der Forscher gibt es noch keine befriedigende Erklaerung 
fuer diese Unterschiede.
 
Quelle: Nature Neuroscience, 25.3.01
Forschung: Elizabeth A. Phelps, Department of Psychology, New York 
University; Michael Davis, Department of Psychiatry and Behavioral 
Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, Georgia; 
in Nature Neuroscience, Vol. 4(4), April 2001, pp 437 
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Mars Polar Lander aufgespuert?

Amerikanische Spionageexperten glauben, die verschwundene Raumsonde 
Mars Polar Lander aufgespuert zu haben. Bei den Fachleuten der Nasa 
stoesst diese Behauptung allerdings auf Skepsis. Der Mars Polar 
Lander sollte am 3. Dezember 1999 in der Naehe des Mars-Suedpols 
landen. Nach dem Eindringen der Sonde in die Marsatmosphaere war 
jedoch der Funkkontakt zu dem Raumfahrzeug abgebrochen. Der Kontakt 
konnte trotz wochenlanger Bemuehungen nicht wieder hergestellt werden.

Die Techniker der Nasa gehen inzwischen davon aus, dass ein fehler-
haftes Computersignal zu einer vorzeitigen Abschaltung der Brems-
triebwerke gefuehrt hat. Die Sonde waere dann aus rund 40 Metern 
Hoehe abgestuerzt und zerstoert worden. Auf Bitten der Nasa hatten 
Bildauswertungsexperten der militaerischen Spionage-Organisation NIMA 
Marsbilder nach Spuren der verlorenen Sonde abgesucht. Die Fotos 
stammen von der Sonde Mars Global Surveyor. Der gesuchte Polar Lander 
ist zwei Meter gross und liegt damit nur knapp ueber dem Aufloesungs-
vermoegen der besten Aufnahmen.

Trotzdem glauben die NIMA-Experten, die Sonde, ihre Fallschirme und 
den Hitzeschild entdeckt zu haben. Eine gemeinsame Kommission von 
NIMA und Nasa soll nun die vorgelegten Daten noch einmal ueberpruefen 
und gegebenfalls auch neue Aufnahmen der Region machen lassen.

Quelle: NASA, 26.3.01 
Forschung: NASA / NIMA (National Imagery and Mapping Agency)

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