MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 29.3.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Baeume zeugen von wechselhaftem Klima 2. "Archaeoraptor" ist eine Faelschung 3. Augen senden Skizzen ans Gehirn 4. Starke Strahlung beim Jupiter ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Baeume zeugen von wechselhaftem Klima Das Klimaphaenomen "El Niño" sorgte bereits vor 50.000 Jahren fuer wechselvolles Wetter. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin "Nature". Die Forscher stuetzen sich auf Baumring-Analysen an 30 fossilen Baumstuempfen. Die Ueberreste befinden sich im Sueden Chiles und stammen von Patagonischen Zypressen (Fitzroya cupressoides). Im Jahr 1960 waren die Stuempfe durch ein Erdbeben freigelegt worden. Die Forscher verglichen jetzt das in den Fossilien archivierte Wachstumsmuster mit demjenigen heute lebender Zypressen. Dadurch konnten sie Rueckschluesse auf die damals herrschenden Klimabedingungen ziehen. Demnach wuchsen die Baeume in einem relativ milden Klima zwischen zwei Eiszeiten. Das Klima war jedoch mehreren zyklischen Veraenderungen unterworfen, wie sie auch heute auftreten. Eine Schwankung der Wachstums- bedingungen und damit der Dicke der Baumringe soll es im Rhythmus von zwei bis drei Jahren gegeben haben. Die Wissenschaftler deuten dies als klares Zeichen fuer das Wetterphaenomen "El Niño". Quelle: Nature, 29.3.01 Forschung: Fidel A. Roig, José A. Boninsegna, Laboratorio de Dendrocronología, IANIGLA-CONICET, Mendoza, Argentinien; Keith R. Briffa, Climate Research Unit, School of Environmental Sciences, University of East Anglia, Norwich, in Nature, Vol. 410, No. 6828, 29.3.01, pp 567-570 ------------------------------------------------------------------- "Archaeoraptor" ist eine Faelschung Nun ist es offiziell: Das Fossil namens "Archaeoraptor" ist eine Faelschung. Der vermeintliche Urvogel besteht aus mindestens zwei Tieren. Zu dieser Einschaetzung gelangen Palaeontologen der Universitaet Texas. Die Forscher hatten den Archaeoraptor zusammen mit chinesischen und kanadischen Kollegen computer- tomographisch untersucht. Dabei konnte das Fossil als "Bausatz" aus mindestens zwei Tieren identifiziert werden. Den gefaelschten Dino-Vogel hatte das US-Magazin "National Geographic" im Oktober 1999 stolz als historische Sensation praesentiert. Es handelt sich bei der Faelschung um eine Steinplatte, die Abdruecke und Teile eines Skeletts enthaelt. Nach Angaben seiner Entdecker sollte es sich um eine Art Urvogel handeln, der in der chinesischen Provinz Liaoning ausgegraben worden war. Fachleute bezweifelten allerdings schon bald nach der Veroeffentlichung die Authentizitaet des Vogels. Im letzten Jahr wurde deshalb eine genaue Analyse des Fundes veranlasst. Das Hinterteil des Archaeoraptor konnte dabei als Teil eines Microraptor identifiziert werden. Dieser kleine, vogelaehnliche Saurier wurde inzwischen wiederholt in China gefunden. Er gilt als der kleinste bisher bekannte Saurier. Das Hinterteil eines solchen Exemplares wurde offenbar an die vordere Haelfte eines bisher unbekannten Vogels montiert. Weil die Fachleute den Vogel nicht bestimmen koennen, ist die Authentizitaet dieser Teile unsicher. Vielleicht besteht die Faelschung sogar aus Stuecken von fuenf verschiedenen Spezies, spekulieren die Wissenschaftler. Wahrscheinlich fuegten die Faelscher die Bruchstuecke zusammen, um den kommerziellen Wert des Fundes zu steigern. Das Traurigste an dem Fall ist der Umstand, dass Informationen ueber die beiden wirklichen Tiere, die hier zusammengefuegt wurden, wohl fuer immer verloren sind. Die in die Irre gefuehrten Fachleute koennen sich derweil troesten, nicht als Erste einer Faelschung aufgesessen zu sein. Taeuschungen haben in der Palaeontologie naemlich eine lange Tradition. Der wohl aelteste dokumentierte Fall ereignete sich schon im Jahr 1725. Damals wurden dem Wuerzburger Wissenschaftler Adam Beringer Kalksteine mit nachgebildeten "Fossilien" untergeschoben. Die Faelschung flog erst auf, als Beringer schon eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema veroeffentlicht hatte. Die betreffenden Objekte sind als "Beringersche Luegensteine" in die Geschichte eingegangen. Quelle: Nature, 29.3.2001 Forschung: Timothy Rowe, Richard A. Ketcham, University of Texas, Nature 29.3.01 Vol. 410 No. 6828, pp 539-540 ------------------------------------------------------------------- Augen senden Skizzen ans Gehirn In der Netzhaut des Auges sitzen ausser den Lichtsinneszellen noch zahlreiche weitere Nervenzellen. Diese bearbeiten die Signale von den Photorezeptoren und senden sie dann an die Sehrinde des Gehirns weiter. Wie tiefgreifend diese Nachbearbeitung ist, haben zwei amerikanische Forscher jetzt entdeckt. Demnach erhaelt das Gehirn nur einfache Skizzen der Aussenwelt. UEber Jahre hinweg hatten die Forscher Messungen an der Netzhaut von Kaninchen vorgenommen. Mit feinen Elektroden erfassten sie dabei, mit welchen Signalen einzelne Netzhautzellen auf bestimmte Bilder reagierten. Bei diesen Bildern handelte es sich beispielsweise um einfache geometrische Formen oder einen sich bewegenden Lichtpunkt. Aus diesen Messungen schliessen die Forscher, dass die Netzhaut das Bild der Aussenwelt in zehn bis zwoelf verschiedene Skizzen zerlegt. Jede Skizze zeigt jeweils andere Eigenschaften wie Umrisse oder Bewegungen im urspruenglichen Bild. Diese unterschiedlichen Skizzen werden dann gleichzeitig an das Gehirn weitergeleitet und dort zu einem - subjektiv - vollstaendigen Bild der Umwelt zusammengesetzt. Nach Ansicht der Forscher greift das Gehirn dabei auch auf Erinnerungen zurueck, um sich Details "hinzuzudenken". Quelle: University of California, Berkeley, 28.03.01 Forschung: Frank S. Werblin, Botond Roska, College of Letters & Science, University of California at Berkeley, in Nature, Vol. 410, No. 6828, 29.3.01, pp 583-587 ------------------------------------------------------------------- Starke Strahlung beim Jupiter Der Strahlungsguertel des Planeten Jupiter ist wesentlich staerker als bislang vermutet. Dies haben Messungen der Saturnsonde Cassini ergeben, die zur Jahreswende den Riesenplaneten passiert hatte. Waehrend des Vorbeiflugs hatten die Forscher eine der Radioantennen der Sonde auf Jupiter gerichtet. In dem Strahlungsguertel bewegen sich elektrisch geladene Teilchen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit und senden dabei Radiostrahlung aus. Die staerkste Strahlung kam aus einem Bereich innerhalb von 300.000 Kilometern um den Planeten. Von der Erde aus laesst sich die Strahlung in dieser Region nur schwer messen, da Jupiter selbst auch Radiostrahlung aussendet. Die Forscher waren von der Staerke der Strahlung ueberrascht: Dies habe Konsequenzen fuer die Strahlungsisolierung kuenftiger Jupitersonden. Cassini hatte Jupiter in zehn Millionen Kilometern Entfernung passiert und war deshalb durch die Strahlung nicht gefaehrdet. Quelle: Jet Propulsion Laboratory (NASA Forschungsinstitut), 28.3.01 Forschung: Scott Bolton, JPL ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.morgenwelt.de/nachrichten Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ TRAUMJOB schon GEFUNDEN? 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