MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 14.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Biologische Invasionen spaet erkannt 2. Weniger Satellitenstarts vorhergesagt 3. Erhitztes Holz verzieht sich nicht 4. Urahn der Tyrannosaurier identifiziert ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Biologische Invasionen spaet erkannt Wenn Biologen eine Invasion fremder Tier- oder Pflanzenarten bemerken, koennte es fuer Gegenmassnahmen schon zu spaet sein. Zu diesem Schluss kommen James Byers und Lloyd Goldwasser von der University of California at Santa Barbara jetzt. Wie die Biologen im Fachblatt "Ecology" berichten, kann eine biologische Invasion ueber Jahre hinweg unerkannt verlaufen. Byers und Goldwasser arbeiteten mit einem Computermodell, in dem eine kalifornische Schneckenart von einer eingewanderten asiatischen Schnecke verdraengt wurde. In dem Modell starb die angestammte Schneckenart binnen neunzig Jahren aus - aehnlich dem realen Verlauf. Erste Warnsignale fuer den Niedergang der Art zeigten sich jedoch erst zwanzig Jahre nach Beginn der Invasion. Dazu gehoerten Veraenderungen der Populationsgroesse, der Wachstumsrate und der Ei-Produktion. Zu diesem Zeitpunkt waren die Eindringlinge bereits fest etabliert und breiteten sich immer weiter aus. Daher duerften Biologen und Umweltschuetzer sich trotz aller Ueberwachungsprogramme nicht in Sicherheit wiegen, mahnen die Forscher. "Aufgrund der Verzoegerung zwischen Invasionsbeginn und den ersten sichtbaren Auswirkungen muessen wir solchen Programmen gegenueber sehr argwoehnisch sein", erlaeutert Byers. Selbst wenn eine biologische Invasion einmal erkannt sei, werde sie haeufig noch unterschaetzt. ------------------------------------------------------------------- Weniger Satellitenstarts vorhergesagt Die amerikanische Luftfahrtbehoerde FAA hat ihre Schaetzungen zur Entwicklung der kommerziellen Raumfahrt drastisch nach unten korrigiert. In dem heute veroeffentlichten Bericht "Vorhersagen fuer den kommerziellen Weltraum-Transport in nicht-geostationaere Umlaufbahnen", den die FAA jedes Jahr vorlegt, prognostiziert die Behoerde, dass in den Jahren 2001 bis 2010 lediglich 151 Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen gestartet werden. Noch im vergangenen Jahr hatte die FAA fuer die Jahre 2000 bis 2010 mit 552 Starts gerechnet. Hauptursache fuer das Zurueckschrauben der Prognosen ist, dass sich die Erwartungen im Bereich der Satelliten-Telefonie nicht erfuellt haben. Das bekannteste Beispiel dafuer ist der Zusammenbruch der Firma Iridium, die ein weltweites Netz fuer Satellitenhandy angeboten hatte, fuer das ueber 70 Satelliten ins All geschossen worden waren. Es fanden sich jedoch zu wenig Kunden fuer die teuren Geraete. ------------------------------------------------------------------- Erhitztes Holz verzieht sich nicht Finnische Forscher wollen dem Holz neue Einsatzfelder in der Bau- und Moebelindustrie erschliessen. Sie haben herausgefunden, dass sich Holz nach einer speziellen Hitzebehandlung kaum noch verziehen kann. Dafuer muss das Holz ueber 24 Stunden hinweg einer Temperatur von mindestens 200 Grad Celsius ausgesetzt werden, berichtet Tero Lallukka vom finnischen Unternehmen Stellac Oy. Das Holz koenne anschliessend verbaut werden, ohne dass ein spaeteres Schrumpfen oder Aufquellen zu befuerchten sei. Durch die Behandlung dunkele das Holz und werde in seinem Braunton dem Hartholz der Tropenwaelder aehnlich. Die Erhitzung habe ausserdem einen umweltfreundlichen Nebeneffekt: Weil bei ueber 200 Grad Celsius Zuckerstoffe im Holz aufgebrochen werden, seien sie spaeter fuer schaedliche Pilze ungeniessbar. Eine chemische Behandlung gegen Pilzbefall koenne entfallen. Theoretisch sei jedes Holz fuer die Hitzebehandlung geeignet, so die Forscher. Besonders gut seien jedoch Kiefer, Fichte, Birke und Espe zu verarbeiten. ------------------------------------------------------------------- Urahn der Tyrannosaurier identifiziert Britische Forscher glauben, einen Vorfahren der Tyrannosauriden identifiziert zu haben. Der Saurier, der bereits 1997 auf der Isle of Wight vor der britischen Suedkueste gefunden wurde, koennte eine bisherige Luecke in der Evolutuion der fleischfressenden Echsen fuellen. Der fast fuenf Meter lange Saurier traegt den Namen Eotyrannus Lengi und wird auf ein Alter von 132 Millionen Jahren geschaetzt. Rund 40 Prozent seines Skeletts sind erhalten geblieben, darunter auch die vordere Haelfte des Schaedels. Wie Martin Munt vom Geologie-Museum der Isle of Wight und Darren Naish von der Universitaet Portsmouth im Fachmagazin "Cretaceous Research" berichten, sollen die stumpfe Schnauze und die gut erhaltenen Nasenknochen eine grosse AEhnlichkeit zu den Tyranno- sauriden erkennen lassen. Dazu kaemen lange Arme und Haende, die an den Velociraptor erinnern. Der Velociraptor gehoert zur Familie der Dromaeosauriden, die etwa zeitgleich zu den Tyrannosauriden lebten und nicht weniger aggressive, aber deutlich kleinere Fleischfresser waren. Moeglicherweise gingen beide Arten aus den Coelurosauriern hervor, die rund 60 bis 80 Millionen Jahre frueher entstanden. Die jetzt getroffene Einordnung stuetzt diese These, die erstmals in den 20er Jahren aufkam, aber erst in die 90ern von der allgemeinen Forschung Ernst genommen wurde. Die Familie der Tyrannosauriden stellte die groessten landlebenden Fleischfresser und ist vor allem durch den Tyrannosaurus Rex sehr bekannt. Die gesamte Familie umfasste aber nicht einmal ein Dutzend Gattungen und trat auch erst etwa 15 Millionen Jahre vor dem endgueltigen Ende der Saurier auf. Deshalb sind ihre Verwandschafts- verhaeltnisse bis heute nur schwierig einzuordnen. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Kein Mensch schreibt Ihnen? 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