MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 30.3.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Nationales Genomforschungsnetz geknuepft 2. Abspecken durch Enzym-Blockade? 3. Sensor-Jacke fuer angehende Dirigenten 4. Raetselhafte Kometenbahn 5. Fliegende Windkraftwerke ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Nationales Genomforschungsnetz geknuepft Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat heute in Berlin das Nationale Genomforschungsnetz praesentiert. Fuer den Aufbau des Forschungsnetzes werden in den kommenden drei Jahren 350 Millionen Mark zur Verfuegung gestellt. Eine internationale Jury hat bereits ueber die Verteilung der Mittel entschieden. Demnach werden mit 133 Millionen Mark die bestehenden fuenf Kompetenzzentren gefoerdert. Dazu gehoeren das Deutsche Krebs- forschungszentrum Heidelberg, die Gesellschaft fuer Biotechnologische Forschung in Braunschweig, das Forschungszentrum fuer Umwelt und Gesundheit in Muenchen, das Max-Delbrueck-Centrum in Berlin und das Max-Planck-Institut fuer molekulare Genetik in Berlin. 132 Millionen Mark fliessen in die so genannten krankheits- orientierten Genomnetze. Erforscht werden sollen Herz-Kreislauf, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingte Erkrankungen, Infektionen und Entzuendungen. An diesen Genomnetzen sind insgesamt 16 Universitaeten beteiligt. Darueber hinaus werden ethische, soziale und rechtliche Fragestellungen in das Genomforschungsnetz integriert. Dafuer stehen 20 Millionen Mark zur Verfuegung. 65 Millionen Mark werden fuer die Plattformtechnologien, Proteomforschung und Bioinformatik ausgegeben. Quelle: Bundesministerium fuer Bildung und Forschung (BMBF), 30.3.01 ------------------------------------------------------------------- Abspecken durch Enzym-Blockade? Amerikanische Wissenschaftler haben ein Enzym manipuliert, das entscheidend an der Regulierung des Koerpergewichts beteiligt ist. Den Forschern gelang es, das ACC genannte Enzym (Acetyl-Coenzym A Carboxylase) bei Maeusen auszuschalten. Die Tiere konnten daraufhin unbegrenzt fressen, ohne dick zu werden. Ihre Fettpolster gingen sogar um bis zu 50 Prozent zurueck. Das Enzym ACC ist fuer die Bildung des koerpereigenen Stoffs Malonyl-Coenzym A verantwortlich. Ein Mangel an diesem Stoff beschleunigt die Verbrennung von Fettsaeuren um 30 Prozent. Die Forscher ermittelten ausserdem einen gesunkenen Blutzucker und reduzierte Glykogen-Werte in den Lebern der Maeuse. Auf Wachstum und Fruchtbarkeit habe das Ausschalten des Enzyms offenbar keinen Einfluss, sagen die Forscher. Sie glauben deshalb, das Enzym koenne auch beim Menschen gezielt ausgeschaltet werden. Quelle: Baylor College of Medicine Forschung: Lutfi Abu-Elheiga, Baylor College of Medicine, Houston, in Science Vol. 291 No. 5513, pp 2613-2616 ------------------------------------------------------------------- Sensor-Jacke fuer angehende Dirigenten Ein Orchester zu dirigieren will gelernt sein. Damit angehende Dirigenten richtig in Schwung kommen, koennen sie kuenftig mit einem virtuellen Orchester ueben. Dirigiert wird ueber eine Sensor- bestueckte Jacke, die amerikanische Techniker jetzt vorgestellt haben. Die Jacke enthaelt Sensoren, die die Muskelaktivitaet in den Armen und am Ruecken erfassen. Ausserdem beobachtet die Jacke den Herzschlag ihres Traegers. Alle Bewegungen des angehenden Dirigienten werden an einen Computer uebermittelt, der das Orchester simuliert. In den Rechner wurden vorab die Bewegungen von sechs professionellen Dirigenten eingelesen. Mehrere hundert Stunden Dirigierens habe man erfasst, sagen die Entwickler. Anhand der gespeicherten Armbewegungen kann der Computer vergleichen, ob der Nachwuchs annaehernd richtig dirigiert. Tut er dies nicht, spielt das virtuelle Orchester schief. Erste Versuche mit Musikstudenten sollen ergeben haben, dass die Sensor-Jacke die Lehrzeit junger Dirigenten um die Haelfte verkuerzt. Quelle: New Scientist, Ausgaben 31.3.01 Forschung: Teresa Marrin Nakra, Immersion Music, Haverhill, Massachusetts ------------------------------------------------------------------- Raetselhafte Kometenbahn Ein im Februar letzten Jahres entdeckter Komet bereitet den Astronomen Kopfzerbrechen. Beobachtungen des Himmelskoerpers haben gezeigt, dass er sich auf einer ungewoehnlichen Bahn bewegt. Das 400 Kilometer grosse Objekt mit der Bezeichnung 2000 CR105 gehoert zu den so genanten "Trans-Neptunischen Objekten". Sie umlaufen unsere Sonne auf elliptischen Bahnen ausserhalb der Neptunbahn. Die Astronomen gehen davon aus, dass diese Kometen durch Begegnungen mit einem Planeten aus ihren urspruenglichen Kreisbahnen geschleudert worden sind. Juengste Beobachtungen zeigen nun, dass der spezielle Komet seine Bahn in einer Entfernung von 6,6 bis ueber 58 Milliarden Kilometern Entfernung von der Sonne zieht. Damit ist jedoch in der Vergangenheit keine Begegnung mit einem der bekannten grossen Planeten unseres Sonnensystems moeglich gewesen. Die Wissenschaftler spekulieren nun, dass der Neptun urspruenglich in einer weiter entfernten Umlaufbahn gewesen sein koennte. Eine andere Erklaerungsmoeglichkeit waere die Existenz eines noch unbekannten Planeten in den aeusseren Regionen des Sonnensystems. Die Astronomen hoffen auf die Entdeckung weiterer vergleichbarer Objekte, um das Raetsel zu loesen. Quelle: Science Now, 29.3.01 Forschung: Brett Gladman, Observatoire de la Côte d'Azur ------------------------------------------------------------------- Fliegende Windkraftwerke Windkraftwerke kommen auch ohne Bodenhaftung aus. Davon ist ein australischer Wissenschaftler ueberzeugt, der Windstrom im Flug ernten will. Seine fliegende Turbine traegt den Namen "Gyromill". Rein aeusserlich wirkt der Prototyp wie die Kreuzung zwischen einem Segelflugzeug und einem Hubschrauber. Zwei nach oben gerichtete Propeller befoerdern den Flieger zuerst in luftige Hoehen, in denen er ohne Antrieb gleiten kann. Ist diese Luftschicht erreicht, schalten die Rotoren auf Stromgewinnung um. Die Elektrizitaet wird ueber ein Kabel zur Bodenstation abgefuehrt. Ueber dieses Kabel kann der Flieger auch wie ein Lenkdrachen zurueckgeholt werden. Nach Angaben des Forscher stecken bereits zwanzig Jahre Entwicklungs- arbeit in dem Projekt. Der Wissenschaftler will jetzt im suedlichen Australien die erste Pilot-Anlage errichten. Die Gyromill-Flieger sollen von dort rund 4,5 Kilometer hoch in den so genannten Jet-stream aufsteigen. Dabei handelt es sich um einen Strahlstrom in der Erdatmosphaere, in dem eine Windgeschwindigkeit bis zu 400 Kilometer pro Stunde herrscht. Quelle: BBC, 29.301 Forschung: Bryan Roberts, University of Western Sydney ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.morgenwelt.de/nachrichten Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Bei uns finden Sie, was Sie suchen und werden los, was Sie nicht mehr brauchen. 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