MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 15.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Liebespfeil sichert Vaterschaft 2. Wuestenstaub verhindert Regen 3. Sternen-Spagetti in der Milchstrasse 4. Parasit fuer Fruchtbarkeit ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Liebespfeil sichert Vaterschaft Waehrend der Paarung versuchen Schnirkelschnecken, ihrem Partner einen mit Schleim ueberzogenen Kalkstachel in den Koerper zu stossen. Bisher ging man davon aus, dass dieser Liebespfeil die sexuelle Stimulation steigern und so eine erfolgreiche Begattung sichern sollte. Eine Bestaetigung dieser Hypothese liefern jetzt zwei Biologen von der McGill University in Montreal. Wie die Forscher im Fachmagazin "Behavioral Ecology and Sociobiology" berichten, erhoeht der Liebespfeil die Chancen auf eine spaetere Vaterschaft. Die Forscher untersuchten die Hainschnecke Helix aspersa, eine nahe Verwandte der Weinbergschnecke. Sie beobachteten, dass Tiere, die waehrend der Paarung von einem Liebespfeil gestochen worden waren, besonders viel Samen ihres Partners speicherten. Der Schleim auf dem Kalkstachel bewirkte bei ihnen naemlich eine Verformung der weiblichen Geschlechtsorgane. Dadurch wurde der Eingang zu einer speziellen Druese abgeklemmt, in der normalerweise ein Grossteil der empfangenen Spermien zerstoert wird. Dementsprechend blieben nur wenige Samen fuer eine Befruchtung der Eier uebrig, wenn der Liebespfeil bei der Begattung sein Ziel verfehlt hatte. Nach Ansicht der Forscher spiegelt sich in diesem Paarungskrieg die Zwitternatur der Schnecken wieder. Einerseits wolle ihre "weibliche Seite" nur wenige und besonders widerstandsfaehige Spermien zur Befruchtung zulassen. Ihre "maennliche Seite" sei dagegen bestrebt, moeglichst viele Eier zu befruchten und bediene sich dafuer des Liebespfeils. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Die GESCHENKIDEE fuer jeden Anlass: Original-Zeitung vom Tag der Geburt ----------------------------------- Sie erhalten aus unserem Zeitungsantiquariat eine echte, alte Zeitung genau vom Geburtstag des Beschenkten. 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"Unsere Laboranalysen von Wuestenstaub zeigten jedoch, dass die Staubpartikel aufgrund ihrer Zusammensetzung nur wenig Wasser binden", erlaeutert Yinon Rudich vom Weizmann-Institut in Rehovot. "Daher bilden sich auch um grosse Staubpartikel herum nur relativ kleine Troepfchen." Flugzeug- und Satellitenaufnahmen von Wolken und Staubstuermen bestaetigten die Laboruntersuchungen: Je naeher Wolken einem Sandsturm waren, desto kleinere Wassertropfen formten sich in ihnen. Und obwohl solche Wolken ebenso viel Wasser enthielten wie Wolken in staubfreier Luft, fielen aus ihnen kaum Niederschlaege. Nach Ansicht der Forscher stellt dieser Mechanismus einen Teufelskreis dar, der die Wuestenbildung verstaerkt: Wird die obere Schicht des Erdbodens durch menschliche Aktivitaet den Elementen ausgesetzt, gelangt Staub in die Luft. Dieser Staub vermindert wiederum die Niederschlaege und traegt zur Austrocknung des Bodens bei. Und dadurch wird der Staubeintrag in die Atmosphaere zusaetzlich verstaerkt. ------------------------------------------------------------------- Sternen-Spagetti in der Milchstrasse Amerikanische Astronomen haben Sternenstroeme entdeckt, die sich wie Spagetti um unsere Milchstrasse winden. Die Stroeme verraten sich dadurch, dass sich ihre Sterne mit gleicher Geschwindigkeit und im gleichen Abstand vom Zentrum der Milchstrasse bewegen. "Es ist aufregend zu entdecken, dass es solche Sternenstroeme in der aeusseren Galaxis gibt", meint Heather Morrison, eine an der so genannten "Spagetti-Collaboration" beteiligte Astronomin der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio), "dass die Dinge ungeordneter, aber auch viel schoener und dynamischer sind als bislang vermutet!" Die Sternenstroeme werden durch Zwerggalaxien verursacht, die unsere Milchstrasse umkreisen und dabei von der starken Anziehungs- kraft der Milchstrasse langsam zerrieben werden. Die kleineren Sternsysteme ziehen dadurch einen so genannten "Gezeitenschweif" von Sternen hinter sich her. Daraus wird durch den Umlauf der Zwerggalaxien um die Milchstrasse dann langsam das langgestreckte Spagetti-Band der Sternenstroeme. Irgendwann werden sich die Zwerggalaxien auf diese Weise voellig aufloesen, so die Astronomen. ------------------------------------------------------------------- Parasit fuer Fruchtbarkeit Um gesunde Eizellen zu produzieren, sind viele weibliche Wespen auf einen Parasiten angewiesen. Das verantwortliche Bakterium namens Wolbachia ist den Biologen bereits seit laengerem bekannt, weil es zahlreiche Insekten und andere Wirbellose befaellt. Jetzt stellte Franck Dedeine von der Claude Bernard University im franzoesischen Villeurbanne fest, dass das Bakterium tiefer in die Fortpflanzung der Wespen eingreifen kann als bisher vermutet. Wolbachia wird von Generation zu Generation ueber die muetterlichen Eizellen weitergegeben. Ob die maennliche Wespe mit dem Bakterium infiziert ist, spielt dabei keine Rolle, weil es die Infektion nicht mit dem Sperma weitergibt. Paart sich ein infiziertes Maennchen allerdings mit einem nicht infizierten Weibchen, so kann keine Befruchtung stattfinden. Diesen Mechanismus hatten Forscher der University of Rochester erst vor kurzem entdeckt und Anfang diesen Jahres im Magazin "Nature" vorgestellt. Trotzdem sprechen die Biologen nicht von einer klassischen Symbiose, weil die Wespe theoretisch auch ohne Bakterium lebensfaehig waere. Franck Dedeine und sein Team entdeckten jetzt die erste Wespen-Art, bei der diese Regel nicht mehr zutrifft: Bei der Wespe Asobara tabida ist das Bakterium offenbar schon zu stark mit seinem Wirt verbunden, schreiben sie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Fehlt der Parasit, produziert das Wespen-Weibchen naemlich ueberhaupt keine Eier mehr. Dies wiesen die Forscher nach, indem sie das Bakterium mit Antibiotika abtoeteten. In den nun Parasiten- freien Wespen reiften keine Eizellen mehr heran. Wie sich das Bakterium so unentbehrlich machen konnte, ist den Forschern noch ein Raetsel. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Kostenlose Warenproben, Schnaeppchen und Produktinfos! 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