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MorgenWelt HEUTE vom 24.4.2001
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1. Hochdruck in der Lunge
2. Mars Odyssey blickt zurueck zur Erde
3. Maikaeferschaeden nehmen wieder zu
4. Elektronisches Papier bald marktreif?

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Hochdruck in der Lunge
 
Bergsteiger werden mitunter von der Hoehenkrankheit heimgesucht. 
Zu den moeglichen Symptomen gehoeren Teilnahmslosigkeit, Lungenoedeme 
und das Aushusten von Blut. Wodurch diese Symptome hervorgerufen 
werden, konnten schweizer und belgische Mediziner jetzt klaeren. 

Demnach steigt in grossen Hoehen der Druck in den Blutkapillaren 
der Lunge an. Als Folge sickert vermehrt Fluessigkeit durch die 
Gefaesswaende in die Lunge. Die Forscher untersuchten Bergsteiger, 
die schon einmal die Hoehenkrankheit durchlitten hatten, und solche, 
die dagegen gefeit schienen. Per Herzkatheder bestimmten die 
Forscher den Druck in den Lungengefaessen sowie die Durchlaessigkeit 
der Gefaesswaende. Die Messungen wurden zunaechst in 500 Metern 
Meereshoehe durchgefuehrt und dann in einem 4500 Meter hoch gelegenen 
Labor wiederholt. 

Einige der anfaelligen Bergsteiger entwickelten in dieser Hoehe 
Symptome der Hoehenkrankheit. Zwar lag bei ihnen die Durchlaessigkeit 
der Gefaesswaende im Normbereich. Im Gegensatz zu den uebrigen 
Probanden war der Druck in ihren Gefaessen aber deutlich erhoeht 
und loeste so die Symptome aus. Wie die Forscher berichten, liess 
sich dieser Zustand durch Sauerstoffgaben wieder beheben.
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Mars Odyssey blickt zurueck zur Erde

Die amerikanische Raumsonde "2001 Mars Odyssey" hat einen Blick 
zurueck zur Erde geworfen. Das Instrument THEMIS ( = "Thermal Emission 
Imaging System") lieferte Bilder des Erde-Mond-Systems im sichtbaren 
und im infraroten Licht. Das Bild zeigt die naechtliche Suedhalbkugel 
der Erde. 

Mit THEMIS konnten die Forscher die naechtlichen Oberfaechen-
temperaturen in der Antarktis auf minus 58 Grad Celsius bestimmen. 
Zeitgleich wurden fuer Australien 9 Grad Celsius gemessen. Die 
Raumsonde ermittelte die Temperaturen aus drei Millionen Kilometer 
Entfernung. Die Aufnahmen dienen den Wissenschaftlern unter anderem 
auch zur Kalibrierung des Kamerasystems. 

"2001 Mars Odyssey" war am 7. April gestartet und soll am 24. Oktober 
den roten Planeten erreichen. Seine Hauptaufgabe ist die Untersuchung 
der chemischen Zusammensetzung der Marsoberflaeche. Die Sonde soll 
auch nach tektonisch aktiven Regionen, so genannten "hot spots", 
suchen.
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Maikaeferschaeden nehmen wieder zu

Der Maikaefer droht zur Plage zu werden. Seit Mitte der 80er Jahre 
nehmen Schaeden durch den Wald- und den Feldmaikaefer europaweit in 
teilweise drastischem Masse zu. In acht der 16 deutschen Bundeslaender 
seien steigende Schaeden zu verzeichnen, sagt Dr. Kerstin Jung von 
der Biologischen Bundesanstalt fuer Land- und Forstwirtschaft in 
Darmstadt.
 
Das BBA-Institut fuer biologischen Pflanzenschutz arbeitet im Rahmen 
eines EU-Projekts an einem Verfahren, die Schaedlinge ohne chemische 
Pflanzenschutzmittel im Zaum zu halten. Die Forscher setzen dabei 
auf den fuer Maikaefer giftigen Pilz Beauveria brongniartii. In ersten 
Versuchen konnten sie bereits feststellen, dass Isolate dieser Pilzart 
besonders effektiv gegen Wald- und Feldmaikaefer wirken.

Fuer die Massenproduktion der Pilzsporen setzen die Wissenschaftler 
auf eine spezielle Fluessigkultur. Als Naehrsubstanz laesst sich zum 
Beispiel die Melasse, ein Abfallprodukt aus der Zuckerruebenproduktion, 
verwenden. Rund zwei Dutzend verschiedene Naehrmedien haben die Biologen 
bereits im Labormassstab geprueft. 

Ein Problem ist allerdings noch die Ausbringung des Praeparats, 
besonders beim Waldmaikaefer. Seine Larven, die Engerlinge, leben 
versteckt im Boden, wo sie sich von den Feinwurzeln der Baeume ernaehren. 
Noch wissen die Forscher nicht, wie die Pilzsporen effektiv in das 
Erdreich eingebracht werden koennen.
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Elektronisches Papier bald marktreif? 
 
Seit etwa drei Jahren arbeiten amerikanische Forscher an einem 
elektronischen Papier, das herkoemmliches Papier abloesen soll. 
Jetzt glauben die beteiligten Wissenschaftler der Bell Laboratories 
in New Jersey und der "E Ink Corporation" in Cambridge, einen Weg 
zur kostenguenstigen Herstellung des Datentraegers gefunden zu haben.

Das elektronische Papier soll aus duennen Folien bestehen, zwischen 
denen winzige Kunststoffkuegelchen schwimmen. Durch elektrische 
Spannung sollen die Kuegelchen mal ihre weisse, mal ihre schwarze 
Haelfte nach oben drehen koennen. Ganze Buecher liessen sich so Seite 
fuer Seite auf das elektronische Papier laden. Bisher sind die kleinsten 
Kugeln allerdings noch etwa 0,8 Millimeter gross. Um die Aufloesung 
einer Tageszeitung zu erreichen, muessen sie auf 0,1 Millimeter 
verkleinert werden.

Die notwendige Verdrahtung im Traegermaterial ist aber noch 
unerschwinglich teuer. Die obere transparente Schicht des "Papiers" 
soll aus Indium-Zinn-Oxyd bestehen. Den unteren Traeger koennte eine 
Goldfolie auf elektrisch leitfaehigem Plastik bilden. Um die goldenen 
Schaltkreise extrem zu verkleinern, sollen sie in einem Druckverfahren 
auf den Kunststoff aufgebracht werden. Wie die Forscher berichten, 
haben sie jetzt einen Gummistempel entwickelt, der das Gold hauchduenn 
auftraegt. Vorher wird der Stempel mit Chemikalien getraenkt, die die 
Goldschicht vor Veraetzung schuetzen. Die Entwickler meinen, durch den 
Stempel werde die Herstellung des "Papiers" deutlich billiger.

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