MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 16.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Maedchen sehen eher raeumlich 2. Schaedliches Lachgas in der Atmosphaere 3. Laenger gestillte Babys werden seltener dick 4. Neue Bilder vom Saturnmond Titan ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Maedchen sehen eher raeumlich Maennern wird in der Regel ein besseres Orientierungsvermoegen bescheinigt als Frauen. Weibliche Saeuglinge erwerben ihre raeumliche Vorstellungskraft dafuer deutlich frueher. Dies haben jetzt Psychologen an der Universitaet Bonn herausgefunden. Ausserdem stellten sie fest, dass Babys schon im Alter von acht Monaten Tiefenhinweise in Zeichnungen entschluesseln koennen. So sind sie beispielsweise in der Lage, eine gezeichnete Scheibe von einer Kugel zu unterscheiden. Drei Monate juengere Saeuglinge koennen dies noch nicht. Um herauszufinden, wie Saeuglinge sehen, bedienen sich die Wissenschaftler um Dr. Michael Kavsek einer ausgefeilten Methode: "Wir gewoehnen das Baby zunaechst an ein Ausgangsbild und zeigen ihm dann eine neue Zeichnung", erklaert Kavsek. "Das Kind reagiert ueberrascht, wenn es einen Unterschied wahrnimmt; je ueberraschter, desto laenger wird es sich das neue Bild ansehen. Oder umgekehrt: Je laenger der Saeugling das neue Bild betrachtet, desto deutlicher ist ihm der Unterschied zum Ausgangsbild aufgefallen." Ueber 2.000 Kinder hat der Psychologe in den vergangenen drei Jahren mit dieser Methode untersucht. Fuenf Monate alte Babys nehmen demnach Unterschiede in der Dimensonalitaet meist noch nicht wahr. Acht Monate alte Babys koennen Raeumlichkeit aber schon erkennen. Weibliche Testgucker erwerben diese Faehigkeit augenscheinlich frueher als maennliche. Nicole Stuetz, die als Diplom-Psycholologin die Experimente mitkonzipiert und betreut: "Maedchen sind mal wieder einen Tick schneller." ------------------------------------------------------------------- Schaedliches Lachgas in der Atmosphaere Lachgas - das hoert sich eigentlich nach einem netten, ganz harmlosen Stoff an. Fuer Menschen ist das leicht suesslich riechende Gas N2O bei sachgemaesser Handhabung auch voellig ungefaehrlich. Es wird als Inhalationsnarkotikum sowie zum Aufschaeumen von Schlagsahne eingesetzt. In unserer Atmosphaere zeigt sich Lachgas allerdings von seiner unfreundlichen Seite: Es wirkt als Treibhausgas und es ist die Hauptquelle fuer die Stickoxide (NOx) der hohen Atmosphaerenschichten, der Stratosphaere. Stickoxide tragen ebenfalls zum Treibhauseffekt bei. Bei der Reaktion von Lachgas zu Stickoxiden wird ausserdem die Ozonschicht abgebaut. Und auch die Stickoxide tragen ihrerseits zur Vergroesserung des Ozonlochs bei. Eine italienische Chemikergruppe um Giulia de Petris von der Universitaet La Sapienza in Rom hat nun einen neuen Mechanismus entdeckt, wie Lachgas - oder Distickstoffmonoxid, so der "chemische" Name fuer N2O - in der Atmosphaere entsteht. Die "Quelle" des Gases sind in der Regel mikrobielle Abbauprozesse stickstoffhaltiger Verbindungen im Boden, insbesondere bei starker Duengung mit stickstoffhaltigen Duengemitteln. Ausserdem ist Lachgas ein Nebenprodukt bei Verbrennungsprozessen. Die italienischen Forscher haben jetzt einen weiteren wichtigen, voellig anderen Entstehungs- mechanismus entdeckt: Sie erzeugten elektrisch geladene Ozonmolekuele und mischten sie mit Stickstoff. Dabei bildet sich zunaechst ein Zwischenzustand aus den beiden Stoffen, der dann zu N2O und Sauerstoff zerfaellt. In der Atmosphaere entstehen solche geladenen Ozonteilchen, wenn ozonangereicherte Luft elektrisch aufgeladen wird. Ausreichend hohe Spannungen treten etwa in der Naehe von Ueberlandleitungen oder bei Gewitter auf. Und so schliesst sich ein Teufelskreis: Stickoxide aus Abgasen bilden bei Sommersmog-Bedingungen Ozon. Dieses bodennahe Ozon ist mit verantwortlich fuer die Entstehung von Lachgas, das dann unter Abbau der Ozonschicht in der Stratosphaere wiederum Stickoxide bildet. ------------------------------------------------------------------- Laenger gestillte Babys werden seltener dick Laenger gestillte Babys haben ein geringeres Risiko fuer spaetere Fettleibigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt Matthew Gillman von der Harvard Medical School. Fuer die Studie hatten der Forscher und sein Team ueber 15.000 Kinder und deren Muetter befragt. Die Ergebnisse der Untersuchung erlaeutert der Forscher in der heutigen Ausgabe des "Journal of the American Medical Association". Gillman und seine Kollegen befragten 8.186 Maedchen und 7.155 Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Davon wurden etwa 5 Prozent der Maedchen und 9 Prozent der Jungen als fettleibig eingestuft. Kinder, die aenger und haeufiger gestillt worden waren, neigten weniger zur Fettleibigkeit. Nur 4 Prozent der Maedchen und 7 Prozent der oefter gestillten Jungen waren fettleibig. Im Vergleich dazu waren 6 Prozent der Maedchen und 11 Prozent der Jungen betroffen, die nicht oder nur kurz gestillt worden waren. Der Fernsehkonsum, sportliche Aktivitaeten und der Koerperindex der Muetter wurden neben anderen sozialen Faktoren, die das Gewicht beeinflussen koennen, ebenfalls abgefragt. Forscher Gillman kommt zu dem Schluss, dass unter Ausschluss dieser Faktoren das Risiko einer spaeteren Fettleibigkeit fuer Kinder, die viel gestillt werden, um etwa 20 Prozent geringer ist. Gillman glaubt, dass Stillen biologisch sinnvoll die Kinder dahin praegt, mit der Nahrungsaufnahme aufzuhoeren, wenn sie keinen Hunger mehr haben. Sie muessen nicht erst aufhoeren, wenn die Flasche leer ist. Auch wuerde durch den natuerlich geringeren Fettgehalt der Muttermilch eine fruehe "metabolische Programmierung" verhindert werden. Die These soll nun durch weitere repraesentative Studien in der gesamten US- Bevoelkerung ueberprueft werden. ------------------------------------------------------------------- Neue Bilder vom Saturnmond Titan Neue Aufnahmen des Saturnmondes Titan zeigen, dass Teile seiner Oberflaeche moeglicherweise von Methanschnee bedeckt sind. Die Bilder konnten nur dank aussergewoehnlich guter Witterungs- bedingungen gemacht werden. "Ein gutes Instrument zu haben reicht nicht aus, man braucht zusaetzlich hervorragendes Wetter", erklaert Athena Coustenis, eine Astronomin der Sternwarte Meudon bei Paris, die an den Beobachtungen beteiligt war. Titans Oberflaeche ist permanent unter einem Schleier von Methan- wolken verborgen. Doch in einigen kleinen "Fenstern" im Bereich der infraroten Strahlung ist dieser Schleier durchsichtig. Bei Beobachtungen durch diese "Fenster" mit dem Weltraumteleskop Hubble und dem Very Large Telescope der Europaeischen Suedsternwarte in Chile hatten Coustenis und ihre Kollegen bereits ein helles Gebiet auf der Titan-Oberfaeche ausmachen koennen. Doch die neuen Bilder, gewonnen mit einem Grossteleskop auf dem Berg Mauna Kea auf Hawaii zeigt die Titan-Oberflaeche mit bislang unerreichter Aufloesung. Die Bilder zeigen ein weiteres Gebiet, dass mehr als dreimal so hell ist wie die Umgebung. Diese Helligkeitsunterschiede lassen sich, so die Forscher, dadurch erklaeren, dass sich in tiefer gelegenen Regionen dunkle, organische Substanzen ablagern, waehrend hoeher gelegene Gebiete von Methanschnee bedeckt sind. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Sie bekommen viel Werbung, jedoch keine, die Sie interessiert? 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