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MorgenWelt HEUTE vom 10.5.2001
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1. Stern verschlingt Planeten 
2. Windtunnel blaest mit Mach 15
3. Tipps unter Blaettern
4. Musik als Waffe der Langusten 
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Stern verschlingt Planeten 
 
Astronomen der Europaeischen Suedsternwarte ESO ist erstmalig der 
Nachweis gelungen, dass ein Planet in einen Stern gestuerzt ist. 
Die Forscher konnten das Element Lithium-6 in der Atmosphaere des 
Sterns HD 82943 nachweisen. Lithium-6 wird jedoch in Sternen in der 
Zeit kurz nach ihrer Entstehung abgebaut, es muss dem Stern daher 
spaeter von aussen zugefuehrt worden sein. Die einzig plausible 
Erklaerung ist nach Auffassung der Himmelsforscher, dass ein Planet 
in den Stern gestuerzt ist.

HD 82943 ist einer von inzwischen ueber 60 Sternen, bei denen die 
Astronomen Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems ("Exoplaneten") 
nachweisen konnten. Der etwa 90 Lichtjahre von uns entfernte Stern 
steht im Sternbild Wasserschlange und ist etwas heisser und groesser 
als unsere Sonne. HD 82943 besitzt zwei jupiteraehnliche Planeten, 
die den Stern jedoch auf stark elliptischen Bahnen umkreisen, 
die etwa so gross wie die Bahn der Erde sind.

Dies trifft zur Ueberraschung der Astronomen auf viele der 
aufgespuerten Exoplaneten zu: Es handelt sich offenbar um Gasriesen 
aehnlich dem Jupiter, die ihren Stern jedoch auf wesentlich engeren 
Bahnen umkreisen. Da grosse Gasplaneten aber nach Auffassung der 
Wissenschaftler nur in den aeusseren Regionen eines Planetensystems 
entstehen koennen, vermuten die Astronomen, dass die Planeten im 
Laufe der Zeit nach Innen gewandert sein muessen.

Durch diese "Migration" der Planeten koennte es, so wird seid langem 
vermutet, dann auch zum Sturz eines Planeten in sein Zentralgestirn 
kommen.
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Windtunnel blaest mit Mach 15

Ingenieure der US Air Force haben einen extrem schnellen Windtunnel 
konstruiert. In ihm koennen neue Flugzeuge kuenftig Belastungen von 
15facher Schallgeschwindigkeit ausgesetzt werden. Dies entspricht 
einer Fluggeschwindigkeit von bis zu 18.000 Kilometern in der Stunde. 
Der neue Windkanal ist damit doppelt so schnell wie alle anderen 
Testtunnel vor ihm, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner 
kommenden Ausgabe.

Das Herzstueck der Anlage besteht aus mehreren Kolben, die die Luft 
unter Hochdruck in den Tunnel pumpen. Am Kopf des Tunnels wird die 
Luft durch eine Art Flaschenhals geblasen. An dieser Verengung 
schiessen die Ingenieure versetzt zwei Elektronenstrahlen in die 
Gegenrichtung. Die Strahlen haben eine Kraft von je 100 Megawatt. 
"Das ist schon ziemlich viel Energie", raeumt Mitentwickler Richard 
Miles von der Princeton University in New Jersey ein. "Wenn der 
Elektronenstrahl die Tunnelwand traefe, wuerde sie glatt verdampfen."

Durch den Elektronen-Beschuss wird der Luftstrom bereits auf 
Mach 12 beschleunigt. Die 15fache Schallgeschwindigkeit wird 
schliesslich durch die Zuschaltung starker Magnetfelder erreicht. 
Wegen der extremen Hitze, die im Tunnel entsteht, kann der schnelle 
Strom aber nur wenige Zehntel Sekunden aufrecht erhalten werden. 

Die Ingenieure wollen mit dem Windkanal neue Hochgeschwindigkeits-
flugzeuge testen. Das derzeit schnellste, in der Entwicklung 
befindliche Modell ist der X-43a Scramjet der NASA. Der Prototyp 
wird laut "New Scientist" naechste Woche zu ersten Testfluegen 
starten. Die X-43a ist fuer eine Hoechstgeschwindigkeit von Mach 10 
konstruiert.
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Tipps unter Blaettern

Junge Triebe koennen auf den Erfahrungen alter Blaetter aufbauen. 
Zumindest bei der Ackerschmalwand (arabidopsis thaliana), einer 
Verwandten der Kresse, ist das so. Wie Forscher der Universitaet 
Sheffiled herausgefunden haben, findet eine Art Kommunikation 
zwischen aelteren und nachwachsenden Blaettern statt. Dabei werden 
Informationen ueber die Umweltbedingungen weitergegeben, vermuten 
die Forscher.

Sie hatten mit den so genannten Stomata der Ackerschmalwand 
experimentiert. Stomata sind die winzigen Spaltoeffnungen des 
Pflanzenblattes, die die Photosynthese regeln. In ihren Versuchen 
setzten die Forscher einen Teil der Pflanze einer doppelten 
Kohlendioxid-Konzentration aus. In der Folge entwickelten auch 
jene jungen Triebe deutlich weniger Stomata, die gar nicht mit 
dem CO2 in Kontakt kamen. Den Ratschlag, weniger Spaltoeffnungen 
zu bilden, muessen die jungen Blaetter deshalb von den alten 
erhalten haben, folgern die Forscher.

Dies bestaetigte ein zweiter Versuch mit umgekehrten Bedingungen. 
Diesmal wurden die jungen Triebe einer hoeheren CO2-Konzentration 
ausgesetzt als die alten Blaetter. Trotzdem produzierte der 
Nachwuchs nicht weniger Stomata, sondern sogar mehr.

Die winzigen Spaltoeffnungen haben eine geradezu globale Bedeutung: 
Nach Schaetzungen der Forscher werden jedes Jahr rund 40 Prozent 
des Kohlendioxids unserer Atmosphaere durch die Blaetter der 
Pflanzen geschleust.
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Musik als Waffe der Langusten

Erwachsene Langusten schuetzen sich mit einem Panzer und stacheligen 
Antennen. In ihrer Jugend sind diese Waffen aber noch zu weich. 
Deshalb setzt die junge Languste auf abschreckende Musik. 
Die Geraeusche sind zwar schon wiederholt von Biologen registriert 
worden, dem Mechanismus der Krebstiere kam aber erst jetzt die 
amerikanische Zoologin Sheila Patek auf die Spur. Ihre Entdeckung 
praesentiert sie in der aktuellen Ausgabe von "Nature".

Die Forscherin setzte Unterwassermikrofon ein und befestigte winzige 
Sensoren an den Antennenmuskeln der Krebstiere. Mit diesen Mitteln 
konnte sie nachweisen, dass die Langusten den unteren Rand ihrer 
Antennen ueber einen Bereich unterhalb der Augen reiben. Waehrend 
anderes Krebsgetier bei Gefahr schon mal mit den harten Schalen 
knackt, trifft bei den Langusten weiches Gewebe aufeinander. 
Im Prinzip aehneln die Tiere einem Geiger, der mit dem Bogen ueber 
seine Violine streicht, erklaert die Zoologin. 

Die so erzeugten Toene sollen vermutlich Feinde abschrecken, 
glaubt die Forscherin. "Stellen Sie sich vor, Sie greifen nach 
einem Sandwich, und das quiekt auf einmal - da wuerden Sie doch 
auch innehalten", meint Patek. Tatsaechlich kann nur die 
abschreckende Wirkung als Begruendung in Frage kommen. Die Langusten 
selbst hoeren naemlich sehr schlecht und koennen die Musik ihrer 
Artgenossen wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen.

Zwei Sekunden Langusten-Musik zum Mithoeren: 
http://news.bbc.co.uk/olmedia/1320000/audio/_1321148_lobster.ram
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